Ölpreis steigt über 100 Dollar!


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lancerevo7:

Ölpreis steigt über 100 Dollar!

 
25.03.05 17:37
Rohstoffe: «Ölpreis steigt über 100 Dollar»  
 
Einst führte Jim Rogers mit George Soros den legendären Quantum-Hedge-Fund. Nun rät er allen Anlegern zum Kauf von Rohstoffen.
 
Stocks: Die meisten Rohstoffpreise haben sich in den letzten Jahren verdoppelt. Ist die Rohstoff-Hausse nun schon vorbei oder beginnt sie erst richtig?

Jim Rogers: Viele Rohstoffe sind gestiegen, aber die meisten notieren immer noch weit unter ihrem Allzeithöchst. Der Zuckerpreis liegt 85 Prozent unter seinemRekordhoch, Baumwolle 70 Prozent, und sogar Rohstoffe wie Öl, die auf einem Allzeithoch gehandelt werden, können sich nochmals verdoppeln, bis sie nur schon die inflationsadjustierten alten Höchststände erreichen. Ja, die Rohstoffpreise sind stark gestiegen. Doch das ist, als hätte man 1985 gesagt: Die Aktienpreise haben sich verdoppelt, es ist an der Zeit, auszusteigen.

Damals begann die grosse Börsen-Hausse erst.

Die Aktienpreise haben sich danach noch verfünffacht. Heute gibt es 40000 Anlagefonds ­ aber Sie werden kaum fünf finden, die in Rohstoffe investieren. In den grossen Zeitungen lesen Sie kaum etwas über Rohstoffe. Die Journalisten, die Banker und Broker wissen so gut wie nichts über Rohstoffe. Daher hat der Bullenmarkt noch einen langen, langen Weg vor sich.

Wann, oder vielleicht besser wie, wird die Rohstoff-Hausse enden?

Die Hausse wird enden, wenn das «Wall Street Journal» einen ganzen Bund nur für Rohstoffe hat, wenn es 10000 Rohstoff-Anlagefonds gibt und wenn die Schweizer alle versuchen, Rohstoffe zu kaufen. Wissen Sie, wenn Sie vor 25 Jahren durch Madrid, Frankfurt oder Zürich gelaufen wären und nach der Aktienbörse gefragt hätten, hätten Sie kaum eine brauchbare Antwort bekommen. Die wenigen, die etwas über die Börse wussten, sagten, sie sei nur etwas für reiche Leute. Sie kennen den Rest der Geschichte. Die Leute haben dazugelernt. Dasselbe wird bei den Rohstoffen passieren.

Endet die Hausse, wenn Hausfrauen mit Rohstoff-Futures handeln?

Ja, wenn Hausfrauen am Terminmarkt mit Schweinebäuchen spekulieren, statt im Supermarkt Fleisch einzukaufen.

Welche Rolle spielt China in diesem Bullenmarkt?

China kriegt grosse Beachtung für seinen Anteil an der Nachfrage. Doch der Rohstoffverbrauch ist auch in Europa und Amerika in den letzten 25 Jahren gewachsen. China ist nur der am meisten sichtbare Teil.

Wie würde sich eine Rezession in China auf die Rohstoffpreise auswirken?

Ich erwarte dieses Jahr eine «harte Landung» der chinesischen Wirtschaft. Wenn sie kommt, werden wahrscheinlich einige Rohstoffpreise fallen. Doch dann sollten Sie zum Telefonhörer greifen und Rohstoffe kaufen.

Was sollen momentan zögernde Rohstoffinvestoren tun? Auf diese mögliche Korrektur warten oder jetzt gleich einsteigen?

Ich bin der schlechteste Trader überhaupt, es ist hoffnungslos. Darum fragen Sie mich bitte nichts zu kurzfristigem Markttiming.

Welchen Einfluss haben die Zentralbanken, vor allem die amerikanische, auf die Hausse?

Rohstoffe steigen, weil Angebot und Nachfrage sich stark verschoben haben. Die Nachfrage wächst weiter und das Angebot hält nicht mehr richtig mit. Daher gäbe es auch einen Rohstoff-Bullenmarkt, wenn es keine Zentralbanken gäbe. Doch weil es Zentralbanken gibt, wird alles noch viel schlimmer. Die US-Zentralbank druckt Geld wie verrückt. Die meisten Notenbanken drucken Geld. Wenn immer jemand Geld druckt, wird diese Liquidität irgendwohin fliessen. Da Aktien und Obligationen im historischen Vergleich teuer sind, wird ein grosser Teil in Rohstoffe fliessen, weil hier die Fundamentaldaten stimmen.

Sie sind in der Rohstoff-Hausse der Siebzigerjahre reich geworden. Sehen Sie heute Parallelen zur damaligen Zeit?

Vieles ist ähnlich, alle Bullenmärkte gleichen sich. In den Siebzigern gab es viele Knappheiten, die Rohstoffpreise stiegen um 600Prozent, einige sogar mehr. Dies wird sich wiederholen.Es ist dasselbe Spiel: Knappheit im Angebot und eine weiter wachsende Nachfrage. Ich vermute, dass im nächsten Jahrzehnt einige grosse Wirtschaftsnationen in Schwierigkeiten geraten werden, genau wie in den Siebzigern.

Also werden wir ein Comeback der Stagflation erleben, der giftigen Mischung aus Stagnation und Inflation?

Ja, absolut. Anderen Ländern, die bisher Mühe hatten, wird es dagegen gut gehen: Sogar hoffnungslosen Fällen wie Argentinien, weil sie viele Rohstoffe produzieren.

Welcher Weg ist der beste für Privatanleger, um an der Rohstoff-Hausse teilzuhaben?

Der beste Weg, und das wurde vielfach bewiesen, ist der Kauf von Rohstoff-Futures. Wenn Sie nicht wissen, wie in Rohstoff-Futures direkt investieren, dann kaufen Sie Indexfonds. Man kann auch in Rohstoff-Aktien investieren. Doch eine Studie hat gezeigt, dass Futures um 300 Prozent besser abschnitten als Rohstoff-Aktien. Wenn Sie die richtigen Titel herauspicken können, dann tun Sie es. Doch die meisten Leute werden nicht die richtige Öl- oder Kupferaktie erwischen. Sie können auch in Länder investieren, die viele Rohstoffe exportieren. Kanada oder Australien werden besser abschneiden als etwa die USA oder die Schweiz.

Doch für die meisten Anleger ist es praktisch unmöglich, Rohstoff-Futures zu kaufen.

Wenn ich 1980 hier gesessen wäre und zum Kauf von Aktien geraten hätte, hätten Sie genau dasselbe gesagt: Einzelanleger wüssten nicht, wie Aktien kaufen oder ein Depot eröffnen. Natürlich gibt es heute nicht annährend so viele Handelsmöglichkeiten für Rohstoffe wie für Aktien ­ doch das wird sich ändern. Wenn Sie zu einer grossen Bank gehen und sagen, Sie wollen Gold- oder Zucker-Futures kaufen, dann müssen Sie vielleicht zuerst die richtige Ansprechperson finden, doch solch ein jemand existiert. Es werden täglich mehrere hundert Milliarden Dollar an den Rohstoffbörsen umgesetzt ­ ein Markt ist da.

Wie sieht es mit Rohstoff-Aktien aus? Werden diese nur relativ oder auch absolut gut abschneiden im Vergleich zum breiten Markt?

Rohstoff-Titel werden relativ und absolut outperformen ­ wenn die Firmen alles richtig machen. In den Siebzigern sind viele Ölaktien nicht gestiegen, obwohl sich der Ölpreis verzehnfachte. In den letzten paar Jahren hat sich der Erdgas-Preis verdreifacht ­ doch der Erdgas-Konzern Enron ging pleite und die Aktie sank auf null. Der Erdgaspreis dagegen kann sinken, doch er wird nie auf null fallen. WennSie also die richtige Firma erwischen, wird es ihnen gut gehen. Doch viele Rohstoff-Titel werden auch mit dem schlecht laufenden Gesamtmarkt unter Druck kommen.

Wie weit wird der Ölpreis noch steigen?

Wenn Sie den Ölpreis um die zwischenzeitliche Inflation bereinigen, so sollte er bei 100 Dollar je Fass sein. In den nächsten paar Jahren wird der Ölpreis über 100 Dollar je Fass steigen. Leuten, die gegenteiliger Meinung sind, stelle ich folgende Frage: Woher soll das Öl kommen, das den Preis wieder nach unten treibt? Es gab in den letzten 35 Jahren auf der ganzen Welt keinen grossen Ölfund. Grossbritannien war für mehr als 25 Jahre ein Exporteur von Öl ­ nun wird das Land wieder zum Importeur, weil die Nordsee-Vorkommen zu Neige gehen. Die Ölfelder Alaskas geben immer weniger her, die Ölfelder Mexikos erschöpfen sich. Woher also soll das Öl kommen? Wenn Sie oder Ihre Leser wissen, wo es noch Öl zu finden gibt, rufen Sie mich an! Ich will darin investieren. Und auch die Ölmultis wollen es, denn die wissen genauso wenig.

Die Ölkonzerne kaufen derzeit vor allem eigene Aktien zurück, statt zu explorieren.

Ja, oder sie tätigen Akquisitionen. Langsam geben auch die Konzernchefs zu, dass es ein Problem gibt. Wenn niemand bald eine grosse Menge Öl irgendwo findet, muss der Preis weiterhin steigen.

Denn die Nachfrage wächst weiter.

China ist inzwischen der zweitgrösste Ölimporteur der Welt ­ und die meisten Leute dort haben noch gar kein Auto. Viele Chinesen haben nicht einmal Strom.

Wenn der Pro-Kopf-Ölvebrauch von China und Indien nur schon auf das Niveau Mexikos steigen soll, müsste die globale Ölproduktion um 50 Prozent steigen.

Oder die Preise verdreifachen sich. Doch auch Bullenmärkte halten nicht ewig an, durchschnittlich dauert eine Rohstoff-Hausse 18 Jahre. Irgendwann, wenn die Preise immer weiter steigen, kommen Ersatzprodukte auf den Markt. Und natürlich geht auch die Nachfrage zurück. Dann endet die Hausse. Doch bis dahin ist es noch ein langer Weg.

Sehen Sie eine steigende Gefahr politischer Krisen auf Grund der Knappheit?

Einige Leute sagen, dass jeder Rohstoff-Bullenmarkt zu Kriegen geführt habe. Ich habe dies nicht selber untersucht ­ aber es macht Sinn. Es wird sicherlich zu Krisen in einigen Ländern kommen. Die USA sind von Rohstoffimporten abhängig und gleichzeitig die grösste Schuldnernation aller Zeiten. Wenn die Amerikaner auf einmal aufwachen, ihre Notlage realisieren und sehen, dass die Chinesen ihnen viele Rohstoffe bereits weggeschnappt haben, kann es zu Problemen führen.

In Bezug auf Basismetalle: Welches mögen Sie am meisten?

Ich mag sie alle.

In Ihrem Buch schwärmen Sie für Blei.

Ich verwende Blei nur als Beispiel dafür, dass die Nachfrage nach einem Rohstoff kollabieren kann und der Preis trotzdem steigt. Blei hat in den letzten Jahrzehnten zwei seiner wichtigsten Verwendungszwecke eingebüsst ­ als Komponente in Benzin und in Farben ­ und dennoch notiert der Bleipreis derzeit auf einem Allzeithoch, weil das Angebot sogar noch stärker geschrumpft ist.

Ist der Kauf von Gold eine Möglichkeit, an der Rohstoff-Hausse teilzunehmen?

Ich besitze etwas Gold und Silber, aber ich halte Gold nicht für das beste Rohstoff-Investment. Es gibt immer noch grosse Goldlagerbestände und es werden ständig neue Minen aufgemacht. Mit Zucker oder Baumwolle dürfte mehr Geld verdient werden können.

Wenn man Ihr Buch liest, hat man manchmal den Eindruck, Sie mögen Gold und vor allem die Goldfans nicht besonders.

Ich habe nichts gegen die Goldfans, sondern nur gegen den Mystizismus, den sie teilweise betreiben. Ich gebe mich nicht gerne mit irrationalen Investoren ab. Aber ich besitze Gold. Ich mag es einfach nicht, irrationale Diskussionen darüber zu führen, das Gold das einzig wahre Geld ist. Die Welt hat in der Vergangenheit vielerlei Dinge als Geld verwendet.

Wie legen Sie Ihr persönliches Geld an?

Ich habe mein Geld in 25 oder 30 Ländern rund um die Welt in den verschiedensten Dingen angelegt. Doch ich verkaufe selten. Gewisse Investments halte ich seit 20 Jahren. Aber wenn ich etwas verkaufe, dann reinvestiere ich in Rohstoffe. Sei es mein Indexfonds oder Rohstoff-Aktien. Wenn ich nicht dieses Buch geschrieben hätte, würde ich auch Futures kaufen ­ doch das tue ich im Moment nicht, damit niemand sagen kann, ich treibe meine eigenen Investments mit dem Buch in die Höhe.

Welche Rohstoff-Aktien besitzen Sie?

Ich habe Rio Tinto im Depot, schon seit Jahren. Auch einige Öltitel wie Total besitze ich schon lange. Aber ich werde wahrscheinlich keine Rohstoff-Aktien mehr kaufen, sondern direkt in meinen Rohstoff-Indexfonds oder Futures investieren.


Zur Person

Jim Rogers wurde 1942 in Alabama geboren. 1970 gründete er zusammen mit George Soros den Quantum Fund, einen legendären Hedge Fund, der in zehn Jahren 4000 Prozent zulegte. Bereits mit 37 zog sich Rogers aus dem aktiven Geschäft zurück. In den Neunzigerjahren bereiste er zweimal die ganze Welt. Sein neustes Buch heisst: «Rohstoffe ­ Der attraktivste Markt der Welt».  
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gamblelv:

Interessanter Bericht

 
25.03.05 18:32
Zucker ist einer der Rohstofflieblinge von Jim Rogers. Wer kennt sich in diesem Marktsegment aus?

Der europäische Zuckermarkt ist reguliert und subventioniert. Wie groß ist der Unterschied des europäischen Zuckerpreises im Vergleich zum Weltmarkt?

Könnte ein Wert wie Südzucker langfristig zu den großen Profiteuren gehören?

Viele Frage, vielleicht hat einer von euch Antworten.

MFG

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permanent:

Die Werbetour läuft

 
25.03.05 18:39
Zucker macht Sie reich (EurAmS)

Jim Rogers ist eine lebende Investorenlegende. Sein Credo: Rohstoffe sind die Anlageform des Jahrzehnts.
von Jens Castner, Euro am Sonntag

CFD`s auf Börsenindizes, Futures und Aktien - mit kostenlosen Realtime-Kursen!


Er gibt sich nicht gerne als Börsenguru zu erkennen. Sein Allerweltsname kommt ihm dabei zugute. "Wir haben ja nicht gewußt, daß es sich um den Jim Rogers handelt", sagt eine Mitarbeiterin des Frankfurter Marriott-Hotels fast entschuldigend.
Vielleicht hätte man ihm eine Sonderbehandlung zuteil werden lassen, ihn vielleicht ohne Aufpreis in eine Suite einquartiert. Aber genau das ist es, was Rogers nicht will. Der Multimillionär sucht keine Scheinwelt, sondern das ganz normale Leben. Nur Eingeweihte erkennen den schmächtigen, älteren Mann an seinen Markenzeichen: Der Fliege und den breiten Hosenträgern. Dabei spielt er von seiner Bedeutung für die Börsenwelt in einer Liga mit George Soros und Warren Buffett. Sein Thema sind allerdings die Rohstoffe - und der derzeitige Boom gibt ihm recht.

Euro: Wenn man Ihrem neuesten Buch Glauben schenkt, werden Rohstoffe noch auf Jahre hinaus besser laufen als Aktien oder Anleihen. Wie kommen Sie zu dieser These?

Rogers: Da reicht ein Blick ins Geschichtsbuch. Die Bullenmärkte im Rohstoffsektor laufen in langfristigen Zyklen ab. Im Durchschnitt dauern sie 18 Jahre. Der aktuelle Zyklus begann im Jahr 1999 und kann sich also gut und gerne bis 2017 fortsetzen. Die Geschichte hat auch gezeigt, daß in solchen Phasen mit Aktien nicht das große Geld zu verdienen ist. Mit Anleihen schon gar nicht. Ganz davon abgesehen, daß es egal ist, ob Sie damit drei, vier oder fünf Prozent Rendite pro Jahr erzielen - damit werden Sie nicht reich.

Euro: Es gibt eine ganze Reihe von Experten, die gerade europäische Aktien als unterbewertet ansehen.

Rogers: Und sie haben recht: Es gibt europäische Aktien, die wirklich günstig sind. Auch ich besitze einige, zum Beispiel Lufthansa, ENI und Total. Ich habe nicht gesagt, daß mit Aktien überhaupt kein Geld zu verdienen ist. Mit den richtigen Aktien können Sie immer ein Vermögen machen, egal, in welcher Marktphase. Das ändert aber nichts daran, daß ich für den Gesamtmarkt sehr skeptisch bin. Es ist ungemein schwierig, die wenigen Aktien mit Potential aus der Masse der Langweiler herauszufiltern. Mit Rohstoffen haben Sie's leichter.

Euro: Warum?

Rogers: Wir alle essen, trinken, tragen Kleidung und fahren Auto. Wir werden damit nicht aufhören, nur weil es teurer wird. Und es wird unwillkürlich teurer, weil die Masse derer, die um die vorhandenen Rohstoffe konkurrieren, immer größer wird. Mit dem wachsenden Wohlstand in China und in Indien kommen zwei Milliarden potentielle Konsumenten hinzu. Die Nachfrage steigt, aber das Angebot ist nicht größer geworden. Da die Preise in den 80er und 90er Jahren stagnierten, hat es sich für die Rohstoffproduzenten nicht gelohnt, neue Vorkommen zu erschließen. In den vergangenen 25 Jahren ist auf der ganzen Welt eine einzige Bleimine neu eröffnet worden, große Ölfelder wurden gar keine entdeckt.

Euro: Demnach glauben Sie an weiter steigende Rohölpreise?

Rogers: Der Ölpreis kann sich in den nächsten zehn Jahren durchaus noch einmal verdoppeln oder verdreifachen. Das ist in den 70er Jahren auch passiert und wäre völlig normal, da Rohstoffzyklen immer schubweise ablaufen. China ist innerhalb von ein paar Jahren von einem ölexportierenden Land zu einem der größten Importeure geworden, Großbritannien wird noch in diesem Jahrzehnt denselben Weg gehen. Der Ölpreis ist allerdings schon auf ein neues Allzeithoch gestiegen. Deshalb sehe ich noch viel mehr Potential in landwirtschaftlichen Erzeugnissen. Die Notierungen von Sojabohnen, Baumwolle, Kaffee und vor allem Zucker - mein persönlicher Favorit - können sich locker verdreifachen und wären dann immer noch weit von ihren Höchstständen entfernt.

Euro: Wie kommen Sie ausgerechnet auf Zucker?

Rogers: Weil hier Angebot und Nachfrage völlig aus der Balance geraten sind. Zucker ist mehr als ein Süßungsmittel: Fast zwei Drittel aller Neuwagen, die in Brasilien zugelassen werden, laufen mit Ethanol, das aus Zucker gewonnen wird.

Euro: Spricht das nicht gegen einen langfristig hohen Ölpreis?

Rogers: Ich denke schon, daß alternative Kraftstoffe - eventuell auch Wasserstoff - eines Tages die Trendwende beim Ölpreis auslösen könnten. Aber wenn Sie sich überlegen, wie lange es dauern wird, bis neue Antriebstechniken reif für die Großserie sind, bis neue Bergwerksstollen gegraben und neue Plantagenflächen geschaffen sind, dann paßt das eigentlich genau in den Zeithorizont von noch zwölf oder 13 Jahren, in dem die Rohstoffpreise steigen werden.

Euro: Manche Analysten sehen bereits jetzt eine Blasenbildung.

Rogers: Blasenbildung? Das hat man bei Aktien Anfang der 80er Jahre auch geglaubt. Und seitdem hat sich der Dow-Jones-Index vervierzehnfacht. Es wird auch bei Rohstoffen nicht geradlinig nach oben gehen. Es wird immer wieder kräftige Rückschläge geben. Aber auch der 87er Crash an der Wall Street war nach einem halben Jahr vergessen und danach ging es weiter aufwärts, bis es irrational wurde. Von einer Blase konnte man am Aktienmarkt erst 1999/2000 sprechen, als alle Hochschulabsolventen Investmentbanker werden wollten. Wenn alle Jugendlichen Bauern oder Minenarbeiter werden wollen, weil sie glauben, daß da das große Geld zu verdienen ist, wenn die Warenterminbörse in Hannover die Deutsche Börse in Frankfurt übernimmt, dann haben wir eine veritable Blase.

Euro: Zumindest hier in Deutschland werden bereits heute beinahe täglich neue Zertifikate und Optionsscheine auf Rohstoffe emittiert.

Rogers: Und von wieviel Prozent der Bevölkerung werden die gekauft? Gehen Sie auf die Straße und fragen Sie die Leute, wie man in Kupfer investiert. Sie werden sehen, daß nicht mal jeder Zehnte auch nur ansatzweise eine Ahnung hat, wie das funktioniert. Auch Anfang der 80er Jahre, als die Börsenkultur in Deutschland noch in den Kinderschuhen steckte, gab es ein paar Clevere, die wußten, daß man Siemens-Aktien kaufen kann.

Euro: Rohstoffe werden in aller Regel in US-Dollar notiert. Sollten deutsche Anleger währungsgesicherte Investments bevorzugen?

Rogers: Ja, unbedingt. Das Geld meiner Tochter liegt auch längst sicher in der Schweiz - in harten Franken. Das ist gut so, denn meine Kleine muß sich später ja einmal um mich kümmern. Aber im Ernst: Ich kann mir nicht vorstellen, daß sich der US-Dollar in den kommenden Jahren großartig erholt. Wir Amerikaner sind die schlimmsten Schuldenmacher der Welt. Wir leben auf Pump und ignorieren sämtliche Probleme, die wir uns damit schaffen. Wenn wir nicht aufpassen, werden uns die Chinesen schneller überholen als wir uns das träumen lassen.

Euro: Demnach sollten sich Investments in China auszahlen, obwohl das Land arm an Rohstoffen ist?

Rogers: Was glauben Sie denn, warum ich für meine zweijährige Tochter ein chinesisches Kindermädchen engagiert habe, das nur Mandarin spricht? Weil es später die wichtigste Sprache für sie sein wird. Kurzfristig überwiegen aber die Risiken. Die Konjunktur überhitzt, die Rezessionsgefahr steigt. Ich würde lieber auf Länder setzen, die Rohstoffe nach China liefern.

Euro: Rußland zum Beispiel?

Rogers: China bezieht einen Großteil seiner Rostoffe aus Sibirien. Der russische Markt kann daher durchaus noch einige Jahre weiterlaufen. Allerdings beuten die russischen Neokapitalisten ihre Vorkommen zu schnell und zu rücksichtslos aus. Sie wollen mit Gewalt reich werden und sich dann Statussymbole wie Fußballklubs kaufen. Das ist keine sehr umsichtige Handlungsweise. Bei den aussichtsreichen Rohstoff-Lieferanten denke ich eher an Länder wie Kanada oder Australien, wo große, etablierte Minengesellschaften eine gewichtige Rolle an der Börse spielen - wenn man denn überhaupt auf die Aktien der Produzenten setzen will. Mir persönlich sind Direktinvestments in Rohstoffe lieber. Die Preise folgen nur dem einfachen Gesetz von Angebot und Nachfrage. Rohstoffe kennen keine versteckten Schulden in der Bilanz und kein unfähiges Management.

Quelle: FINANZEN.NET
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Interessante Produkte

 
25.03.05 18:42

Ölpreis steigt über 100 Dollar! 1873808

WKN / ISIN: ABN0B7 / NL0000210813
 Emittent: > ABN Amro
 Produktname: MINI LONG ZERTIFIKAT
 Zertifikate-Typ: HEBELPRODUKT
 Fälligkeit: open end
 Typ: Long
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 Knock-Out erreicht: Nein
 Bezugsverhältnis: 100,000
 Cash/Effektiv: Cash
 Emissionspreis: 1,33
 Börsenplätze: FRA STU

 

Gruss

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lancerevo7:

zucker-zertis!

 
25.03.05 18:48
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Meiner Meinung nach sollte man gesamtheitlich in Rohstoffe investieren. Dies wird langfristig mehr Ertrag bringen, denn "Picking" ist hier nicht ganz einfach.

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PM:

Fürs ganzheitliche Investment:

 
25.03.05 22:30
Von ABN Zertifikate auf den Rogers Commodity Index. Normal und Quanto.

http://www.ariva.de/search/...ick=1&searchname=roger&page=0&wptyp=ZER

Die Gebühren waren aber glaube ich nicht von Pappe. Auf jeden Fall im Verkaufsprospekt bei ABN nachlesen, wenn Interesse besteht. Ansonsten

Ansonsten gibt es auch noch eine ganze Reihe andere Indexprodukte für Rohstoffe. Mal mit, mal ohne Energie, muss man sich mal reinlesen:

http://www.zertifikateanleger.de/suche/...ertsubart_id=5-1&typ_id=IND

Zu Rohstoffen und Agrarprodukte hatten wir im Zertifikateanleger auch schon einmal Artikel, die auf einzelne Produkte eingegangen sind.

http://www.zertifikateanleger.de/archiv/


bye, Paul.
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permanent:

Interessant

 
26.03.05 09:09
OnVista hat sein Informationsangebot im Bereich Rohstoffe weiter ausgebaut. Neben Soft Commodities wie Mais oder Baumwolle ist nun auch der Rohölpreis WTI (West Texas Intermediate) mit Kursen und weiteren Informationen auf OnVista abrufbar. Ganz neu hinzugekommen sind die Industriemetalle. Im heutigen OnVista Newsletter informiert Sie der Zertifikateexperte Ralf Andreß zu den Anlagemöglichkeiten bei Industriemetallen.


Inhalt:
Ölpreis steigt über 100 Dollar! 1873873  Ölpreis steigt über 100 Dollar! 1873873  Auch "unedles" Metall erstrahlt in neuem Glanz
  Ölpreis steigt über 100 Dollar! 1873873  Industriemetalle im Paket oder jedes für sich
  Ölpreis steigt über 100 Dollar! 1873873  Störenfried US-Dollar
  Ölpreis steigt über 100 Dollar! 1873873  Die sichere Alternative


Auch "unedles" Metall erstrahlt in neuem Glanz

Seit Monaten vergeht kaum ein Tag ohne eine neue Rekordmeldung aus dem Rohstoff-Sektor. Angefangen vom Goldpreis, dessen Höhenflug nun schon seit vier Jahren anhält, über Rohöl bis zu Kaffee oder Zucker eilen die Warenpreise von Rekord zu Rekord. Die von Analysten genannten Gründe sind dabei fast immer die gleichen - unabhängig davon, um welchen konkreten Markt es geht. Ein Auslöser der aktuellen Rohstoff-Rallye ist die Investitionszurückhaltung in der zweiten Hälfte der 90er Jahre, als jeder verfügbare Dollar in neue Technologien oder Internet-Projekte floss, anstatt neue Abbauflächen für wenig lukrativ erscheinende Grundstoffe zu erschließen. Hinzu kam (und kommt noch immer) der Nachfrageboom aus China, der Unmengen an Rohstoffen verschlingt.

Das gilt insbesondere für die so genannten Industriemetalle, denen zunehmend das Augenmerk der Anleger gilt. Denn die "unedlen" Basismetalle spielen in vielen der derzeit in China besonders stark boomenden Branchen eine herausragende Rolle. Etwa in der Bauindustrie oder beim Bau von Fahrzeugen. Beispiele hierfür sind der leichte und rostfreie Werkstoff Aluminium, der vor allem bei der Herstellung moderner Fahrzeugkarosserien wichtige Dienste leistet oder das extrem leitfähige Kupfer, bei dem rund 75 Prozent der Produktion in die baunahe Elektro- und Sanitärinstallation fließt.

Ölpreis steigt über 100 Dollar! 1873873
Ölpreis steigt über 100 Dollar! 1873873
Ölpreis steigt über 100 Dollar! 1873873


Ölpreis steigt über 100 Dollar! 1873873
Industriemetalle im Paket

Die besondere Bedeutung dieser beiden Metalle spiegelt sich auch in dem von der ABN Amro angebotenen Basket-Zertifikat für die wichtigsten Industriemetalle (ABN0JW) oder dem von Goldman Sachs emittierten Zertifikat auf den GSCI Industrial Metals Subindex (GS3Y82) wider. In den beiden Sammelportfolios für die wichtigsten Industriemetalle nehmen Aluminium und Kupfer mit zusammen rund 70 Prozent das mit Abstand größte Gewicht ein. Dazu kommen Zink, Nickel und Blei, die sich ebenso wie die beiden anderen im Zuge der jüngsten Kursrallye auf mehrjährige Höchststände emporgearbeitet haben.


... oder jedes für sich

Neben den beiden Paketlösungen stehen für jedes der fünf Einzelmetalle aber auch spezielle Tracker-Zertifikate zur Verfügung, die von der ABN als laufzeitunabhängige Open-End-Lösung angeboten werden. Deren Wert orientiert sich wie bei einfachen Indexzertifikaten an den aktuell festgestellten Preisen der Metall-Börsen. Orientierungspunkt ist dabei aber nicht der jeweilige Tagespreis, sondern ein in der Zukunft liegender Terminmarkt-Kurs. Und zwar immer der nächst liegende, wobei kurz vor Erreichen dieses Termins in den dann folgenden umgeschichtet wird.

Dieser Umschichtungsprozess kann dazu führen, dass sich der Partizipationsgrad des Zertifikats im Zeitverlauf ändert. Anders als bei Dax-Zertifikaten werden Kursveränderungen des jeweiligen Metalls dann nicht mehr im Verhältnis eins zu eins, sondern - im günstigen Fall - mit einem kleinen Hebel nachvollzogen. Dieser Effekt zeigt sich auch bei den angebotenen Open-End-Zertifikaten auf die Industriemetalle, bei denen die Partizipationsrate - etwa bei Aluminium (ABN0GJ) - momentan bei 103,8 liegt. Damit profitiert der Investor also leicht überproportional an möglichen Kursgewinnen des Aluminium-Preises.


Störenfried US-Dollar

Es gilt allerdings noch eine weitere Besonderheit zu beachten. Denn wie im Rohstoff-Handel üblich, gilt auch bei den Industriemetallen, dass der jeweilige Warenpreis in US-Dollar ermittelt wird. Aus Euro-Sicht wirkt also auch der Devisenmarkt bei der Preisgestaltung der Zertifikate mit. Dabei gilt: Ein nachgebender Dollar drückt den Preis der Rohstoff-Zertifikate, ein steigender Dollar sorgt für einen Wertzuwachs.

Aber auch hierfür bietet die ABN inzwischen eine Lösung an, denn sämtliche Industriemetall-Zertifikate werden seit einigen Tagen auch in einer währungsneutralen Quanto-Version angeboten. In der kommenden Woche soll dann auch ein Quanto-Zertifikat für den Warenbasket folgen.


Die sichere Alternative

Neben diesen einfachen Direktinvestments bietet die Société Générale aber auch noch zwei abgesicherte Möglichkeiten, um sich im Industriemetall-Segment zu engagieren. Zum einen handelt es sich dabei um ein zu 100 Prozent kapitalbesichertes Garantie-Zertifikat, das eine Partizipation an einem gleichgewichteten Korb der fünf Basismetalle ermöglicht (SG093D). Zum anderen ein Airbag-Zertifikat, das Wertverluste nur bis zu einem Ausmaß von 40 Prozent neutralisiert, dafür aber bei steigenden Kursen eine doppelte Teilhabe an den Zugewinnen ermöglicht (SG16GA). Beide Rückzahlungsszenarien gelten allerdings nur zum jeweiligen Fälligkeitstag und in Abhängigkeit von den bei Auflegung festgeschriebenen Kursen der fünf Metalle.

Deren Abgleich mit den aktuellen Kursen zeigt beispielsweise, dass bei dem Garantie-Papier drei der fünf Metalle derzeit unter den seinerzeit festgeschriebenen Einstandskursen liegen, wobei insbesondere bei Blei und Nickel trotz inzwischen wieder deutlich erholten Kursen noch deutliche Abschläge gegenüber dem für die Performance-Messung relevanten Einstand zu verzeichnen sind. Sehr viel besser sieht es bei dem drei Monate später aufgelegten Airbag-Zertifikat aus. Hier liegen mit Zink und abermals Nickel zwei der Korbwerte gegenüber den Einstandskursen schon mit knapp zehn Prozent im Plus.

Eine komplette Übersicht der verfügbaren Zertifikate auf einzelne Industriemetalle finden Sie nachfolgend. Sie können die Zertifikate aber auch direkt über den Link "Zugehörige Wertpapiere" im Snapshot des einzelnen Industriemetalls aufrufen.


BasiswertProduktnameISINLaufzeit
AluminiumAluminium Open End ZertifikatNL0000212942Open End
BleiBlei Open End ZertifikatNL0000307890Open End
KupferKupfer Open End ZertifikatNL0000212934Open End
NickelNickel Open End ZertifikatNL0000307882Open End
ZinkZink Open End ZertifikatNL0000307874Open End
AluminiumAluminium Quanto Open End Zertifikat Neu!NL0000470011Open End
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bammie:

Rallye beim Rohöl treibt Zuckerpreise in die Höhe

 
26.03.05 09:17
Brasilien plant Ausweitung der Ethanolherstellung aus Zuckerrohr - Nachfrage nach alkoholbetriebenen Autos steigt

Singapur - Der Zuckerpreis hat in den letzten zwölf Monaten um 27 Prozent zugelegt und dürfte weiter klettern, denn Brasilien will mehr Ethanol aus Zuckerrohr herstellen. Um die hohen Ölpreise zu umgehen, wird der weltgrößte Zuckerrohrproduzent Benzin weiter mit Ethanol aus Zucker strecken, erwartet Rabobank Groep, das größte Kreditinstitut für Landwirte. Sollte das Land die Produktion ausweiten, würde dadurch weniger Zuckerrohr für die Zuckerproduktion zur Verfügung stehen. Das Angebot ist bereits durch Dürren in Indien und Thailand geschrumpft. Der Rohzuckerkontrakt hatte am 14. März an der New York Board of Trade bei 9,23 Cent je Pfund nahe einem Vierjahreshoch geschlossen.

Brasilien hat bereits 26 Prozent des Treibstoffs durch Ethanol ersetzt. Dabei wird das Benzin entweder gestreckt oder Autos werden nur mit Ethanol betrieben. In den USA, dem zweitgrößten Ethanolverbraucher, hat das an den Tankstellen verkaufte Mischbenzin meist einen Ethanolanteil von zehn Prozent. Die speziell dafür ausgerüsteten Motoren können einen Anteil von bis zu 15 Prozent vertragen. "Wenn die brasilianische Regierung der Meinung ist, der Ölpreis werde weiter hoch bleiben, dürfte sie die offizielle Mischungsquote ändern. Das könnte zu einem sprunghaften Anstieg der Ethanol-Produktion führen", sagt Brad Hinton, Analyst bei Rabobank.

Brasilien wird knapp die Hälfte der im April zu Ende gehenden brasilianischen Zuckerrohrernte für die Ethanolproduktion verwenden, prognostizierte das US-Landwirtschaftsministerium im Oktober. Der Anteil dürfte bis auf 52 Prozent anwachsen, weil Ethanol-Distillerien einen höheren Preis für Zuckerrohr bieten als die Zuckerproduzenten, erläutert Hinton. Höhere Ethanolproduktion dürfte die Zuckerproduktion mindestens auf das Vorjahresniveau zurückwerfen, erwartet Ian Ballantyne, Generaldirektor bei Canegrowers, dem Verband der Zuckerrohrfarmen im australischen Bundesstaat Queensland.

Die Commonwealth Bank of Australia prognostizierte im Februar, daß der Zuckerpreis bis Mai auf zehn Cent je Pfund anziehen werde, weil die Lagerbestände auf den tiefsten Stand seit zehn Jahren gesunken sind. Abare, das Rohstoff-Prognoseinstitut der australischen Regierung, ging im Dezember für das Jahr bis Juni von einem durchschnittlichen Zuckerpreis von 9,5 Cent je Pfund aus. Indien, der weltweit zweitgrößte Zuckerproduzent und der größte Verbraucher, hat 1,5 Mio. Tonnen des weißen Rohstoffs importiert und braucht möglicherweise eine weitere Mio. Tonnen, erklärte Landwirtschaftsminister Sharad Pawar im Januar. Die Zuckerproduktion in Thailand, dem zweitgrößten Exporteur, könnte um 20 Prozent auf 50 Mio. Tonnen sinken, erwartet Tobing Gorey, Ökonom bei der Commonwealth Bank.

Der höhere Ölpreis wird wohl auch die Ethanol-Nachfrage in den USA und in Japan anheizen. Brasilien hat im letzten Jahr 634 Mio. Gallonen Ethanol exportiert. Die USA sind der zweitgrößte Markt für den Brennstoff nach Indien. Die gesamten Ethanol-Importe in die USA haben sich mit 161 Mio. Gallonen mehr als verdoppelt. In den USA ist der Absatz von alkoholbetriebenen Autos im Jahr 2003 um 51 Prozent auf 84 558 Stück gestiegen. In Brasilien wurden 2004 mit 48 911 Fahrzeugen knapp dreimal so viele verkauft wie im Jahr zuvor. Bloomberg
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lancerevo7:

könnte schneller kommen, als erwartet

 
31.03.05 20:49

20:37 - Goldman sees oil 'super spike'; others are skeptical - UPDATE 4

NEW YORK (AFX) - Oil prices have entered the early stages of a multi-year period of trading in which economic growth and rising demand could push oil to $105 per barrel, enough to meaningfully reduce energy consumption, Goldman Sachs analysts said Thursday. "We believe oil markets may have entered the early stages of what we have referred to as a "super spike" period -- a multi-year trading band of oil prices high enough to meaningfully reduce energy consumption and recreate a spare capacity cushion only after which will lower energy prices return," said analyst Arjun Murti. Murti said he's surprised by the strength in oil demand and economic growth, notably in the United States and China, even after a year in which the oil price has traded in a $40 to $50 range. Goldman's previous "spike" high for oil was $80 a barrel. The brokerage also raised spot forecasts for WTI spot oil - West Texas Intermediate spot oil, the benchmark crude that trades daily on the New York MercantileExchange

-- to $50 for 2005 and $55 for 2006. Its previous forecasts were $41 in 2005 and $40 in 2006. The call, which implies a doubling of oil prices from their current level, sent crude back above $56 per barrel for the first time in more than a week. The contract for May delivery was last quoted up 3.1 percent at $55.65, having earlier touched a high of $56.10. Phil Flynn, senior market analyst at Alaron.com, said $105 oil is technically possible but not likely for at least 3 years and only if a major supplydisruption, such as a halt to imports from Saudi Arabia, occurred. "The timing of the report was conducive to the rally," Flynn said. "It's just another reason to be long. There's no doubt we're in a new bull market for crude oil." Hear audio interview. John Kilduff, energy risk analyst Fimat USA, agreed that the $105 price assumes a major supply disruption in Saudi Arabia or a Venezuelan embargo on shipments to the U.S. "I don't know how they get to that number, short of a significant supply disruption event occurring," he said. "It's more reflective, to be fair, of the psychology of the energy market right now that there's going to be tremendous demand growth in the late third and the fourth quarter of this year. That's going to put the producers of crude oil in an extremely challenging position in terms of meeting that demand, and that's what is being priced in right now." Analyst Kevin Kerr of Kerr Trading International said the Goldman call was irresponsible and "clearly an attempt to talk up the market on nothing more than hot air. Goldman has huge speculative energy positions and they have no interest in watching it go down right now." Murti also said earnings consensus for oil and gas companies ought to grow by 21 percent and 35 percent, respectively in 2005 and 2006, as those stocks stand to outperform the broader market. The return could be 80 percent if prices hit a super spike, he said. Murti recommends adding to positions in the oil sector "at current prices, on a pullback, or even after rallies," and raised 2005 and 2006 earnings estimates across the board. His top picks in the sector continue to be Exxon Mobil , Amerada Hess , Bill Barrett Corp. , Devon Energy , EnCana Corp. , Murphy Oil , Newfield Exploration , Pioneer Natural Resources , Premcor , Questar Corp. and Suncor Energy . This story was supplied by MarketWatch. For further information see www.marketwatch.com.

 


lg lance

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Kicky:

Goldmanns Prognose von 105$/barrel

 
31.03.05 23:22
ist schuld an erneutem Anstieg des Ölpreises.
May crude closed almost 3 percent higher Thursday on the New York Mercantile Exchange as Goldman Sachs warned oil could reach $105 a barrel.
Der Analyst Murti meint, der steigende Ölpreis komme den exportierenden Ölländern sehr zu gute und könne eine Revolution dort verhindern.Er hob daher seine frühere Prognose von 80$/barrel an auf 105$.Dies sei dann auch genug um den Ölverbrauch deutlich zu verringern
"The strength in oil demand and economic growth, especially in the United States and China, following a year of $40-$50 per barrel WTI oil has surprised us...The reason for this adjustment in view is that persistent high prices are improving the financial position of key oil exporting countries and could serve to keep a potential revolution at bay," said analyst Arjun Murti, in a note to clients.
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