| 26.07.2005, 08:34 Uhr Öl, die Erwartungshaltung Wagner-Lang |
Uwe Wagner, technischer Experte bei Wagner und Lang, beurteilt die aktuellen Aussichten und Tendenzen des Rohöls und des Ölpreises in Euro.
Von Seiten des Ölmarktes ließen sich auch weiterhin keine neuen Beurteilungen durchführen. Die technische Ausgangslage sei unverändert zu den bisherigen Aussagen. Grundsätzlich lägen weiterhin intakte Konsolidierungszonen bzw. breit gefasste Schiebezonen vor, sowohl im Kursverlauf des Brent-Crude-Oil, als auch im Crude-Oil-Light-Sweet.
Der Analyst gibt an, in der Konsequenz an der strategisch neutralen Erwartungshaltung festzuhalten und davon auszugehen, dass sich diese Konsolidierung im Ölpreis vorerst fortsetzen wird. Mögliche kräftige Kursschübe aus den Stauzonen heraus ließen sich derzeit kaum sinnvoll herleiten, somit wäre vorerst nicht mit wichtigen Bewegungsschüben zu rechnen.
Im Brent-Crude-Oil lägen Widerstände um 58,53/59,39 US-Dollar, Unterstützung sei um 55,57/54,89 US-Dollar zu finden. Beim Crude-Oil-Light-Sweet lägen Widerstände um 60,95 und 62,10 US-Dollar, Unterstützung um 56,75/55,90 US-Dollar.
Nach der Ausprägung eines neuen Allzeithochs am 08. Juli 2005 bei 60,36 US-Dollar gönne sich der Ölpreis derzeit eine Ruhepause. Anzeichen für weitere deutliche Kurseinbußen ließen sich jedoch nicht ausmachen. Erst bei einem Fall unter 55,32 US-Dollar würde sich die Situation merklich eintrüben. In diesem Fall wäre die Nackenlinie einer potenziellen Schulter-Kopf-Schulter-Formation durchbrochen worden, die ein rein rechnerisches Kursziel von rund 50 US-Dollar aufweise. Unterstützungen auf dem Weg in diese Region warteten in Form alter Hoch- und Tiefpunkte bei 54,62, bei 52,43 und bei 51,61 US-Dollar. Bei 52,85 US-Dollar verlaufe zudem der seit Dezember des letzten Jahres existierende Aufwärtstrend.
Technisch interessant bleibe die Ölpreisentwicklung. Der Stratege gibt an, bereits mehrfach auf den übergeordneten Konsolidierungscharakter auf hohem Niveau hingewiesen zu haben, wobei unterstellt worden sei, dass es innerhalb der Konsolidierungszone jeweils zur Ausbildung tertiärer Bewegungsimpulse komme. Aktuell lägen diese tertiären Bewegungsschübe sowohl im Brent Crude Oil vor, als auch im Crude Oil Light Sweet. Beide Sorten hätten sich in den letzten Tagen in Richtung ihrer jeweils gültigen oberen Bereichsbegrenzung verteuert und näherten sich somit den Höchstkursen, welche bereits Anfang Juli zu sehen gewesen wären.