Meine Meinung gibt er nicht wider. Ich halte das eher für platten Wirtschaftspopulismus:
11.04.2001
EZB pfeift auf Europas Konjunktur
Die Fed hat gezeigt, wie Notenbanker arbeiten sollten, meint
Robert Lechner
Dass EZB-Präsident Wim Duisenberg die Forderung von
Finanzminister Karl-Heinz Grasser nach einer Zinssenkung
ignoriert, ist nachvollziehbar. Wenn der oberste Euro-Hüter aber
auch den Finanzministern Deutschlands, Belgiens und
Frankreichs einen Korb gibt, ist das überraschend. Zudem hat
der EZB-Gouverneur sämtliche Warnungen von
Wirtschaftsforschern und Unternehmern in der Eurozone ignoriert.
Für Europas Konjunktur ist die nicht erfolgte Zinssenkung der
EZB wegen der angeblich nach wie vor hohen Inflationsgefahr
eine düstere Nachricht.
Die Hoffnung auf ein solides BIP-Plus von rund drei Prozent
haben die Wirtschaftstreibenden ohnehin bereits aufgegeben.
Jetzt ist aber sogar der mickrige Rest vom erst drei Jahre alten
Aufschwung in Europa gefährdet. Ein Grund für die stockende
Wirtschaftsdynamik ist das Verhalten der EZB. Während
US-Notenbankchef Alan Greenspan kurz nach den ersten
Anzeichen einer harten Landung der amerikanischen Konjunktur
zu Jahresbeginn mit Zinssenkungen im Gesamtausmass von 1,5
Prozentpunkten begonnen hat, bleibt EZB-Präsident Duisenberg
stur.
Das Ergebnis ist die Kürzung sämtlicher Wachstumsprognosen
für die Eurozone um mindestens 0,5 Prozentpunkte für das
laufende Jahr.
Das Zaudern von Duisenberg bekommen die Europäer schon zu
spüren. Die grossen Wirtschaftsmächte der EU haben den
wirtschaftlichen Sinkflug eingeleitet. In Deutschland ist die
Arbeitslosigkeit im März zum dritten Mal in Folge gestiegen.
Damit wird der von ganz Europa ersehnte Konsumrausch der
Deutschen trotz massiver Senkung der Einkommensteuersätze
ausbleiben. In der zweitgrössten EU-Volkswirtschaft Frankreich
ist die Industrieproduktion zum ersten Mal seit Monaten zurück
gegangen und in Italien ist das Vertrauen der Unternehmer in die
Wirtschaft auf dem tiefsten Stand seit eineinhalb Jahren.
Angesichts dieser Fakten kann Fed-Chef Greenspan wieder ein
Mal stolz auf sich sein. Er hat gezeigt, wie Notenbanker auf
miese Konjunkturdaten im Idealfall reagieren sollten. Die
rechtzeitige Lockerung der Zinsschraube hat das Gespenst der
Rezession vertrieben, und die Vereinigten Staaten erwarten für
heuer ein Wirtschaftswachstum von immerhin 1,4 Prozent.
11.04.2001
EZB pfeift auf Europas Konjunktur
Die Fed hat gezeigt, wie Notenbanker arbeiten sollten, meint
Robert Lechner
Dass EZB-Präsident Wim Duisenberg die Forderung von
Finanzminister Karl-Heinz Grasser nach einer Zinssenkung
ignoriert, ist nachvollziehbar. Wenn der oberste Euro-Hüter aber
auch den Finanzministern Deutschlands, Belgiens und
Frankreichs einen Korb gibt, ist das überraschend. Zudem hat
der EZB-Gouverneur sämtliche Warnungen von
Wirtschaftsforschern und Unternehmern in der Eurozone ignoriert.
Für Europas Konjunktur ist die nicht erfolgte Zinssenkung der
EZB wegen der angeblich nach wie vor hohen Inflationsgefahr
eine düstere Nachricht.
Die Hoffnung auf ein solides BIP-Plus von rund drei Prozent
haben die Wirtschaftstreibenden ohnehin bereits aufgegeben.
Jetzt ist aber sogar der mickrige Rest vom erst drei Jahre alten
Aufschwung in Europa gefährdet. Ein Grund für die stockende
Wirtschaftsdynamik ist das Verhalten der EZB. Während
US-Notenbankchef Alan Greenspan kurz nach den ersten
Anzeichen einer harten Landung der amerikanischen Konjunktur
zu Jahresbeginn mit Zinssenkungen im Gesamtausmass von 1,5
Prozentpunkten begonnen hat, bleibt EZB-Präsident Duisenberg
stur.
Das Ergebnis ist die Kürzung sämtlicher Wachstumsprognosen
für die Eurozone um mindestens 0,5 Prozentpunkte für das
laufende Jahr.
Das Zaudern von Duisenberg bekommen die Europäer schon zu
spüren. Die grossen Wirtschaftsmächte der EU haben den
wirtschaftlichen Sinkflug eingeleitet. In Deutschland ist die
Arbeitslosigkeit im März zum dritten Mal in Folge gestiegen.
Damit wird der von ganz Europa ersehnte Konsumrausch der
Deutschen trotz massiver Senkung der Einkommensteuersätze
ausbleiben. In der zweitgrössten EU-Volkswirtschaft Frankreich
ist die Industrieproduktion zum ersten Mal seit Monaten zurück
gegangen und in Italien ist das Vertrauen der Unternehmer in die
Wirtschaft auf dem tiefsten Stand seit eineinhalb Jahren.
Angesichts dieser Fakten kann Fed-Chef Greenspan wieder ein
Mal stolz auf sich sein. Er hat gezeigt, wie Notenbanker auf
miese Konjunkturdaten im Idealfall reagieren sollten. Die
rechtzeitige Lockerung der Zinsschraube hat das Gespenst der
Rezession vertrieben, und die Vereinigten Staaten erwarten für
heuer ein Wirtschaftswachstum von immerhin 1,4 Prozent.