Ähnlich Aussichtsreich wie SGL,
meine alten Lieblinge noch lange nicht aus der Mode.
Nur früher kaufen wäre natürlich günstiger gewesen,
und mit weniger Rückschlagpotenzial.
Bankhaus Lampe - Norddeutsche Affinerie kaufen
12:55 06.02.07
Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Der Analyst vom Bankhaus Lampe, Roland Könen, verleiht der Norddeutschen Affinerie-Aktie (ISIN
DE0006766504/ WKN
676650) nach wie vor das Rating "kaufen".
Die Norddeutsche Affinerie sei der größte Kupferproduzent Europas und zudem der weltgrößte Kupferrecycler. Im Bereich der Kathodenproduktion verfüge die Gesellschaft über einen Marktanteil in Europa von 22% und sei damit neben KGHM führend. In der Produktion von Gießwalzdraht belege der Konzern in Europa mit 15% den zweiten Platz, wohingegen die Norddeutsche Affinerie bei den Stranggussformaten mit einem Anteil von 50% eindeutiger Marktführer sei.
Die Norddeutsche Affinerie habe in der letzten Woche die endgültigen Geschäftszahlen 2005/06 (30.9.) sowie die Daten für das erste Quartal 2006/07 bekannt gegeben und diese sowie den weiteren Ausblick und die aktuellen Rahmenbedingungen im Rahmen einer Analystenkonferenz näher erläutert. Angesichts der Tatsache, dass die Gesellschaft bereits Mitte Dezember vorläufige Daten für das abgelaufene Geschäftsjahr berichtet habe, hätten die nun publizierten Zahlen keine Überraschungen beinhaltet. Wesentlich interessanter sei der Blick auf die Daten zum ersten Quartal 2006/07 gewesen, die deutlich über ihren Schätzungen, aber auch dem Konsens gelegen hätten.
Mit Blick auf die Segmente falle auf, dass die deutliche Ergebnisverbesserung in den ersten drei Monaten 2006/07 alleine aus der Kupfererzeugung (EBT: 30,4 Mio. Euro nach 11,9 Mio. Euro) erzielt worden sei. Ausschlaggebend für dieses außergewöhnlich gute Ergebnis seien zum einen der hohe Durchsatz in der Konzentratverarbeitung (278.000 t nach 211.000 t) sowie zum anderen die sehr auskömmlichen Schrottschmelzlöhne gewesen.
Die Kupferverarbeitung habe dagegen einen Rückgang des EBT verzeichnen müssen (9,6 Mio. Euro nach 10,4 Mio. Euro), was insbesondere auf die im Vorjahresvergleich noch niedrigere Kupferprämie (105 USD/t ggü. 115 USD/t pro Kathode) zurückzuführen sei. Ab dem zweiten Quartal dieses Geschäftsjahres werde es hier einen gegenteiligen Effekt geben, da im Kalenderjahr 2007 die Prämie bei rund 125 USD/t (ggü. 105 USD/t in 2006) liegen werde.
Darüber hinaus habe der Konzern in den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres von der unverändert hohen Kapazitätsauslastung sowie der sehr guten Nachfrage auf der Produktseite (Gießwalzdraht, Strangguss, etc.) profitiert.
Auch nach dem sehr gut verlaufenden ersten Quartal halte sich das Management mit quantitativen Aussagen zur Guidance zurück. Die qualitativen Aussagen würden jedoch unverändert den Schluss zulassen, dass 2006/07 ein ebenfalls gutes Geschäftsjahr werden sollte. Mit Blick auf die kommenden Monate avisiere das Management weiterhin, dass in Bezug auf Akquisitionen und/oder größere interne Investitionen mit einem positiven News-flow zu rechnen sei.
Neben den positiven Trends wie konjunktureller Rückenwind, hoher Schmelzlöhne und Kupferprämien sowie global hoher Nachfrage nach Kupferprodukten etc., würden die gestiegenen Energiekosten sowie die aktuell leicht rückläufige kupferpreisbedingte Finanzbelastung aller Marktteilnehmer die Geschäftsentwicklung in den kommenden Monaten negativ beeinflussen.
Insgesamt würden die Analysten aber glauben, dass die positiven Einflussgrößen die negativen Effekte in Summe im laufenden Geschäftsjahr überkompensieren könnten. Ein Fragezeichen stehe sicherlich hinter dem dann folgenden Geschäftsjahr 2007/08, für das es Stand heute z. B. noch keinen Stromvertrag gebe. Aus diesem Grund hätten die Analysten in ihren Schätzungen, die man aktuell für das laufende Geschäftsjahr nach oben angepasst habe (EBT: 121 Mio. Euro nach 108 Mio. Euro), auch ein rückläufiges Vorsteuerergebnis (113 Mio. Euro nach 111 Mio. Euro) eingeplant.
Wenn die Gewinnschätzung je Aktie für 2007/08 mit 1,93 Euro über der 2006/07er-Zahl von 1,91 Euro liege, dann sei dies auf die gesunkene Steuerquote im Rahmen der Steuerreform zurückzuführen. Da jedoch hierzu noch keine abschließenden Gesetze verabschiedet worden seien, hätten die Analysten die Steuerquote für 2007/08 mit 35% eher konservativ angesetzt (unternehmenseigene Schätzung: 32%).
Die Perspektive sowie die Nachfrage nach den Produkten und Dienstleistungen der Gesellschaft würden sich für die Analysten weiterhin positiv darstellen. Man gehe dabei unverändert davon aus, dass die globale Nachfrage nach Kupferprodukten mittelfristig anhaltend hoch bleiben werde. Zudem würden Wachstumsimpulse bei einer weiteren konjunkturellen Erholung der Kernmärkte, insbesondere in Europa, bestehen. Die avisierte Internationalisierung bzw. mögliche Akquisitionen sollten die Gesellschaft auf eine noch breitere Basis stellen.
Nach der Überarbeitung ihrer Gewinnreihen hätten die Analysten auch ihre Bewertungsmodelle angepasst. Ihr Dividendenmodell zeige aktuell einen fairen Wert je Aktie von rund 25,50 Euro, während man in seinem Peer Group-Vergleich einen Wert von etwas über 28,00 Euro errechne.
Aus dem Mittelwert der beiden Bewertungsmodelle setzen die Analysten vom Bankhaus Lampe für die Norddeutsche Affinerie-Aktie ein neues Kursziel von 27,00 Euro und bekräftigen ihre Anlageempfehlung mit "kaufen". Zu beachten sei unverändert, dass der Kurs der Aktie teilweise die hohe Volatilität des Kupferpreises nachvollziehe, obwohl die Gesellschaft von der Höhe des Kupferpreises zu einem Großteil unabhängig sei. Die Dividendenrendite von aktuell rund 5% sollte das vorhandene Rückschlagspotenzial weiterhin begrenzen. (06.02.2007/ac/a/d)
Offenlegungstatbestand nach WpHG §34b: Das Wertpapierdienstleistungsunternehmen oder ein mit ihm verbundenes Unternehmen handeln regelmäßig in Aktien des analysierten Unternehmens.
Quelle: aktiencheck.de