NUR DIE DEMOKRATIE HAT VERLOREN !

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Nase:

NUR DIE DEMOKRATIE HAT VERLOREN !

2
13.12.00 21:23
Endlich haben die Amerikaner einen neuen Präsidenten gewählt. Oder besser
gesagt...gewählt bekommen. Wenn ich ehrlich sein soll, habe ich so eine
Wahl noch nie erlebt. Die USA sieht sich als DAS Musterland der Demokratie,
zwang und zwingt immer noch ihr System, das zugegebenerweise sehr verlockend
ist, anderen Staaten auf, rühmt sich als eines der ältesten demokratischen
Länder der Welt, aber das amerikanische Volk konnte diesmal keinen Prä-
sidenten wählen. Schlimmer noch : Das erste Mal in der langen und glor-
reichen Geschichte der USA hat nicht das Volk, sondern das Oberste Gericht
der USA den neuen Präsidenten gewählt. Hmm...ein Musterland der Demokratie ?
Trotzalledem ist wohl, wahrscheinlich und endlich George W. Bush der neue
Präsident der Vereinigten Staaten.
Im Grunde haben wir lange auf diesen Augenblick gewartet, besonders auch die
Börsen. Aber die ganze Erregung und die erwartete Rallye nach dem Bekannt-
werden des neuen Präsidenten haben sich, vorerst, in Luft aufgelöst.
Was eigentlich verständlich ist, denn eine Gewinnwarnung jagt die nächste,
gefolgt von einigen Umsatzwarnungen und einigen wenigen guten Zahlen und
Nachrichten. Vorher haben diese Veröffentlichungen anscheinend keinen Anleger interessiert und die Kurse der Aktien schossen
trotzdem in die Höhe,aber nun scheint wieder eine gewisse Realität in die Köpfe der Anleger zurückzukehren.
Der neue Präsident steht wohl nun fest, aber wie wird seine Politik aus-
sehen ?
Wird er sich mehr um die Old Economy oder New Economy kümmern ?
Was macht er mit dem Haushaltsüberschuss...rüstet er damit wieder auf,
baut er neue Atombomben, beginnt er einen neuen Krieg irgendwo im Nahen

Osten, oder baut er damit mehr Elektrische Stühle, weil seine in Texas
zu viel Strom verbrauchen ?
Fragen über Fragen, die viele Anleger zur Zeit verunsichern.
Sicher ist aber, dass die Zinsen gesenkt werden..sogar gesenkt werden
müssen. Der Ölpreis sinkt täglich, die Lager der Unternehmen sind voll,
die Preise sinken und so weiter und so weiter und so weiter...
Das ist aber auch das sicherste, was zur Zeit als sicher gelten kann.
Hmm..tja, was soll man davon denken ? Eigentlich gar nichts, denn meiner
Meinung nach hat das Oberste Gericht der USA einen Mann gewählt, der
ausser schielen eigentlich nichts kann. Moment...eines kann er sehr gut:
Unterschreiben, und zwar Todesurteile unterschreiben.
Bei diesen Wahlen hat die Demokratie in den USA zum ersten Mal verloren,
aber mit diesem Präsidenten wird Amerika verlieren. Das ist auch sicher...

Gruss
Nase
Antworten
Karlchen_I:

@Nase: Einige Antworten gibt es schon.....

 
13.12.00 21:46
1. Bush will die Steuern senken. Angesichts der zum Teil ziemlich heruntergekommenen öffentlichen Infrastruktur in Amiland halte ich nicht viel davon. Besser ist eine expansive Geldpolitik.

2. Für letztere wird schon Greenspan sorgen - der ist in ökonomischer Hinsicht ohnehin wichtiger als der Präsident. ( Vielleicht solte die Europäer den versuchen anzuwerben. Aber wahrscheinlich ist die Ablösesumme zu hoch. Stattdessen müssen wir wohl weiter mit einer Mannschaft ( EZB)spielen, die sich nur an der Verteidiung orientiert. Ab und zu kriegt sie einen Ball ins Tor, aber selbst wird sie keine Tore schießen, denn sie traut sich kaum über die Mittellinie).

3. Ein Problem wird der Papp-Cowboy gewiß in innenpolitscher, außenpolitischer und ökologischer Hinsicht sein. Aber da können wir ja mal abwarten. Ich schätze mal, daß die Ökologie in Amiland mehr und mehr ein Thema werden wird. Dafür sorgen schon die regelmäßigen Wirbelstürme. Selbst die früher ökologisch uninteressierten Engländer haben wegen Naturkatastrophen gelernt.
Ich habe heute überlegt, in Öko-Werte einzusteigen, weil mir der Verfall des Ölpreises nicht geheuer ist. Noch haben wir ein viel zu mildes Wetter, und die Amis haben in den letzten Jahren ihre Raffineriekapazitäten drastisch abgebaut. Die Läger sind beileibe noch nicht voll. Wenn es also kälter wird....

4. So weit her ist es mit der Demokratie in god's own country im übrigen auch nicht.
Antworten
Nase:

Hi Karlchen....

 
16.12.00 21:38
...mal sehen, ob Du recht hast.


Gruss
Nase
Antworten
heinzken:

Schorsch DoubleYou Büschchen

 
17.12.00 14:05
soll allerdings excellente Berater haben, denen er das regieren so ziemlich
überlässt und in einem seiner ersten Interviews nach der Entscheidung
zeigte er sich besorgt über die aktuelle Lage an den Finanzmärkten. Damit
kann er eigentlich nur dow und nasdaq gemeint haben, da seine geographische
Welt sehr beschränkt aussehen soll.
gruß heinzken
Antworten
Kicky:

Powell hat heute schon gedroht,dass im Irak

 
17.12.00 16:22
endlich durchgegriffen werden muss,laut Radio MDR.
Ich hoffe nur,dass wir uns nicht wieder an dem Unsinn in irgendeiner Form beteiligen müssen,und sei es nur finanziell.
Antworten
Reila:

Na und?

 
17.12.00 17:45
Ich bin mir nicht so sicher, ob wir den Amerikanern Nachhilfestunden in Demokratie geben sollten. Dazu passieren in diesem Land viel zu ungheuerliche Dinge. Spiegel oder Focus berichteten vor kurzem, wie hierzulande die gerade Regierenden die Wahlkreise nach ihren Interessen zuschneiden.
Die Bemerkungen zu Bush erinnern etwas an die seinerzeitigen Bewertungen über Ronald Reagan. Man muß ja nicht alles gut finden, was die so tun. Aber man stelle sich doch bitte einmal vor, die SPD wäre dort die letzten Jahrzehnte an der Macht gewesen. Dann würde der Generalsekretär aus Moskau heute vielleicht bis zum Rhein herrschen, weil es keine Schutzmacht gäbe. Der Balkan gehörte Serbien und der Irak wäre ständiges Mitglied im UN-Sicherheitsrat.
Immerhin hat Reagan mit seiner Steuerpolitik trotz Star-Wars die Grundlagen heutiger Prosperität geschaffen.
Was mich tröstet: Ganz egal mit welchem Präsidenten, die USA werden immer stärker und erfolgreicher sein als die kleinstaaterischen Kritiker in Europa.

R.
Antworten
Bronco:

Hallo Kicky,

 
18.12.00 09:35
wahrscheinlich liegst Du mit Deiner pessimistischen Vermutung goldrichtig. Nur, daß Deutschland von niemandem zu irgendwas gezwungen wird, sondern wie in Jugoslawien getreu dem Motto "Nie wieder Krieg ohne uns" wieder mit fliegenden Fahnen vorauseilen wird.
Antworten
DarkKnight:

DIE DEMOKRATIE HAT GEWONNEN:

 
18.12.00 09:55
Jetzt mal im Ernst: überall auf der Welt gibt es politische Systeme, die das Wahlvolk soweit wie möglich ausgrenzen (Mehrheitswahlrecht, 5% Hürde usw.). Warum? Weil nur zwei Dinge unendlich sind: der Kosmos und die Dummheit der Menschen. Jede Form von volksnaher Demokratie hat in Kriegen und Katastrophen geendet. Länder wie Italien sind seit Jahrzehnten unregierbar, bzw. es bilden sich seltsame Formen der Demokratieauffassung heraus. Die totale Vereinnahmung des Staates durch politische Parteien ist bei uns seit mind. 20 Jahren ein Faktum. Ist das Demokratie? Nein. GottseiDank.
Antworten
Sherlock:

Hi DarkNight, wunderbar gesagt. Mir kommt es so

 
18.12.00 10:08
vor, als ob sich bei uns die Mäuschen über den Elefanten aufregen, wenn wir über die USA herziehen. Die Amerikaner wird das wenig kümmern. Ein eigenes Volk mit seinen eigenen Spielregelen. Und vor allem: Ein Land, das versucht, seine Interessen wahrzunehmen, was man bei uns in Deutschland schon längst aufgegeben hat.
Bevor man hier in D über die USA schimpft, sollte man durchaus hier in Europa erstmal aufräumen. Da wird zum einen über das Wahlmännersystem gelästert, wie ungerecht das sei, da gibt es bei uns in Europa aber z.B. das Europaparlament, das wesentlich ungerechter ermittelt wird als der Präsident der USA (man mache sich nur mal klar, wie sich die Sitze auf die Bevölkerung in Europa verteilen). Italien hast Du schon erwähnt. Die Osteuropäer gehören auch in diese Kategorie und wie z.B. bei uns in Europa Eigentinteressen vor Gemeinschaftsinteresse stehen, hat man schön an den Franzosen beim EU-Gipfel beobachten können.
Diplomatie und Vertretung der Eigentinteressen sollten bei uns wieder geübt werden, bevor man sich auf das schwierige internationale Parkett wagt.
Ein Fischer ist doch ein armes kleines Würstchen im Vergleich zu einem Colin Powell.

Gruß Sherlock  
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