Donnerstag 18.Juli 2002
Hin und Her um Kanzlerdemo am Hügel
Nach einigem Überlegen und einer Erklärung des Oberbürgermeisters verlegt Junge Union Protest an den Hügelrand
BAYREUTH
Von Gert-Dieter Meier
Heute kommt der Kanzler. Um im Festspielhaus die "Walküre" ganz privat zu erleben. Gerhard Schröders Auffahrt wird begleitet von einer Demonstration der Jungen Union (JU). Nach einigem Hin und Her willigte der CSU-Nachwuchs schließlich ein, die Kanzlerdemo an den Rand des Hügels zu verlegen.
Bekanntgaben zu Beginn einer Stadtratssitzung sind selten und meist ein Indiz für etwas wichtiges. Gestern war's mal wieder so Weit. Oberbürgermeister Dr. Dieter Mronz gab eine große Erklärung zu einer kleinen Demonstration ab. Beantragt von der Jungen Union Bayreuth für den Eingangsbereich des Festspielhauses. Mronz an die Adresse des Stadtrats: "Hier handelt es sich um eine Aufkündigung der jahrzehntelangen bewährten Praxis, dass das Festspielhaus und sein unmittelbares Vorfeld aus der tagespolitischen Auseinandersetzung herausgehalten wurden: Dieser Konsens wurde bisher von allen politischen Kräften Bayreuths gegenüber allen politischen Mandatsträgern, die den Grünen Hügel besuchen, eingehalten." Der Festspielhügel sei stets eine "befriedete Bannmeile" gewesen.
Nun solle der Burgfriede "aus vordergründigem parteipolitischem Tageskalkül aufgegeben werden", so Mronz. Ausdrücklich betonte der OB, dass es nicht darum gehe, irgendjemand das verbriefte Recht zur Demonstration abzusprechen. Dafür aber gebe es unterhalb des Festspielparks und im gesamten Stadtgebiet Möglichkeiten zuhauf. Der Hügel aber müsse "allein dem Werke Richard Wagners vorbehalten" bleiben.
Alle Bemühungen, die Junge Union zum Einlenken zu bewegen, seien fehlgeschlagen. Deshalb die Erklärung. Verbunden mit der Bitte, den Hügel demofrei zu halten.
Oliver Junk, CSU-Stadtrat, JU-Kreisvorsitzender und Mitantragsteller in Sachen Kanzlerdemo, kündigte an, nach dem eindringlichen Appell von Mronz die Demo-Verlegung im erweiterten JU-Kreis zu beraten. Am späten Nachmittag sagte Junk gegenüber dem KURIER, dass sich die Antragsteller tatsächlich durchgerungen hätten, den Protest gegen Schröder und seine Politik an den Rand des Hügels zu verlegen. Die Argumente, so Junk, "sind nachvollziehbar". Es habe jedoch alle Beteiligten "sehr geärgert", dass die Stadt den CSU-Kreisvorsitzenden gebeten habe, die Nachwuchsorganisation zur Raison zu bringen, anstatt direkt auf die JU zuzugehen. Sich über Dritte maßregeln zu lassen, das habe er nicht nötig, so Junk.
Demonstrationen zu den Festspielen hat es schon öfters gegeben. 1993, als Michael Gorbatschow nach Bayreuth kam, flogen Eier. Die Junge Union demonstrierte 1999, beim Besuch des Bundeskulturbeauftragten Michael Naumann gegen die Kürzungen der Bundeszuschüsse für die Festspiele. Und die PDS rief im Jahre 2000 zur Demo gegen den Besuch der damaligen österreichischen Außenministerin Benita Maria Ferrero-Waldner auf. Mit Ausnahme des Eierwurfs fanden alle Demonstrationen jeweils am Rande des Hügels statt.
Hin und Her um Kanzlerdemo am Hügel
Nach einigem Überlegen und einer Erklärung des Oberbürgermeisters verlegt Junge Union Protest an den Hügelrand
BAYREUTH
Von Gert-Dieter Meier
Heute kommt der Kanzler. Um im Festspielhaus die "Walküre" ganz privat zu erleben. Gerhard Schröders Auffahrt wird begleitet von einer Demonstration der Jungen Union (JU). Nach einigem Hin und Her willigte der CSU-Nachwuchs schließlich ein, die Kanzlerdemo an den Rand des Hügels zu verlegen.
Bekanntgaben zu Beginn einer Stadtratssitzung sind selten und meist ein Indiz für etwas wichtiges. Gestern war's mal wieder so Weit. Oberbürgermeister Dr. Dieter Mronz gab eine große Erklärung zu einer kleinen Demonstration ab. Beantragt von der Jungen Union Bayreuth für den Eingangsbereich des Festspielhauses. Mronz an die Adresse des Stadtrats: "Hier handelt es sich um eine Aufkündigung der jahrzehntelangen bewährten Praxis, dass das Festspielhaus und sein unmittelbares Vorfeld aus der tagespolitischen Auseinandersetzung herausgehalten wurden: Dieser Konsens wurde bisher von allen politischen Kräften Bayreuths gegenüber allen politischen Mandatsträgern, die den Grünen Hügel besuchen, eingehalten." Der Festspielhügel sei stets eine "befriedete Bannmeile" gewesen.
Nun solle der Burgfriede "aus vordergründigem parteipolitischem Tageskalkül aufgegeben werden", so Mronz. Ausdrücklich betonte der OB, dass es nicht darum gehe, irgendjemand das verbriefte Recht zur Demonstration abzusprechen. Dafür aber gebe es unterhalb des Festspielparks und im gesamten Stadtgebiet Möglichkeiten zuhauf. Der Hügel aber müsse "allein dem Werke Richard Wagners vorbehalten" bleiben.
Alle Bemühungen, die Junge Union zum Einlenken zu bewegen, seien fehlgeschlagen. Deshalb die Erklärung. Verbunden mit der Bitte, den Hügel demofrei zu halten.
Oliver Junk, CSU-Stadtrat, JU-Kreisvorsitzender und Mitantragsteller in Sachen Kanzlerdemo, kündigte an, nach dem eindringlichen Appell von Mronz die Demo-Verlegung im erweiterten JU-Kreis zu beraten. Am späten Nachmittag sagte Junk gegenüber dem KURIER, dass sich die Antragsteller tatsächlich durchgerungen hätten, den Protest gegen Schröder und seine Politik an den Rand des Hügels zu verlegen. Die Argumente, so Junk, "sind nachvollziehbar". Es habe jedoch alle Beteiligten "sehr geärgert", dass die Stadt den CSU-Kreisvorsitzenden gebeten habe, die Nachwuchsorganisation zur Raison zu bringen, anstatt direkt auf die JU zuzugehen. Sich über Dritte maßregeln zu lassen, das habe er nicht nötig, so Junk.
Demonstrationen zu den Festspielen hat es schon öfters gegeben. 1993, als Michael Gorbatschow nach Bayreuth kam, flogen Eier. Die Junge Union demonstrierte 1999, beim Besuch des Bundeskulturbeauftragten Michael Naumann gegen die Kürzungen der Bundeszuschüsse für die Festspiele. Und die PDS rief im Jahre 2000 zur Demo gegen den Besuch der damaligen österreichischen Außenministerin Benita Maria Ferrero-Waldner auf. Mit Ausnahme des Eierwurfs fanden alle Demonstrationen jeweils am Rande des Hügels statt.