wundert mich bei der läppischen EBITA-Margenguidance nun wirklich nicht, dass hier Leerverkäufer ihr Glück versuchen:
Nordex EBITA-Margenguidance mindestens 7,5%
Vestas EBITA-Margenguidance mindestens 15% vor Sondereffekte
Dazu ist Vestas aktuell auch noch um rd. 10% günstiger beim KGV bewertet wie Nordex.
Derzeit kann nun wirklich kein Außenstehender auch nur ansatzweise erahnen/abschätzen wo es bezüglich Gewinne mit Nordex hingehen wird nach der lächerlichen EBITA-Margenguidance. Darum ist die Aktie auch abgestürzt und kann sich (kaum) erholen. Nicht mal das klasse Kursziel von 42 € von Goldman Sachs hat in die Aktie in Schwung gebracht. Solche Kursziele hätten noch vor den Vorabzahlen mit der sehr niedrigen EBIT-Marge von lediglich 4,2% inkl. Sondereffekt Rotorblatt oder vor der mehr als schwachen EBITA-Margenguidance, also nicht mal vor 2 Monaten, sicher geholfen.
Kein Außenstehender weiß doch wie hoch die Acciona-Übernahmekosten durch Banken, Berater, Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte sind (10, 20 oder sogar 30 Mio. €) und wie hoch die Integrationskosten im 1. Fusionsjahr sein werden (5, 10 oder 15 Mio. €). Hier geht es richtig um Geld und hier muss ganz dringend Klarheit/Transparenz rein und dafür kann nur Nordex selbst sorgen. Da hilft auch Otto Sydler nicht mit Versuchen wie ala "die Gewinnmargen sind eigentlich deutlich besser wie ausgewiesen".
Nordex muss meines Erachtens diese Übernahme Sondereffekte ganz seperat ausweisen, denn sonst kann man die Profitabilität und die ist nun mal mit das Wichtigste überhaupt um eine Aktie bewerten zu können, nicht abschätzen. So lange es hier von Nordex keine News gibt, so lange ist Nordex eigentlich eine Black Box mit einem EPS von nur 1 € oder 1,10 € oder doch 1,40 €. Die 1,40 € sind meine Schätzung, aber ohne Übernahme/Integrationskosten und Kosten für Schuldscheinausgabe.
Zumal Nordex ja schon deutlich bei der Profitabilität hinter der Konkurrenz hinter hinkt und das 2015er EPS mit 0,65 € mal mit Sicherheit nicht der Bringer war (aktuell 2015er KGV von 35 !!).
Dazu dann noch die großen Probleme mit den falsch verklebten Rotorblätter. Im Windpark "Blausäulenlinie" mit 3 N117 wurden im März alle 9 Rotorblätter ausgewechselt. Der nächste Windpark in dem die Rotorblätter gewechselt werden wird wohl der Windpark "Odelzhausen" sein mit 4 N117. Von weiteren 3 Windparks weiß ich, dass die Rotorblätter ebenfalls gewechselt werden müssen. Hier ist halt die Frage in weit reichen die Rückstellungen von knapp 40 Mio. €, die in 2015 gebildet wurden für den Rotorblätterwechsel (> 100 ??) wie auch für die Ausfallsentschädigung der betroffenen Windparkbetreiber. Hier soll aber offenbar der Lieferant dafür bezahlen. Da geht es dann auch noch um gut 5 Mio. €.
Jedenfalls wird diese Rotorblattgeschichte in diesem Jahr ganz schön auf die Cash Flows gehen wie auch die Übernahmekosten. Ob die Rotorblattgeschichte auch noch in diesem Jahr negative Auswirkungen auf die GuV hat keine Ahnung. Reichen die Rückstellungen aus dann Nicht, wenn die Rückstellungen nicht ausreichen, dann wird man das halt wie schon im letzten Jahr an den Gewinnen sehen.
Jetzt aber noch ein wenig erfreuliches. Die EnBW hat für 3 kleinere Windparks "Am Goldboden" und "Adelberg" und "Buchäcker") jeweils eine Genehmigung mit der N131/3300 beantragt:
www.stuttgarter-zeitung.de/...97ba-4172-8e09-e9b5356daee3.html
Das sind jetzt nicht die ganz großen Aufträge, aber wenn ich mir so anschaue wie viel Genehmigungsanträge in Deutschland derzeit mit der N131 am Laufen sind
- "Pattensen/Scharmbeck" (Niedersachsen) für die Stadtwerke Winsen, Hamburg Energie und WinEnergie & Orbis mit 11 N131/3300
- "Büdingen-Christinenhof" (Hessen) für ABO Wind mit 7 N131/3000
- "Wahlsdorf" (Brandenburg) für STEAG New Energies mit 6 N131/3000
- Holtwick" (Nordrhein-Westfalen) für die Projektgesellschaft Holtwicker Mark GmbH mit 4 N131/3300
- "Am Langenberg" (Rheinland-Pfalz) für die Stadtwerke Kaiserslautern mit 4 N131/3300
- "Bachhaupten" (Baden-Württemberg) für Ostwind mit 4 N131/3000
- "Tengen" (Baden-Württemberg) für die Solarcomplex AG mit 3 N131/3300
- "Cappeln" (Niedersachsen) für die Volksbank Essen mit 3 N131/3000
- "Rosendahl/Coesfeld" (Nordrhein-Westfalen) für die Windenergie Midlich GmbH & Co. KG mit 3 N131/3000
- "Verenafohren" (Baden-Württemberg) für die Genossenschaft Bürgerenergie Bodensee mit 3 N131
- "Kalkar-Hönnepel" (NRW) für die Stadtwerke Kalkar mit 3 N131
dann dürfte so ziemlich klar sein, dass die N131 ein ähnlicher Renner sein wird wie die N117. Alleine in diesem Jahr werden in Deutschland mindestens 46 N131 (14 wurden in diesem Jahr schon ans Stromnetz angehängt/weitere 32 sind derzeit im Bau) errichtet und weitere 30 in Finnland und für 2017 wurde auch schon mit einem Windpark mit 11 N131 mit dem Bau begonnen (33 MW - "Raitenbucher Forst" in Bayern für Ostwind).