"Bei den Turbinen- und Rotorherstellern bricht die Auftragslage ein, sie können ihre Fabriken nicht mehr auslasten", erklärt Dirk Briese. Der Windresearch-Experte prophezeit eine scharfe Konsolidierung: "Auch die Banken, Projektentwickler und andere Dienstleister stehen vor einem massiven Einbruch ihres Geschäfts."
"Wir werden in den nächsten zwei Jahren einen Einbruch beim Zubau neuer Windparks in Deutschland sehen - darauf müssen wir reagieren", sagte Nordex-Chef Blanco dem Handelsblatt. Der 47-Jährige schlägt die Beine in seinem Büro übereinander, nippt am Kaffee und erklärt, wie er das Vertrauen der Anleger wiedererlangen will.
Das Wichtigste: Die Kosten müssen runter - bis 2018 um 30 Millionen Euro. Dafür hat Blanco Nordex eine neue Struktur verordnet und die operativen Aktivitäten in drei Divisionen (Europa, Nordamerika, International) aufgeteilt. Zudem will er in den nächsten Monaten zwei neue Turbinen auf den Markt bringen und 150 Millionen Euro investieren - im Wesentlichen in neue Technologien und Produkte. Mit samtweicher Stimme ergänzt er aber, dass zudem schmerzhafte Einschnitte unumgänglich sind: "Wir müssen unsere Produktionskapazitäten in Europa anpassen", sagt Blanco. 60 Leiharbeiter im Rostocker Nordex-Stammwerk mussten bereits gehen. Jetzt droht ein Kahlschlag beim Stammpersonal.
"Ich werde tun, was nötig ist, um die Liquidität sicherzustellen, ohne dabei die nötigen Investitionen in die Zukunft zu gefährden", sagt Blanco."
www.handelsblatt.com/my/unternehmen/...cxfZbolat4wzULdm2cn-ap4