Herad in New York
Ich habe zwar wiederholt das Mantra „Don´t fight the FED“ an dieser Stelle erwähnt, trotzdem müssen wir uns gegenwärtig fragen, ob wir Mr. Alan Greenspan nicht kurzfristig zuviel aufbürden. Die letzte richtige Rezession begann in den USA 1990 und endete schnell, 1991 (weshalb dieser Wirtschaftsauf und -abschwung auch „V-shaped“ genannt wird). Damals senkte die FOMC die Fed-Funds-Rate von 9% (1990) bis auf 3% (1993). Es dauerte aber bis 1994 bis die Wirtschaft wieder für alle Beteiligten sichtbar wuchs. Diesmal stellt sich die Frage, ob Zinssenkungen wirklich die Ausgaben im Technologiebereich spürbar anheben können, oder ob diese Ausgaben nicht mehr von neuen Produkten oder neuerer/billigerer/schnellerer Technologie abhängig sind. In der „Vor-Internetzeit“ (für die neuen Aktienmärkte und Indizes „Prähistorisch“ ?!) lag der Anteil der Informationstechnologie am Wirtschaftswachstum und an den Investitionen bei ca. 5-10%. Nun sind es aber mindestens 30%. Funktioniert hier die „alte Geldpolitik“ in der neuen „Informationswirtschaft“ (New Economy = Techonomie).
Wir erinnern uns: Die Pesokrise von 1995 – die USA (Treasury Secretary Robert Rubin, nun Co-Chef der Citibank) bewältigten die Krise durch eine enorme Kreditgarantie an Mexiko, durch welche der US-Steuerzahler letztendlich satte Bereitstellungsprovisionen verbuchen konnten. Damals waren es aber die privaten Haushalte, welche durch ihre PC-Käufe die US-Wirtschaft auf Wachstumspfad hielten und den Grundstein für die nachfolgenden Investitionen in die Internetinfrastruktur vieler Firmen legten, welcher der US-Wirtschaft während der Rußland- und LongTermCapital-Krise Wachstum bescherte.
Nun haben wir es jedoch mit einer internen Krise zu tun. Alten Rezessionen ging eine Zeit des Wachstums und steigender Ertragsmargen voraus. Steigende Ertragsmargen blieben in den letzten Jahren aber aus, viele Internetfirmen verdienten nie Geld, sondern verbrannten nur das Geld ihrer Investoren (burnrate = eingenommenes Kapital durch Börsengang plus eigene Aktien im Bestand, dividiert durch Kosten = Zeit bis Kapital aufgebraucht). Aktien von Firmen mit positiver operativer Marge, positivem Cashflow und einer niedrigen Schuldenquote in Relation zum Eigenkapital, sollten so am Besten aus dieser wirtschaftlichen Talsohle herauskommen. Sie können Konkurrenten mit hoher Schuldenlast Marktanteile streitig machen und höhere Margen einfahren, wenn sich die Wirtschaft wieder auf einem soliden Expansionskurs befindet (morgen ein potentielles Beispiel).
So erinnern sich denn auch die Politiker in den USA gegenwärtig nur auszugsweise an die Rede von Alan Greenspan vor dem Kongreß, in dem er dem Bushplan zur Senkung von Steuern beipflichtete. Das diese aber in Schritten und abhängig von den tatsächlichen Haushaltsüberschüssen umgesetzt werden sollte, wird nirgends mehr erwähnt, auch von den Medien nicht. Jeder der jetzt warnt wird als Klassenkämpfer abgestempelt. Die Steuern sind zu hoch und der Kongreß und Senat würden Haushaltsüberschüsse sonst nur in Ausgabenprogramme stecken, welche als uneffektiv abgestempelt werden (der Hooverdamm, welcher Teile Kaliforniens und Nevadas mit Strom versorgt, kam aus einem solchen Programm, aber das ist ja egal, denn mein Strom kommt aus der Steckdose!). Ergo: „Ich will mein Geld wieder haben, und zwar sofort!“ Wenn da nicht noch das Staatsdefizit wäre, welches unter der Clintonadministration das erste Mal in über 50 Jahre verringert wurde. Jeder will „sein Geld“ wieder haben, also weniger Steuern zahlen. Daß das Staatsdefizit dem amerikanischen Bürger aber auch gehört und es nun so einfach an die nächste Generation weitergereicht wird, interessiert niemanden.
Nicht nur in Europa, auch in den USA tickt eine demographische Zeitbombe. Die nach dem zweiten Weltkrieg geborenen Generationen werden in den nächsten 20-30 Jahren in den Ruhestand eintreten und Social Security beziehen. Ein sogenanntes „entitlement program“. So bekommen die meisten zwar nur zwischen 40-50% ihres letzten Gehaltes (weit weniger als inDeutschland, auch nach der Rentenreform), es ist aber genug, daß das Congressional Budget Office schon jetzt auf explodierende Defizite ab (spätestens) 2030 aufmerksam macht. Demokratische Senatoren hatten denn auch den ehemaligen Kollegen von Mr. Greenspan, Robert Rubin, gebeten, mit dem FOMC-Chairman vor dessen Kongreßaussage zu telephonieren, was dieser auch tat. Rubin ist (trotz seines hohen Einkommens) der Meinung, Steuern für Wohlhabende sollten unterproportional zu denen mit niedrigen Einkommen gesenkt werden; restliche Überschüsse zur Schuldentilgung (niedrige Zinsen) des Staates genutzt werden. Greenspan aber betonte die Gunst der Stunde vor dem Kongreß nicht stark genug. Die New York Times berichtete in der vergangenen Woche, daß Mr.Greenspan bei einer Party der Kennedys (Demokraten) beklagte, nur die genehmen Teile seiner Rede würden in Washington in die Steuerdebatte einfließen. Wobei wir wieder bei der Wachstumsdebatte wären. Die Einkommensteuersenkungen werden zwar den Konsum unterstützen, was in einer Volkswirtschaft, welche zu über 60% vom privaten Konsum abhängt, unverzichtbar ist, bietet aber keine Investitionsanreize für die Wirtschaft. Sobald wir aber hören, daß steuerliche Abschreibungsmodelle für technologische Forschung und Investitionen neu überdacht werden, sollten wir eine sofortige positive Reaktion des NASDAQ erfahren. Bis dahin können wir uns weiter an Kleinigkeiten erfreuen und versuchen Aktien zu finden, welche im gegenwärtigen Umfeld langfristig unterbewertet sind.
Ich habe zwar wiederholt das Mantra „Don´t fight the FED“ an dieser Stelle erwähnt, trotzdem müssen wir uns gegenwärtig fragen, ob wir Mr. Alan Greenspan nicht kurzfristig zuviel aufbürden. Die letzte richtige Rezession begann in den USA 1990 und endete schnell, 1991 (weshalb dieser Wirtschaftsauf und -abschwung auch „V-shaped“ genannt wird). Damals senkte die FOMC die Fed-Funds-Rate von 9% (1990) bis auf 3% (1993). Es dauerte aber bis 1994 bis die Wirtschaft wieder für alle Beteiligten sichtbar wuchs. Diesmal stellt sich die Frage, ob Zinssenkungen wirklich die Ausgaben im Technologiebereich spürbar anheben können, oder ob diese Ausgaben nicht mehr von neuen Produkten oder neuerer/billigerer/schnellerer Technologie abhängig sind. In der „Vor-Internetzeit“ (für die neuen Aktienmärkte und Indizes „Prähistorisch“ ?!) lag der Anteil der Informationstechnologie am Wirtschaftswachstum und an den Investitionen bei ca. 5-10%. Nun sind es aber mindestens 30%. Funktioniert hier die „alte Geldpolitik“ in der neuen „Informationswirtschaft“ (New Economy = Techonomie).
Wir erinnern uns: Die Pesokrise von 1995 – die USA (Treasury Secretary Robert Rubin, nun Co-Chef der Citibank) bewältigten die Krise durch eine enorme Kreditgarantie an Mexiko, durch welche der US-Steuerzahler letztendlich satte Bereitstellungsprovisionen verbuchen konnten. Damals waren es aber die privaten Haushalte, welche durch ihre PC-Käufe die US-Wirtschaft auf Wachstumspfad hielten und den Grundstein für die nachfolgenden Investitionen in die Internetinfrastruktur vieler Firmen legten, welcher der US-Wirtschaft während der Rußland- und LongTermCapital-Krise Wachstum bescherte.
Nun haben wir es jedoch mit einer internen Krise zu tun. Alten Rezessionen ging eine Zeit des Wachstums und steigender Ertragsmargen voraus. Steigende Ertragsmargen blieben in den letzten Jahren aber aus, viele Internetfirmen verdienten nie Geld, sondern verbrannten nur das Geld ihrer Investoren (burnrate = eingenommenes Kapital durch Börsengang plus eigene Aktien im Bestand, dividiert durch Kosten = Zeit bis Kapital aufgebraucht). Aktien von Firmen mit positiver operativer Marge, positivem Cashflow und einer niedrigen Schuldenquote in Relation zum Eigenkapital, sollten so am Besten aus dieser wirtschaftlichen Talsohle herauskommen. Sie können Konkurrenten mit hoher Schuldenlast Marktanteile streitig machen und höhere Margen einfahren, wenn sich die Wirtschaft wieder auf einem soliden Expansionskurs befindet (morgen ein potentielles Beispiel).
So erinnern sich denn auch die Politiker in den USA gegenwärtig nur auszugsweise an die Rede von Alan Greenspan vor dem Kongreß, in dem er dem Bushplan zur Senkung von Steuern beipflichtete. Das diese aber in Schritten und abhängig von den tatsächlichen Haushaltsüberschüssen umgesetzt werden sollte, wird nirgends mehr erwähnt, auch von den Medien nicht. Jeder der jetzt warnt wird als Klassenkämpfer abgestempelt. Die Steuern sind zu hoch und der Kongreß und Senat würden Haushaltsüberschüsse sonst nur in Ausgabenprogramme stecken, welche als uneffektiv abgestempelt werden (der Hooverdamm, welcher Teile Kaliforniens und Nevadas mit Strom versorgt, kam aus einem solchen Programm, aber das ist ja egal, denn mein Strom kommt aus der Steckdose!). Ergo: „Ich will mein Geld wieder haben, und zwar sofort!“ Wenn da nicht noch das Staatsdefizit wäre, welches unter der Clintonadministration das erste Mal in über 50 Jahre verringert wurde. Jeder will „sein Geld“ wieder haben, also weniger Steuern zahlen. Daß das Staatsdefizit dem amerikanischen Bürger aber auch gehört und es nun so einfach an die nächste Generation weitergereicht wird, interessiert niemanden.
Nicht nur in Europa, auch in den USA tickt eine demographische Zeitbombe. Die nach dem zweiten Weltkrieg geborenen Generationen werden in den nächsten 20-30 Jahren in den Ruhestand eintreten und Social Security beziehen. Ein sogenanntes „entitlement program“. So bekommen die meisten zwar nur zwischen 40-50% ihres letzten Gehaltes (weit weniger als inDeutschland, auch nach der Rentenreform), es ist aber genug, daß das Congressional Budget Office schon jetzt auf explodierende Defizite ab (spätestens) 2030 aufmerksam macht. Demokratische Senatoren hatten denn auch den ehemaligen Kollegen von Mr. Greenspan, Robert Rubin, gebeten, mit dem FOMC-Chairman vor dessen Kongreßaussage zu telephonieren, was dieser auch tat. Rubin ist (trotz seines hohen Einkommens) der Meinung, Steuern für Wohlhabende sollten unterproportional zu denen mit niedrigen Einkommen gesenkt werden; restliche Überschüsse zur Schuldentilgung (niedrige Zinsen) des Staates genutzt werden. Greenspan aber betonte die Gunst der Stunde vor dem Kongreß nicht stark genug. Die New York Times berichtete in der vergangenen Woche, daß Mr.Greenspan bei einer Party der Kennedys (Demokraten) beklagte, nur die genehmen Teile seiner Rede würden in Washington in die Steuerdebatte einfließen. Wobei wir wieder bei der Wachstumsdebatte wären. Die Einkommensteuersenkungen werden zwar den Konsum unterstützen, was in einer Volkswirtschaft, welche zu über 60% vom privaten Konsum abhängt, unverzichtbar ist, bietet aber keine Investitionsanreize für die Wirtschaft. Sobald wir aber hören, daß steuerliche Abschreibungsmodelle für technologische Forschung und Investitionen neu überdacht werden, sollten wir eine sofortige positive Reaktion des NASDAQ erfahren. Bis dahin können wir uns weiter an Kleinigkeiten erfreuen und versuchen Aktien zu finden, welche im gegenwärtigen Umfeld langfristig unterbewertet sind.