Von Thorsten Kramer, Hamburg
Weil gegen Biodata und Lobster das Insolvenzverfahren läuft, nimmt die Deutsche Börse die Aktien der Unternehmen am Neuen Markt von der Kursliste. Letzter Handelstag für beide ist der 27. März. Der Wechsel an den Geregelten Markt bleibt davon unberührt.
Die Delistingregeln der Börse für den Neuen Markt kennen kein Pardon: Aktien von Unternehmen, über deren Vermögen das Insolvenzverfahren eröffnet wurde, werden seit dem 1. Oktober des vergangenen Jahres rigoros aus dem Nemax entfernt. Gleiches gilt für diejenigen Firmen, deren Aktien längere Zeit unter einem Euro gehandelt werden und deren Marktkapitalisierung dauerhaft unter 20 Mio. Euro liegt.
Seit dem 1. Oktober haben schon 23 Unternehmen den Neuen Markt verlassen. Aktuell werden noch 319 Werte geführt. In diesem Jahr wurden vor Biodata und Lobster neun Titel vom Neuen Markt gestrichen. Brainpool wurde durch Viva übernommen, Brokat, Ejay und Micrologica mussten das Segment auf Entscheidung der Börse verlassen. Fünf weitere Werte - Saltus, Trius, Kinowelt, Aeco und Camelot - kamen dem Verweis zuvor und stellten selbst den Antrag auf einen Segmentwechsel.
Sie entsprechen damit einem Wunsch der Deutschen Börse. Der freiwillige Rückzug liege im Interesse der Aktionäre, weil bei den betroffenen Firmen den Kosten für Betreuung, regelmäßige Geschäftsberichterstattung und Analystenveranstaltungen kein adäquater Nutzen gegenüber stehe, sagte Candice Adam, Sprecherin der Börse.
Den Unternehmen, die freiwillig das Feld räumen, steht der Weg an den Geregelten Markt frei. Dieses Marktsegment ist durch geringere Auflagen gekennzeichnet. Bei der Zulassung müssen die Unternehmen einen aktuellen Geschäftsbericht vorlegen, und ihre Aktien müssen einen Gesamtnennbetrag von mindestens rund 255.645 Euro haben. Die Pflicht, alle drei Monate einen Geschäftsbericht zu veröffentlichen und zwei Betreuer zu stellen, gibt es aber nicht.
© 2002 Financial Times Deutschland
Weil gegen Biodata und Lobster das Insolvenzverfahren läuft, nimmt die Deutsche Börse die Aktien der Unternehmen am Neuen Markt von der Kursliste. Letzter Handelstag für beide ist der 27. März. Der Wechsel an den Geregelten Markt bleibt davon unberührt.
Die Delistingregeln der Börse für den Neuen Markt kennen kein Pardon: Aktien von Unternehmen, über deren Vermögen das Insolvenzverfahren eröffnet wurde, werden seit dem 1. Oktober des vergangenen Jahres rigoros aus dem Nemax entfernt. Gleiches gilt für diejenigen Firmen, deren Aktien längere Zeit unter einem Euro gehandelt werden und deren Marktkapitalisierung dauerhaft unter 20 Mio. Euro liegt.
Seit dem 1. Oktober haben schon 23 Unternehmen den Neuen Markt verlassen. Aktuell werden noch 319 Werte geführt. In diesem Jahr wurden vor Biodata und Lobster neun Titel vom Neuen Markt gestrichen. Brainpool wurde durch Viva übernommen, Brokat, Ejay und Micrologica mussten das Segment auf Entscheidung der Börse verlassen. Fünf weitere Werte - Saltus, Trius, Kinowelt, Aeco und Camelot - kamen dem Verweis zuvor und stellten selbst den Antrag auf einen Segmentwechsel.
Sie entsprechen damit einem Wunsch der Deutschen Börse. Der freiwillige Rückzug liege im Interesse der Aktionäre, weil bei den betroffenen Firmen den Kosten für Betreuung, regelmäßige Geschäftsberichterstattung und Analystenveranstaltungen kein adäquater Nutzen gegenüber stehe, sagte Candice Adam, Sprecherin der Börse.
Den Unternehmen, die freiwillig das Feld räumen, steht der Weg an den Geregelten Markt frei. Dieses Marktsegment ist durch geringere Auflagen gekennzeichnet. Bei der Zulassung müssen die Unternehmen einen aktuellen Geschäftsbericht vorlegen, und ihre Aktien müssen einen Gesamtnennbetrag von mindestens rund 255.645 Euro haben. Die Pflicht, alle drei Monate einen Geschäftsbericht zu veröffentlichen und zwei Betreuer zu stellen, gibt es aber nicht.
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