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Meldung des Tages: J.P. Morgan sieht 5.000–6.000 US-Dollar Gold!!!

Nicht in die Euro-Bullenfalle laufen


Beiträge: 44
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Libuda:

Nicht in die Euro-Bullenfalle laufen

16
25.11.06 12:28
die diesmal von Morgan Stanley gespannt wurde. Investmentbanken können bei kaum volatilen Kursen nichts verdienen, deshalb versuchen die momentan "an den Strommasten zu wackeln"  bzw. "ein gleichzeitiges Hüpfen auf der Brücke zu erzeugen" um die Währungswelt für sie ertragssteigernd in Unruhe zu setzen. Dabei hofft man auf Zulauf von ökonomischen Idioten, mit denen es wie folgt Klick gemacht hat: Stagnierende bzw sinkende US-Zinsen = Euroanstieg. Das ist dieser Verabsolutierung Schwachsinn.

Denn mit niedrigen US-Zinsen geht weniger Konsum wegen leicht abgeschwächter US-Konjunktur einher - und daher weniger US-Importe und höhere US-Exporte. Und das hilft bekanntlich das Leistungsbilanzdefizit abzubauen, das vor kurzem noch bei den Kassandras im Mittelpunkt stand.

Dass der langfristige Eurokurs durch die Kaufkraftparitäten bestimmt wird sollte auch nicht vergessen werden - die dürfte zwischen 1,08 und 1,12 liegen. Vieles was gegen den Dollarkurs spricht, ist also in der momentanen Abweichung von der Kaufkraftparität schon enthalten - meines Erachtens schon zuviel. Daher auch meine Argumentation mit der Bullenfalle - die jetzige Aufwärtsbewegung kann also nur ein Strohfeuer sein, Opas letzte Nummer sozusagen.

Selbst das mit dem Zinsargument ist nicht so eindeutig wie in der Baumschule bei Prof. Ast, wo so manche Zeitungsschmierer einige Sylvester studiert zu haben scheinen: Sinkende Kapitalmarktzinsen führen zu Kursgewinnen bei Festverzinslichen und sind somit ein Argument in den Dollarraum zu gehen.

Und insbesondere, wenn uns Morgan Stanley einen erzählen will, sollte man sehr vorsichtig sein. Der eine oder andere wird sich daran erinnern, wie ihn ein gewisser Stephen Roach, der sich dort Chefökonom schimpft und neuerdings manchmal im Handelsblatt dilettantieren darf, ihn um viel Geld gebracht hat, weil dieser ökonomische Super-Schwachkopf seit dem Frühhahr 2003 bei einem DAX-Stand von 2.300 permanent nur vom Weltuntergang redet und er dummerweise auf diese idiotische Gesabbel gehört hat.
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Libuda:

Dollar fällt nur, wenn Herr Barnanke pfeift.

 
25.11.06 20:43
Mit dem Dollar ist es wie beim Abseits im Fußball - die einzige Abseitsregel, die immer stimmt, lautet bekanntlich: "Abseits ist, wenn der Schiedsrichter pfeift." Und daher hast gilt in the short run, dass die Amis den Euro-Kurs bzw. Dollar-Kurs machen. Denn die kurzfristig einzige gültige Wechselkurstheorie lautet: "Der Dollar-Kurs liegt dort, wo in Mr. Barnanke haben will." Man muss also nicht nur FED-Watcher in Sachen Geldpolitik, sondern auch in Sachen Währungspolitik sein. Mit Sicherheit will Mr. Barnanke nicht einen Eurokurs von 1,50 - und das zeigt wieder einmal, welche Idioten bei Dresdner Kleinworth Wasserstein beschäftigt werden, die dieses Kursziel ausgeben. Welches Licht auf die Allianz-Führung fällt, die derartigen Idioten, die seit Jahren nur Schwachsinn verzapfen und viele Kunden um ihre Kohle gebracht haben, nicht schon längst gefeuert haben, steht auf einem anderen Blatt.Was will aber Mr. Barnanke? Mit Sicherheit keinen Wechselkurs über 1,30 - denn dann bekäme er ein Inflationsproblem. Und die Arbeitslosenquote in den USA liegt momentan auf einem extrem niedrigen Stand - das heißt Mr. Barnanke ist für 1,25 und wenn das Leistungskursbilanzdefizit wie momentan stagniert eher für 1,20. Denn was viele immer noch nicht kapiert haben, ist die Tatsache, dass jeder Kurs über der Kaufkraftparität auf lange Sicht das Leistungsbilanzdefizit zurückführt - auch wenn der "Bremsweg" sehr lang ist, fünf bis zehn Jahre dauern kann. Die Investitionen, die man damals bei 0,80 in Europa getätigt hat, reißt man ja nicht ab und baut sie in den USA wieder auf und auch die Absicherung von zukünftigen Dollarerlösen per Termingeschäften verlängert den Bremsweg. Aber wenn die Ersatzinvestitionen kommen, dann sieht die Lage anders aus - und da sind wir momentan mitten drin.
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Libuda:

Das Muster für die Abzocke von Morgan Stanley

2
26.11.06 10:27
und anderer Bängster ist simpel: Man hat Euro vorgekauft und jetzt werden mittels einer gigantischen Propagandamaschine die kleinen privaten Dummköpfe in Optionsscheine und andere Produkte hineingejagt, an denen die Bängstergang klotzig verdient und man sich glattstellen kann. Das alles läuft unter Mithilfe einer mit Anzeigen für Finanzprodukte gekauften verkommenen Journallie, wobei Euro am Sonntag ein besonders abartiges Beispiel ist, weil es dort in extrem unseriöser und undanständiger Ausprägung zu keiner Trennung von Redaktionellem und Werbung kommt.
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Anti Lemming:

Hier noch ein weiterer Kommentar

 
26.11.06 10:51
des Devisenprofis Marc Chandler, der ebenfalls von einer "Überreaktion" spricht:

http://www.ariva.de/board/255969#jump2931092
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Stöffen:

The Flight of Helicopter Ben

5
26.11.06 10:52
Der Notenbankchef Bernhard Bernanke, auch gern "Helicopter Ben" genannt – ist das nicht derjenige, der allen Ernstes vorgeschlagen hat, Geldbündel aus Hubschraubern abzuwerfen um die Kaufkraft der Leute zu fördern

und auch folgenden Ausspruch getätigt hat

"Die US-Regierung besitzt eine Technologie, Druckerpresse genannt, die ihr die Produktion von so vielen Dollars erlaubt, wie sie wünscht und das fast ohne Kosten."

Die Aussage

"Die einzige gültige Wechselkurstheorie ist die,
dass der Dollar-Kurs dort liegt, wo ihn Mr. Bernanke haben will"
  

kommt wahrscheinlich aus der Matchi – Sprache und bedeutet soviel wie

„Begrab‘ dein Zaster an der Biegung der Theke“

Geflissentlich wird übersehen, dass die USA mittlerweile eine Schuldner- und keine Gläubigernation ist. Nur so kann sich die USA z.B. derartig hohe Militärausgaben leisten.

Die „wohlwollende“, auf Pump gebaute Hegemonie Amerikas, ist zur Gänze vom wirtschaftlichen Wunschdenken geprägt. Bereits 2004 hat der strikt konservative und amerikanisch dominierte IWF geschätzt, dass die Nettoauslandsverschuldung der USA bald 40 % seiner Wirtschaftkraft entsprechen.

Da drängt sich eigentlich nur noch die Frage auf :

Wie lange können die Vereinigten Staaten so weitermachen, bevor ihre Gläubiger beschließen, ihnen endlich Manieren beizubringen ?

Gruß + Stöffen
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Libuda:

Verarsche mit Deinen dümmlichen, verlogenen

2
26.11.06 11:27
und gelogenen Sozialkundelehrersprüchen, die ohne jegliche ökonomische Substanz sind, nicht auch noch die Leser dieses Boards. Es ist schon viel zu viel, wenn Du diesen Unsinn Deinen armen Schülerinnen und Schülern vorsetzt - bei so viel Verbogenheit muss man sich über den in Deutschland oft anzutreffenden ökonomischen Schwach- und Flachsinn nicht wundern.
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Reinerzufall:

*gg* o. T.

 
26.11.06 11:34
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Stöffen:

Die Sonne der Kultur

2
26.11.06 11:55
Dort wo die Sonne der Kultur tiefsteht, werfen selbst Zwerge lange Schatten.

Gruß + Stöffen
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Libuda:

Ehe man mit dummen Sprüchen leeres Stroh

 
26.11.06 12:06
drischt wie Stöffen, sollte man sich lieber mit der Saldenmechanik der Zahlungsbilanz beschäftigen. Denn würde man auch nicht den Blödsinn von schwachsinnigen Ideologen nachäffen, die Kapitalzuflüsse in ein anderes Land als Schulden bezeichnen. Kapital fließt in Länder, die hohe Investitionschancen bietet, wo z.B. aus dem Stand Firmen wie Google entstehen, die inzwischen 130 Milliarden Dollar wert sind. Dass nicht nur Amis  Aktien von Google besitzen wollen, sondern auch Einheimische aus Ostfriesland, Oberbayern, Italien, Japan, Kasachstan und den Fidschi-Inseln ist eigentlich leicht zu kapieren. Und dass ein Büro- oder Wohngebäude in Manhattan stärker bei den Olscheichs gefragt ist als gleiches in Cottbus, wo sie zusätzlich noch von Glatzköpfen eine über die Rübe bekommen, dürfte wohl auch einleuchten.

Und jetzt kommt die Saldenmechanik der Zahlungsbilanz ins Spiel: Kapitalexporten, die ein Land mit hohen Renditeschancen, einem sicheren Rechtssystem und Eigentumsgarantien von ausgeprägter Güte anzieht, müssen nach den Gesetzmäßigkeiten der Saldenmechanik der Zahlungsbilanz Leistungsbilanzdefizite gegenüberstehen. Leistungsbilanzüberschüsse haben Länder, die eben nicht genügend Investitionschancen zu bieten haben - Japan ist ein klassisches Beispiel dafür. Und mit dem auswandernden Kapital ist bei diesen Ländern nach den Gesetzen der Saldenmechanik ein Leistungsbilanzüberschuss verknüpft.
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gamblelv:

@Libuda

 
26.11.06 13:10
Du hörst dich an wie ein Investor der auf dem falschen Fuß erwischt wurde und nun einen Schuldigen sucht.
Stöffen hat lediglich Zitate eingestellt, wieso so agressiv?

mfg
Antworten
Libuda:

Weil er nur unbegründetes seichtes

 
26.11.06 15:16
Geschwätz liefert und nichts ökomomisch begründet.

Das kann er auf einem Küchenweiber/-männer-Board oder einem Esoterik-Board posten - aber nicht hier.
Antworten
nasgul:

Saldenmechanik

 
26.11.06 16:48
Schönes Wort und ich frage mich gelegentlich, wer beständig die Muße hat derartig geistreiche Wortschöpfungen zu kreieren? Sind es die, welche bisher dreizehn Jahre die Schulbank drücken mussten, um dann eine dieser mit überflüssigem Müll überfrachteten Richtungen mit dem Anhang "wirtschaft" studieren zu dürfen oder sind es eher die, welche aus allen möglichen Richtungen herbeiströmen, um im Umfeld der Wertschöpfung ihre geistigen Ausdünstungen zu verströmen. Eigentlich egal und wie dem auch sei, wäre da nicht die Erkenntnis, dass es gerade die s.g. qualifizierten Wirtschaftsfachleute in meinem privaten Umfeld sind, die mit ihren ach so begründeten und stichhaltigen Analysen beständig Schiffbruch erleiden und zumindest mit ihrem Engagement an den Kaptitalmärkten überproportional oft und regelmäßig auf der Verliererseite stehen.
Antworten
Anti Lemming:

Der Markt ist "aggressiv" unlogisch

3
26.11.06 17:07
Ich habe den Verdacht, dass an den Finanzmärkten zurzeit "Schelme" Geld verdienen, die mit starker Finanzkraft (Hebelwirkung von Derivaten) grundsätzlich gegen alles halten, was nach herkömmlicher wirtschaftlicher Analyse vernünftig ist.

Die "Logiker" - also auch die Wirtschaftsexperten (# 12) - ziehen alle Register von Quanten- bis Saldenmechanik. Sie sagen damit "folgerichtig" und "unumstößlich" die zukünftige Entwicklung voraus und positionieren sich entsprechend, ihre Positionierung wird u. a. im Put/Call-Verhältnis sichtbar. Nun kommen die "Big Boyz" und halten mit der geballten Marktmacht ihrer Derivate stur dagegen, bis die Logiker verzweifelt kapitulieren.

Genau deshalb ist die Börse "unlogisch". Logik wird mit Geldstrafen belegt.
Antworten
Malko07:

Die Börse war immer schon

2
26.11.06 17:12
"unlogisch". Nur für kurze überraschende Momente entspricht sie den Fundamentaldaten. Besonders "komisch" geht es bei den Devisen zu. Deshalb spiele ich lieber auf der Spielbank als mit Devisen.  
Antworten
Libuda:

Börsen sind immer nur auf kürzere Sicht unlogisch

 
26.11.06 18:43
allerdings ist diese kürzere Sicht auf den einzelnen Märkten unterschiedlich lang - und auf den Devisenmärkt, da hast du recht, Malko, besonders lang. Daher habe ich wie Du auch noch nie ausschließlich mit Devisen spekuliert. Allerdings ist manchmal erforderlich, auch bei anderen Anlagen Devisenkurse mit ins Kalkül zu ziehen, z.B. bei US-Aktien. Wenn hier der Anlagezeitraum lang genug ist - und das sollte er bei einem Investor sein (von Zocken halte ich nichts, von technischer Analyse entsprechend auch nichts - sodass viele jetzt schon nicht mehr weiterlesen müssen)- kann man durchaus auch hier mit rationalem Kalkül an die Sache herangehen. Ich habe beispielsweise nicht vor, in diesem Jahr und auch nicht in 2007, vermutlich auch nicht in 2008 aus meinen Dollarwerten auszusteigen. Und für ein derartiges Zeitfenster kann man sogar für die Devisenkurse, den verrücktesten Markt überhaupt, bestimmte Prognosen machen. Die simpelste These ist: Liegt der Euro-Kurs über seiner Kaufkraftparität, wirken Kräfte, die ihn einem von keinem vorhersagbaren Zeitraum wieder dorthin bringen. Liegt also der Euro-Kurs wie momentan weit über der Kaufkraftparität, kann man bei US-Aktien bei dem oben von mir beschriebenen Anlagehorizont neben Kursgewinnen in US-Dollar mit zusätzlichen Währungsgewinnen rechnen. Das war bei einem Eurokurs von 0,80 vor Jahren ganz anders; hier mussten die Chancen mit einem Dollar-Wert schon extrem gut sein, um das langfristig drohende Risiko von Währungsverlusten auszugleichen.

Für Zocker ist allerdings, da liegen die drei letzten Beiträge richtig, die Kursentwicklung bei Devisen kaum vorherzusehen. Bei Ziegelsteinen wissen wir, dass sie sich nicht allzu sehr von Produktionskosten entfernen können. Werden Ziegelsteine teurer, werden mehr hergestellt und wir nähern uns wieder den Produktionskosten. Bei Aktien ist das schon etwas schwieriger; nach dem Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften James Tobin stellen die Wiederbeschaffungskosten eines Unternehmens, das Q, seinen richtigen Wert dar. Aber es leicht einzusehen, dass man von einem Dachziegel die Produktionskosten leichter ermitteln kann als die Wiederbeschaffungskosten von einem Unternehmen. Als man die noch teilweise aus der Bilanz ablesen konnte und z.B. noch einmal den gleichen Wert oder mehr oder weniger für die Organisation, Stille Reserven, Marken, Forschung usw. draufschlug, war auch das noch einigermaßen leistbar - und wenn man das dann noch mit dem Ertragswert gegencheckte, der die zukünftigen Erlöse berücksichtigte, man war zwar auch noch unsicher - man hatte aber schon einmal einen Pflock eingeschlagen. Bei Werten wie etwa Google ist das aber schon schwerer, denn aus der Bilanz kann man nichts mehr ablesen und bei zukünftigen Gewinnentwicklung muss man das zukünftige Gewinnwachstum ablesen, was sehr schwierig ist. Dass ich wohl der energischste Verfechter eines Google-Engagments bei deren Börsengang war, dürfte ja den Lesern deutscher Aktien-Boards noch bekannt sein - aber ich bin eben auch schon bei 180 Dollar ausgestiegen, weil auch ein geborener Optimist sich nicht jedes Gewinnwachstum vorstellen kann. Ähnlich schwierig wie mit Google-Aktien ist es mit Wechselkursen - auf kurze Sicht geht fast nichts in Sachen Prognosen, aber auf lange Sicht schon, denn die Kaufkraftparität ist ein Anker, zu dem bisher jede Währung wieder zurückgehkehrt ist. Wie lange das jeweils dauert - das weiß keiner.
Antworten
Hobbypirat:

Mit Derivaten kann man nicht manipulieren

 
26.11.06 19:06
Man muss schon das Underlying "bearbeiten".
IMO
Antworten
Anti Lemming:

Libuda - Kaufpreisparität

 
26.11.06 19:24
Das ist auch die Grundlage meiner beiden Dollar-Long-Threads. Den ersten hab ich vor zwei Jahren beim Kurs von EUR/USD 1,3450 aufgemacht (und dabei auch gleich Dollars gekauft). Das war profitabel, weil ich vor einem Jahr bei 1,22 wieder ausgestiegen bin. Normalerweise bin ich bei Devisen auch sehr langfristig investiert - über Zeiträume von fünf Jahre und mehr. In diesem Fall war die Gewinnmitnahme aber vorteilhaft, weil der Dollar jetzt schon wieder über 1,30 steht.

Was mir hinsichtlich der Kaufpreisparität in letzter Zeit Sorge macht, ist die stärkere Inflation in USA, die sich langfristig auch in einem Anstieg der Kaufpreisparität (zurzeit ca. 1,10) manifestieren müsste. USA veröffentlicht Daten zur Geldmenge M3 nicht mehr, gleichzeitig werden immer mehr Dollars gedruckt. China hält bereits über 1 Billion Dollars, Russland 270 Milliarden. Kaufpreisparität ist meines Erachtens nicht garantiert, wenn die Inflation zwischen zwei Währungen stark differiert.

Ohnehin kann man beobachten, dass auch die Kaufpreisparität EUR/USD keine "Gerade" ist, sondern ein Chart - der ganz sanft zuungunsten des Dollars ansteigt. Verglichen mit dem weitaus hektischerem und volatilerem Devisenmarkt kann man die Kaufpreisparität über Zeiträume von bis zu 5 Jahren allerdings näherungsweise als "Konstante" annehmen.
Antworten
permanent:

Die ersten Börsen haben den Montagshandel

 
26.11.06 19:32
eröffnet, der Dollarabverkauf geht zunächst weiter.



Gruß

Permanent
Antworten
Malko07:

Auf mittlere Sicht wird der

3
26.11.06 19:43
$ weiter an Wert verlieren, so wie die vergangenen Jahrzehnte. Wobei, schaut man die Vergangenheit an, das unter hoher Volatilität passiert.:

home.arcor.de/charts/html/usd.html target=_blank rel="nofollow">siehe Langfristchart  DM/€ - $

Dabei kann auch die Kaufkraftparität über ein Jahrzehnt daneben liegen. Die negative Leistungsbilanz wird auf jeden Fall für eine höhere Inflation in den USA sorgen. Der längerfristige Trend ist klar - der Zeitpunkt verdammt ungewiss. Timen möchte ich da nichts.
Antworten
Libuda:

Wenn man den Langfristchart betrachtet

 
26.11.06 21:54
spiegeln sich darin die Inflationsdifferenzen wieder. Die Inflation war in den USA in den letzten 30 Jahren in den USA sehr viel höher als im Euroraum und entsprechend hat der Dollar gegenüber der DM an Wert verloren. Das würde auch gegenüber dem Euro so weitergehen, wenn die Inflationsraten in Euroland niedriger sein werden als in den USA. Ob das so sein wird, wissen wir nicht.

Fakt ist aber, dass wir momentan nach dem Kriterium Inflationsraten bzw. Kaufkraftparität bei Werten zwischen 1,08 und 1,12 stehen, so problematisch solche Zahlen auch sind - legen wir nur handelbare Güter zugrunde oder nehmen wir europäische Warenkörbe oder US-Warenkörbe zugrunde. Und genau diese Zusammenhänge legen nahe, dass in den nächsten 3 Jahren der Dollar an Wert gewinnen wird. Was heute bei der Eröffnung der asiatischen Märkte passiert ist, kann einem einem Nichtzocker scheissegal sein bzw. es ist so wichtig, als ob in China ein Sack Reis umfällt.
Antworten
NRWTRADER:

Dollar im Tiefflug - Zinsgefälle verringert sich

 
27.11.06 00:55
ROUNDUP: Dollar im Tiefflug - Zinsgefälle verringert sich
NEW YORK (dpa-AFX) - Der Dollar hat am Freitag gegenüber dem Euro und anderen
Hauptwährungen einen Tiefflug erlebt. Der 'Greenback' fiel dabei auf das
niedrigste Niveau seit April 2005. Der Euro festigte sich in New York von 1,2949
Dollar auf 1,3094 Dollar. Er war zeitweise sogar auf über 1,31 Dollar gestiegen.
Der Euro hatte sich zuvor lange zwischen 1,24 und 1,29 Dollar bewegt.

Der Euro hatte gegen Ende 2004 nach mehrjährigem Höhenflug ein Rekordniveau von
1,3667 Dollar erreicht. Die europäische Währung war dann innerhalb von
Jahresfrist auf rund 1,18 Dollar gefallen. Sie liegt jetzt mit rund 1,31 Dollar
wieder um etwa elf Prozent höher als gegen Jahresende 2005. Die große Frage ist,
ob es zu einer weiteren Dollar-Talfahrt kommen und wie stark sie ausfallen wird.
Die meisten Devisenmarktexperten erwarten in den kommenden Monaten eine
anhaltende Dollar-Schwäche.

Für die deutschen und europäischen Exporteure bedeutet der schwächere Dollar
eine starke Belastung. Sie müssen entweder im Dollarraum die Preise erhöhen oder
niedrigere Gewinne in Kauf nehmen. Für die schwächere Dollar-Verfassung sprechen
die weitere Verschlechterung der amerikanischen Leistungsbilanz. Sie wird in
diesem Jahr ein Defizit von 6,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erreichen, ein
auf Dauer untragbares Niveau. Das Handelsbilanzdefizit dürfte den
Vorjahres-Rekord von 717 Milliarden Dollar übertreffen.

Das US-Wirtschaftswachstum hat sich angesichts der Wohnungsbau- und
Immobilienflaute stark verringert und dürfte bis zum dritten Quartal 2007 auf
Jahresbasis hochgerechnet nur noch bei zwei Prozent liegen. Die Investmentbank

Goldman Sachs rechnet auch mit einem geringeren Preisanstieg. Die
Goldman-Sachs-Formel: 'Langsameres Wachstum plus niedrigere Inflation gleich
niedrigere Zinsen'. Sie geht für das kommende Jahr von Leitzinssenkungen der
amerikanischen Notenbank unter ihrem Chef Ben Bernanke aus.

Die US-Notenbank hatte die Leitzinsen bei ihren drei letzten Sitzungen
unverändert bei 5,25 Prozent belassen. Sie hatte zuvor das Zinsniveau seit Juni
2004 von einem Prozent auf 5,25 Prozent in die Höhe getrieben. Goldman Sachs
erwartet Ende nächsten Jahres einen US- Leitzins von vier Prozent.

Dagegen glauben die Währungsfachleute auf beiden Seiten des Atlantiks angesichts
der stärkeren europäischen Konjunktur, dass die Europäische Zentralbank (EZB)
ihre Zinsen noch im Dezember weiter anheben wird. EZB-Präsident Jean-Claude
Trichet hatte dies kürzlich angedeutet. Die EZB hatte hatte den wichtigsten
Leitzins nach mehreren Aufschlägen in der jüngsten Sitzung bei 3,25 Prozent
belassen.

Damit geht der Zinstrend in den USA voraussichtlich nach unten. Gleichzeitig
dürften zur Inflationsbekämpfung die Zinsen in Europa weiter angehoben werden.
Damit verringert sich das Zinsgefälle zwischen den USA und Europa weiter. Europa
wird somit für die Anleger aus aller Welt wegen der steigenden Renditen und des
steigenden Euro- Wechselkurses noch attraktiver. Steigende Zinsen gibt es auch
in den übrigen europäischen Ländern und in Japan, so dass sich auch die anderen
Hauptwährungen weiter festigen dürften./br/DP/fat

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Malko07:

@Libuda: Richtig, das kurzfristige Zucken an den

 
27.11.06 10:01
Devisenmärkten sagt überhaupt nichts aus. Natürlich beeinflusst auch die jeweilige Inflation die Devisenmärkte. Aber die Inflation wird auch stark durch die Währungsrelationen beeinflusst. Die andauernden großen Leistungsbilanzdefizite führen zwangsweise zu einer Schwächung des $ und damit zu einer Erhöhung der Inflation. Der Importeur kann eben nur begrenzte Zeit seinen Preis nicht ändern.

Die Feststellung eines virtuellen Währungsverhältnisses auf Basis einer Kaufkraftparität ist äußerst schwierig, wenn nicht gar unmöglich. Besonders bei so unterschiedlich strukturierten Wirtschaftsräumen wie die USA und des Euro-Raum. Dabei ist der Euro-Raum selbst sehr vielfältig. Nicht umsonst wurde der BigMac-Vergleich erfunden. Ich persönlich glaub nicht an diese Größe, einer Größe die in meinen Augen praktisch nicht feststellbar ist.

Ungleichgewichte können zwischenzeitlich auch immer schwerer durch den Handel geglättet werden. In den USA wird immer weniger produziert und damit können sie auch immer weniger exportieren.

 
Antworten
obgicou:

Breton wie immer als erster nervös

 
27.11.06 12:13
solche Verbalinterventionen von den Finanz- und Regierungschefs haben noch nie was gebracht; sie werden im Gegenteil die EZB eher anfeuern ihre Zinserhöhung im Dezember durchzuziehen; man muß ja schließlich seine Unabhängigkeit beweisen.

Französischer Finanzminister: Dollar-Abwertung erfordert 'hohe Wachsamkeit'
27.11.06 09:56

PARIS (dpa-AFX) - Die jüngste Abwertung des Dollar im Vergleich zu anderen Währung erfordert nach Einschätzung von Thierry Breton "hohe Wachsamkeit". Dies sagte der französische Finanzminister am Montag in Paris. Der Eurokurs notiert derzeit über 1,31 Dollar und hat damit das höchste Niveau seit 20 Monaten erreicht./FX/js/bf




Antworten
Libuda:

Es ist eine Legende, dass in den USA nichts

 
27.11.06 13:41
prodúziert würde. Diese dumme Geschichte labert in Deutschland der "Höllenmeyer" von der Bremer Landesbank unaufhörlich. Trotzdem ist das schlichter Unfug.

Fakt ist lediglich, dass beim Start des Euros uns seinem Fall bis 0,80 Entscheidungen über Produktionsstandorte getroffen wurde, die beim damaligen Kurs richtig waren. Diese Fabriken reisst man nicht anschließend in Europa oder Japan oder ... ab und baut sie dann wieder in den USA auf. Bei Ersatzinvestitionen wird aber dann verlagert. Daimler-Chrysler und BMW sind gute Beispiele dafür, die ihre US-Produktion hochgefahren haben, und auch die Japaner beliefern aus US-Werken und auch die Komponenten kommen komplett aus den USA. Und so könnte man das über Thyssen, die ein Stahlwerk in den USA - und nicht bei uns - bauen wollen fortsetzen. So etwa geht nicht von heute auf morgen - aber diese Bewegung ist längst im Gange und nur durch die Verteuerung der Rohstoffpreise noch nicht deutlicher geworden.
Antworten
dirktue:

Libuda, deine "gehobene" Ausdrucksweise

 
27.11.06 13:58
spricht für dich :-)

-Dirk
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Libuda:

Manchmal sollte man eben doch auf Libuda hören

 
11.01.07 22:32
und nicht auf so ahnunglose Dummschwätzer wie den Höllenmeyer von der Bremer Fischbank. Nach dem müsste der Euro inzwischen längst über 1,50 stehen und der DAX unter 1.000. Solche Dummpfeiffen wie den Höllenmeyer von der Bremer Fischbank gibt es immer einmal. Schlimm ist allerdings, wenn eine Reihe von hochbezahlten Bankvorständen, derartige Scharlatane die Kunden um Unsummen von Geld bringen lässt. Noch schlimmer ist es allerdings, dass z.B. ein Weltkonzern wie die Allianz ähnliche schlimme Feger wie den Montier oder den Edwards bei ihrer Tochter Kleinworth Dresdner Wasserstein duldet - denn ein Fischbank aus Bremen ist dagegen eigentlich nur ein Kleinigkeit.

Devisen: Eurokurs rutscht weiter ab und liegt bei 1,29 US-Dollar

NEW YORK (dpa-AFX) - Der Euro ist im späten Handel am Donnerstag weiter abgerutscht und wieder unter 1,29 Dollar gefallen. Die Äußerungen von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet im Anschluss an die EZB-Zinsentscheidung seien zurückhaltend ausgefallen und das habe den Euro belastet, sagte Devisenexperte Folker Hellmeyer von der Bremer Landesbank.

Im späten Handel wurden 1,2895 Dollar je Euro  bezahlt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,2984 (Mittwoch: 1,2988) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7702 (0,7699) Euro ./fat/he

Quelle: dpa-AFX

Und das war, wie ich in dem vorstehenden Thread erläutert habe, erst der Anfang beim Marsch auf die Kaufkraftparität.

Antworten
Libuda:

Fundamentals für den Dollar stark verbessert

 
03.02.07 11:48
Diese Woche konnte man lesen:

"Die Entwicklung des Herbstquartals zeigt nach Ansicht von Peter Kretzmer, US-Chefvolkswirt der Bank of America, eindrucksvoll die "anhaltende Widerstandsfähigkeit der Wirtschaft gegen die Immobilienkrise". So verzeichnete die US-Wirtschaft im Wohnungsbau zwar einen Rückgang um 20 Prozent auf Jahresbasi, und die Investitionen sanken insgesamt um elf Prozent zum Vorquartal. Doch zugleich legte der private Konsum um 4,4 Prozent zu, die Exporte stiegen um rund zehn Prozent. Insgesamt beschleunigte sich damit das Quartalswachstum von 2,0 auf 3,5%, auf Jahr hochgerechnet."

Insbesondere die Steigerung der Export um sensationelle 10% sollte uns aufhorchen lassen. Ich hatte ja schon immer angeführt, dass sich schnell sehr Überraschendes anbahnen kann, wenn der Tanker ersteinmal gedreht ist, wenn die Mengeneffekte die Preiseffekte übersteigen - und genau in dieser Phase sind wir jetzt angelangt.

Und noch etwas kommt hinzu: Wir befinden uns am Ende der Fahnenstange bei den Carry-Trades in Sachen Yen, wo diverse Hedge Funds mit der Kreditaufnahme in Yen und der Anlage in anderen Währungen sich das Grab selbst geschaufelt haben - denn die Märkte werden sie jetzt erschießen und hoffentlich fallen sie gut in die selbst produzierte Grube. Sollte dabei eine Bank mit umkommen, sollten sie die Notenbanken nicht retten - vielleicht die Bank wenn notwenig übernehmen, die Manager feuern und in den Knast stecken (falls  illegale Machenschaften vorliegen), und anschließend wieder privatisieren (z.B. durch Verkauf ohne den Namen dieser Schandbank zu erhalten).
Antworten
Anti Lemming:

Dollarstärke kein Hinweis auf US-Gesundung

 
03.02.07 15:09
Obwohl ich zurzeit ein Aktien-Bär bin (siehe Doomsday-Bären-Thread), habe auch ich eine Erholung des Dollars auf unter 1,30 vorhergesagt:

http://www.ariva.de/board/255969#bottom

Ich halte die Vision vieler Permabären, dass eine stärkere Aktien-Baisse in USA zugleich zu einem Dollar-Crash führen MUSS, für nicht zwingend.

Im Dollar ist nach dem Kursverlust zum Euro um rund 60 % seit dem Hoch im Nov. 2000 bereits viel Negatives eingepreist. Dollar-Bären versteifen sich IMHO auf Argumente, die in der Vergangenheit galten.

Ein typisches Szenario, das US-Börsenverluste in Verbindung mit einem ERSTARKEN des Dollars bringen könnte, ist z. B. Stagflation: sinkendes US-Wachstum bei sich verschärfender Inflation (wie in den 1970er Jahren, auch damals durch hohen Ölpreis verursacht). Es könnte in dieser Kombination auftreten, weil die immense Verschuldung der USA inflationär wirkt und zugleich wachstumsbremsend (Kredite drohen wegen wachsender Risikoscheu teurer zu werden). Zurzeit wird der Kredit-Spread zwischen US-Staatsanleihen und US-Unternehmensanleihen KÜNSTLICH niedrig gehalten - durch wackelige Hedgefond-Garantien (Credit Default Swaps), die sich im Ernstfall als heiße Luft entpuppen könnten.

Das sinkende US-Wirtschaftswachstum (letzte Woche fiel der ISM-Industrie-Index auf 49,3 = Werte unter 50 sind Rezessionsniveau) dürfte die US-Börsen mittelfristig nach unten befördern. Steigt gleichzeitig die Inflation, so könnte sich dies dennoch positiv für den Dollar auswirken: Die Fed muss dann trotz Wirtschaftsschwäche die Zinsen ERHÖHEN, was dem Dollar zu einen Zinsvorteil zum Euro verhilft (in meinem Dollar-long-Thread habe ich einige Argumente genannt, die belegen, dass sich der Forex-Markt überwiegend an Zinsdifferenzen orientiert).

Im Moment ist die Fed im Zwiespalt: Einerseits müsste sie die Zinsen wegen der zu hohen Inflation/Kerninflation erhöhen, andererseits droht dann dem angeschlagenen Housing-Markt der endgültige Kollaps. Die Fed hat aber unmissverständlich zu verstehen gegeben, dass für sie im Zweifelsfall die Inflationsbekämpfung höhere Priorität hat. Ob der "Greenspan-Put" der Vergangenheit auch noch unter Bernanke gilt (Fed öffnet in der Krise in Feuerwehrmanier die Geldschleusen und senkt die Zinsen), ist daher noch längst nicht ausgemacht. Die Hoffnung des Bondmarktes (im Dezember), die Fed würde krisenbedingt in 2007 mehrfach die Zinsen senken (ablesbar in der im Dez. stark inversen US-Zinskurve - Rendite der 10j. lag bei 4,4 %), könnte sich daher bei gleichzeitigem Anstieg der Inflation als Illusion erweisen.

Zurzeit geht der Bondmarkt wieder von einer Erholung der US-Wirtschaft aus (Rendite der 10j.-Staatsanleihen schoss auf über 4,8 % hoch). Die postulierte Erholung (BIP wuchs nach den letzten Zahlen um 3,5 % im 4. Q.) ist jedoch längst nicht in trockenen Tüchern. Argumente dagegen habe ich hier zusammengefasst:

http://www.ariva.de/board/245194?pnr=3068505#jump3068505

Un nun, lieber Libuda, hau rein und überziehe mich mit einer Deiner immer wieder unterhaltsam zu lesenden Schimpf-Kanonaden ;-))
Antworten
Libuda:

Verarsche die Leser nicht mit Deiner

 
03.02.07 18:34
ewigen Verschuldungsheulnummer. Das Haushaltsdefizit der USA liegt unter 2%, während das nominale Wachstum bei 6% liegt. Damit nehmen die Schulden im Verhältnis zum nominalen Sozialprodukt seit Jahrzehnten ab. Das ist nicht nur in den USA so, sondern auch in vielen anderen Teilen der Welt - eine der Ursachen die niedrigen Kaptialmarktzinsen.
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Libuda:

Warum der Euro Ende 2007 unter 1,20 sthehen wird

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08.02.07 17:55
erklärt uns die Anlegerlegende John Carey.

Neue Märkte
Anleger-Legende warnt vor Investitionen in Schwellenländern
Seit 20 Jahren steuert John Carey den acht Milliarden Dollar schweren Pioneer Fund für nordamerikanische Standardwerte. Für Modethemen oder kurzfristige Trends kann sich der Aktienspezialist nicht erwärmen. Das schnelle Wachstum der Schwellenländer Brasilien, Russland, Indien und China ist ihm suspekt.
Von Patrizia Ribaudo


Chinesischer Börsenhändler vor der Kurstafel: Durch die anstehenden Olympischen Spiele in Peking kann es zu Überinvestitionen kommen
Foto: dpaFrankfurt - WELT.de: Laut Goldman-Sachs-Chefvolkswirt Jim O'Neill wird das Bruttosozialprodukt der BRIC-Staaten - Brasilien, Russland, Indien und China - das der sechs großen Industrienationen schon im Jahr 2035 überflügeln. Bis dahin wird auch China die USA als größte Industrienation ablösen. Warum sollen Investoren überhaupt noch US-Aktien kaufen?

John Carey: Keiner kann mit Sicherheit sagen, ob die BRIC-Staaten bis dahin tatsächlich so stabil wachsen. Ich glaube nicht an dieses Szenario. Die Volkswirtschaften sind nicht annähernd so weit entwickelt wie jene des Westens. Politische Rückschläge oder soziale Instabilitäten können diese Länder schnell wieder zurückwerfen. Auch ihr Rechtssystem bietet Kapitalgesellschaften nicht annähernd so viel Schutz.

WELT.de: Allerdings rechnen Ökonomen mit einem Abschwung der US-Wirtschaft. Auch der Dollar soll länger schwächeln.

Carey: Ich sehe das anders. Die US-Konjunktur befindet sich in einem besseren Zustand als allgemein angenommen. Wir haben die Inflation unter Kontrolle, das US-Außenhandelsdefizit wurde reduziert, und die Arbeitslosenzahlen sind rekordverdächtig niedrig. Außerdem wächst die USA immer noch schneller als Westeuropa. In diesem Jahr rechnen wir mit einem Wachstum von etwa drei Prozent.

WELT.de: Das wird einem europäischen Anleger bei einer Dollar-Schwäche aber wenig nutzen.

Carey: Ich bin zwar kein Währungsexperte, aber von der prognostizierten Dollar-Abschwächung halte ich nichts. Das, was eine Währung normalerweise beeinflusst, etwa Haushaltsdefizit und Inflation, haben wir in den USA gut im Griff. Ich sehe nicht, welche andere Währung das Potenzial hat, auf Dauer den Dollar zu überflügeln. Im Gegenteil, ich bin davon überzeugt, das sich unsere Währung bereits wieder leicht erholt. Der Dollar könnte die Überraschung des kommenden Jahres werden.

WELT.de: Dennoch werden sich Investoren fragen, weshalb sie ihr Geld in einen US-Fonds stecken sollen, wenn ein Emerging-Market-Fonds deutlich mehr Rendite bringt.

Carey: Ein Investment in solchen Ländern kann sehr riskant sein. Es ist nicht sicher, wie lange das Wachstum dort anhält. Wenn in Indien demnächst die Gehälter steigen, wird auch dieses Niedriglohnland für ausländische Investoren unattraktiver. Indien hat außerdem immer noch ein Kastensystem, das ist ein politisches Handicap. Die politischen Bedingungen in diesen Ländern sind ohnehin fragwürdig. Schauen Sie doch mal, was gerade in Venezuela, Ecuador oder Bolivien passiert.

WELT.de: China ist doch auf einem guten Weg.

Carey: China hat immer noch ein autoritäres, kommunistisches Regime. Ein Großteil der Bevölkerung lebt noch unter der Armutsgrenze. Sicher, einige Branchen florieren, aber es gibt auch Überinvestitionen aufgrund der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 2008, besonders in Peking. Ich denke, dass wir danach einen Rückgang des wirtschaftlichen Booms erleben.

WELT.de: Dennoch haben sich auch viele US-Investoren dafür entschieden, ihr Geld international anzulegen. Auch für den Pioneer Fund war die Bilanz 2006 negativ. Anleger zogen netto Gelder ab.

Carey: Das ist zum Teil auf Gewinnmitnahmen zurückzuführen. Viele Investoren haben ihre langjährigen Anlagen aufgelöst und Kasse gemacht. Außerdem haben wir in den USA eine Reihe etablierter Konkurrenten.

WELT.de: Im Gegensatz zu US-Investoren scheuen deutsche Anleger ein Aktieninvestment sogar in einer Hausse. Wie werten Sie das?

Carey: Meiner Meinung nach lassen sich die Deutschen entschieden zu viel Rendite entgehen. Langfristig gesehen sind Aktien immer noch das beste Investment. Allerdings gab es eine solche Scheu vor Aktien auch in den USA nach dem Platzen der Internet-Blase. Es dauert eine Weile, bis sich Investoren von einem solchen Schock erholen.

WELT.de: Die US-Notenbank Fed hat jüngst auf eine Zinssenkung verzichtet. Wann rechnen Sie mit dem nächsten Zinsschritt?

Carey: Nicht in der nächsten Zeit. Im vergangenen Sommer hatten noch viele auf eine Zinssenkung zu Anfang des Jahres gesetzt. Das hätte den Aktienmärkten und den Unternehmensgewinnen einen schönen Schub gegeben, aber das erscheint mir nun unwahrscheinlich. Ich glaube eher, dass die Fed die Leitzinsen dieses Jahr bei 5,25 Prozent belassen wird.

WELT.de: Das würde die Stimmung aber merklich eintrüben.

Carey: Dann müssen die Unternehmen eben aus eigener Kraft wachsen und die Märkte mit höheren Gewinnen überzeugen. Die Aussichten dafür sind sehr gut, besonders für Großunternehmen. Die Gesellschaften befinden sich in einer guten finanziellen Verfassung, verfügen über viel Bargeld und investieren stark in Forschung und Entwicklung. Auch die Bewertungen erscheinen mir trotz der Kursrallye noch vernünftig.

WELT.de: Welche Branchen haben in diesem Jahr die besten Aussichten, und von welchen Werten sollten Anleger lieber die Finger lassen?

Carey: Das wird ein gutes Jahr für Konsumwerte und Titel aus dem Gesundheitssektor. Auch Technologiewerte sind wieder stark im Kommen. Das wird besonders für Small- und Mid-Cap-Investoren in diesem Jahr noch sehr aufregend. Skeptisch bin ich allerdings bei Unternehmen aus dem Energiesektor. Die Kosten für die Unternehmen sind gestiegen, sie haben deshalb mit niedrigeren Margen zu kämpfen und werden voraussichtlich schlechtere Ergebnisse ausweisen. Vorsichtig wäre ich auch bei Unternehmen, die bislang stark von den gestiegenen Rohstoffpreisen profitierten.

WELT.de: Sie sind nun schon seit über 20 Jahren Fondsmanager - ist das Geschäft härter geworden?

Carey: Den Managern stehen zwar mehr und schneller Informationen über Unternehmen zur Verfügung als früher. Aber man muss mit dieser Flut auch umgehen können. Das macht es nicht leichter, zumal die Unternehmen, die aus sich selbst heraus wachsen und mit ihrem Geschäftsmodell über mehrere Marktzyklen bestehen können, immer noch rar sind.

Artikel erschienen am 08.02.2007

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Stöffen:

Warum der Euro Ende 2007 unter 1,20 stehen wird

2
29.09.07 00:34
verdeutlicht uns selbsterklärend der beigefügte Chart.
Nicht in die Euro-Bullenfalle laufen 122711
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mecano:

warten wir doch erstmal, ob die 1,35 fällt

 
29.09.07 00:37



________

we h rt sich jemand ?
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Anti Lemming:

Nachtrag zu # 28 - die Fed hat mich enttäuscht

3
29.09.07 07:40
in # 28 schrieb ich: "Im Moment ist die Fed im Zwiespalt: Einerseits müsste sie die Zinsen wegen der zu hohen Inflation/Kerninflation erhöhen, andererseits droht dann dem angeschlagenen Housing-Markt der endgültige Kollaps. Die Fed hat aber unmissverständlich zu verstehen gegeben, dass für sie im Zweifelsfall die Inflationsbekämpfung höhere Priorität hat. Ob der "Greenspan-Put" der Vergangenheit auch noch unter Bernanke gilt (Fed öffnet in der Krise in Feuerwehrmanier die Geldschleusen und senkt die Zinsen), ist daher noch längst nicht ausgemacht."

Inzwischen ist der befürchtete Housing-Kollaps gekommen - sogar als globales Phänomen (IKB, SachsenLB, DB, Northern Rock, jap. Banken). Die Kerninflation aber wurde von US-Statistiker-Statisten schöngerechnet - auf "Sollwerte" unter 2 %. Und das, obwohl die Geldmenge M3 in USA ausufert wie blöde. Der Dollarkurs zeigt, dass diese Rechnung nicht aufgeht. Ausländer lassen sich halt nicht nach Belieben verarschen. Auch jeder Amerikaner spürt - spätestens an der Tanksäule - , dass etwas faul ist an den Schönrechnungen der landeseigenen Statistiker: Die Preise für Benzin, Lebensmittel und Healthcare explodieren geradezu. Seit 20 Jahren leiden US-Konsumenten an Nettoreallohnabbau, den sie nur durch hemmungsloses Schuldenmachen (Haus-Beleihungen, Käufe auf Kredit) kompensieren konnten. Manche haben auch drei Jobs...

Leider hab ich Bernanke und die Fed zu Anfang des Jahres überschätzt. Ich hab eine Ernsthaftigkeit und Entschlossenheit bei der Inflationsbekämpfung erhofft wie von seiten der EZB. Der Greenspan-Put (Feuerwehr-Zinssenkungen schon bei ersten Rezessionsanzeichen) lebt aber leider auch unter Bernanke weiter - und ist damit kein personifizierbares (Greenspan anzulastendes), sondern ein strukturelles Phänomen. Der Fed-Put, wie man ihn jetzt wohl treffender nennen muss, ist das Bekenntnis Amerikas zur "Blasenwirtschaft auf Teufel komm heraus".

Bernanke hat sich nach der doppelten Zinssenkung Mitte August (auf 4,75 % Leitzinsen und 5,25 % Diskontsatz) als verantwortungsloser Echo-Blasen-Jongleur entpuppt, der sich nicht scheut, für kurzfristige Schein-Vorteile (Rettung überschuldeter Haus-Spekulanten) schwerwiegende langfristige (Dollar-Verfall) in Kauf zu nehmen, was letztlich die Zukunft Amerikas als derzeit noch führende Wirtschaftsnation gefährdet. Meinen Respekt hätte er gehabt, wenn er die Zinsen konstant gehalten hätte und eine kurzfristige Rezession in Kauf genommen hätte, um Exzesse abzubauen, was längerfristig stabilisierend gewirkt hätte.

Nun wird die Rezession dennoch kommen, weil die überhasteten Leitzinssenkungen am kurzen Ende gleichzeitig die Zinsen am langen Ende der Zinskurve (die der Bondmarkt setzt) hochtreiben - und nach Letzteren bemessen sich seriöse Fixpreis-Hypotheken. Den überschuldeten US-Häuslebauern bleibt jetzt nur die Möglichkeit, ihre auslaufenden variablen Hypotheken (ARM) in neue variable Hypotheken umzuschulden ("roll over") - in der bangen Hoffnung, dass die Zinsen und die Inflation mittelfristig nicht aus dem Ruder laufen. Dass dies eine Illusion ist, gibt selbst Greenspan zu, der kürzlich mit der Bermerkung auf sich aufmerksam mache, er rechne in USA bald wieder mit "zweistelligen" Zinsen.

Bernankes Zinssenkung (und weitere, die vielleicht noch kommen) bringt (bringen) daher mittelfristig nichts. Bernanke hat damit lediglich den Dollar "zum Abschuss freigegeben" - ein hoher Preis - , und er wird letztlich nichts retten, weil die bisherigen Exzesse sich kaum mehr steigern lassen (die Häuser SIND ja nun schon bis zum Anschlag beliehen, der Housing-ATM funktioniert nicht mehr). Es gibt kaum noch aufblasbare Assets - außer vielleicht Rohstoff- und Lebensmittelpreise...

Schade. Mein Vertrauen in die Fed ist erstmal hin. Statt Exzesse abzubauen, hat sie ihre Sekundanten im US-Statistikamt angewiesen, beschönigende Kern-Inflationsdaten zu "vermelden" - und zwar schon VOR den jüngsten Zinssenkungen - , so dass es nun den Anschein hat, als würde die Fed mit ihren Zinssenkungen nur "logisch", folgerichtig und verantwortungsvoll (im Hinblick auf die schwächelnde US-Wirtschaft) auf die vermeintlich gesunkene Inflationserwartung reagieren.

Fakt aber ist: Die Geldmenge M3 in USA, die schon längst nicht mehr gemeldet wird, ufert maßlos aus, die Druckerpresse läuft, und sowas war bislang IMMER inflationär. Die bisherige Korrektur durch ausländische Zentralbanken, die besinnunglos US-Staatsanleihen kauften (wie China) und dadurch die Zinsen am langen Ende künstlich niedrig hielten, dürfte nun auch passé sein. Denn der Dollarverfall - die Frucht der Greenspan-Bernankischen Blasen-Wirtschaft - wird ausländische Investoren abschrecken, weiterhin die Überschuldung Amerikas mit ihren Rücklagen zu finanzieren. Die wollen das geliehene Geld schließlich irgend wann mal zu 100 % zurück (in Kaufkraft gerechnet). Inzwischen aber hat der Dollar, bezogen auf den Stand von 2000 (0,85), bereits um sage und schreibe 68 % zum Euro abgewertet!

Um diese 68 % wurden die Chinesen, die den Inflationsversprechungen und der vermeintlichen "Starker-Dollar-Politik" der USA vertrauten, betrogen. Wie lange sie sich das wohl noch gefallen lassen...


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Anti Lemming:

passend dazu:

 
29.09.07 08:04
www.ariva..de/...me_Fed_Falken_t283343?pnr=3616015#jump3616015
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Jing:

in # 33 ist alles geschrieben was zu sagen ist,

 
29.09.07 08:20
es zeigt die Hilflosigkeit (u. Wahlhelfermentalitaet) der Fed,
die M 3 Geldmenge nicht mehr zu veroeffentlichen heisst im
Klartext "nach uns die Sintflut"; oder wird der grosse Chrash
mit Absicht herbei gefuehrt? Fuer den der richtig positioniert
ist, die Gelegenheit.

Gruss
Jing
Antworten
Anti Lemming:

Jing - schwacher Trost

 
29.09.07 09:54
Beim jetzigen Kurs von 1,4265 ist vermutlich schon Einiges (wenn nicht Alles) eingepreist. Da der Dollar dort steht, wo die Fed ihn haben will (Zitat Libuda oben), bleibt zu hoffen, dass bei den Washingtoner Bürokraten bald wieder Vernunft einkehrt. Ihr Spiel mit dem Feuer (anders kann man die Zinssenkung nicht interpretieren) kann mit Pech aus dem Lot laufen. Die Gefahr eines "Dollar-Crashs" ist zwar nach wie vor klein, nun aber zumindest gewachsen.
Antworten
TraderonTour:

Posting 31 - Stöffen

 
29.09.07 14:08

Verstehe den selbsterklärenden Chart nicht- bitte um Erläuterung(en).
Danke.


Mit freundl. Grüßen TraderonTour
Antworten
datschi:

Rückblick, immer interessant

 
20.10.07 18:09
Ist doch immer wieder interessant, was manche so in selbstherrlicher Manier von sich gegeben haben (Libuda) und gegenteilige Meinungen runterputzen, und wie die Realität
später aussieht.
Antworten
Carsten.86:

Herrlich ...

 
20.10.07 18:40
besonders Libuda :)
Antworten
Libuda:

Datschi ist ein Musterknabe aus Pisa

 
20.10.07 18:43
denn wenn er etwas besser lesen könnte, hätte er weiter oben gelesen:

"Börsen sind immer nur auf kürzere Sicht unlogisch   Libuda   26.11.06 18:43  

allerdings ist diese kürzere Sicht auf den einzelnen Märkten unterschiedlich lang - und auf den Devisenmärkt, da hast du recht, Malko, besonders lang. Daher habe ich wie Du auch noch nie ausschließlich mit Devisen spekuliert. Allerdings ist manchmal erforderlich, auch bei anderen Anlagen Devisenkurse mit ins Kalkül zu ziehen, z.B. bei US-Aktien. Wenn hier der Anlagezeitraum lang genug ist - und das sollte er bei einem Investor sein (von Zocken halte ich nichts, von technischer Analyse entsprechend auch nichts - sodass viele jetzt schon nicht mehr weiterlesen müssen)- kann man durchaus auch hier mit rationalem Kalkül an die Sache herangehen. Ich habe beispielsweise nicht vor, in diesem Jahr und auch nicht in 2007, vermutlich auch nicht in 2008 aus meinen Dollarwerten auszusteigen. Und für ein derartiges Zeitfenster kann man sogar für die Devisenkurse, den verrücktesten Markt überhaupt, bestimmte Prognosen machen. Die simpelste These ist: Liegt der Euro-Kurs über seiner Kaufkraftparität, wirken Kräfte, die ihn einem von keinem vorhersagbaren Zeitraum wieder dorthin bringen. Liegt also der Euro-Kurs wie momentan weit über der Kaufkraftparität, kann man bei US-Aktien bei dem oben von mir beschriebenen Anlagehorizont neben Kursgewinnen in US-Dollar mit zusätzlichen Währungsgewinnen rechnen. Das war bei einem Eurokurs von 0,80 vor Jahren ganz anders; hier mussten die Chancen mit einem Dollar-Wert schon extrem gut sein, um das langfristig drohende Risiko von Währungsverlusten auszugleichen."

Soweit zu unserem Datschi, der noch nie etwas Vernünftiges gepostet an - als mehr als zum Anpinkeln reicht es offensichtlich bei ihm nicht,

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fuzzi08:

und vor allem rate ich dem Euro

 
20.10.07 18:45
sich zu beeilen, wenn er heuer noch die 1,20 derpacken möcht  :-))
(s. #30.)
So isses, wenn man den eigenen Verstand ausgeknipst hat und nur noch seine
Angebeteten zitiert.
Selten so gelacht.
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F16Geschwad.:

Guten Morgen

3
21.10.07 10:01
Antworten
Gelöschter Beitrag. Einblenden »
#43

Trout:

Musst du alles vollmüllen???

 
21.10.07 10:51
der gut ANALysiert war nicht eingeplant.
Bleib in deinen Threads und gut ists.





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Wahre Bildung besteht darin,zu wissen,was man kann,
und ein für alle Male zu lassen,was man nicht kann.
(Voltaire)
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