FRANKFURT (dpa-AFX) - TelDaFax-Insolvenzverwalter Bernd Reuss fordert bis Anfang Mai 50 Mio. DM von der Deutschen Telekom . Diese Summe habe das Bonner Unternehmen unrechtmäßig erhalten und einbehalten. Die Telekom will diese Summe nach Angaben eines Sprechers angesichts eines Schuldenberges von etwa 90 Mio. DM jedoch weiter verrechnen. "Ob rechtmäßig oder nicht, wird sich erst vor Gericht klären", sagte ein Telekom-Sprecher am Mittwoch zur Wirtschaftsnachrichtenagentur dpa-AFX.
Die beiden Unternehmen streiten um Beträge, die die Telekom treuhänderisch von TelDaFax-Kunden eingezogen habe. Die Forderungen addierten sich nach TelDaFax-Angaben auf mehr als 24 Mio. DM. Weitere 23 Mio. DM hätten die Marburger kurz vor dem Insolvenzantrag am 2. April unter Vorbehalt bezahlt, sagte TelDaFax-Sprecher Marcus Hoffmann. TelDaFax bietet so genannte Call-by-Call-Gespräche an, die über das Festnetz der Telekom geführt werden. GERICHT VERFÜGT ZAHLUNG VON 5 MIO DM WÖCHENTLICH AN TELEKOM
"Wir wollen die in der einstweiligen Verfügung festgelegten 5 Mio. DM weiterhin bezahlen und können dies auch", sagte TelDaFax-Sprecher Hoffmann. Die Telekom hatte den Billig-Telefonie-Anbieter insgesamt zwei Wochen lang wegen der Außenstände von seinem Festnetz abgeschaltet. Über eine von TelDaFax angestrebte Regulierung der Verbindlichkeiten, die TelDaFax allerdings nur mit 73 Mio. DM statt mit 90 Mio. DM beziffert, hatte man sich nicht einigen können. TelDaFax stellte einen Insolvenzantrag und erwirkte in der vergangenen Woche eine Einstweilige Verfügung gegen die Telekom, um wieder seinen Geschäften nachgehen zu können.
Zur Auflage gehörte, dass TelDaFax jetzt wöchentlich fünf Millionen DM (2,56 Mio. Euro) im voraus an die Telekom überweist. Seit vergangenen Donnerstag ist die Vorwahlnummer 01030 wieder frei geschaltet worden./ts/aa/sk