Potentielle Aufstiegskandidaten verzeichnen Kursgewinne Den Pennystock-Aktien droht dagegen der Rauswurf aus dem Leitindex.
In zwei Tagen ist es wieder soweit. Dann berät der Arbeitskreis Aktienindizes der Deutschen Börse AG darüber, welche Unternehmen in den Nemax50 aufgenommen werden und welche rausfliegen. Schon im Vorfeld verbuchen drei heiß gehandelte Aufstiegsaktien zum Teil mehr als zweistellige Kurszuwächse.
Die Spannung steigt: Am 7. November entscheidet die Deutsche Börse AG über die Neubesetzung des Leitindex Nemax50, der sich in den vergangenen sechs Wochen rund 10 Prozent besser entwickelt hat als der Nemax-All-Share-Index. Insbesondere für zahlreiche Fondsmanager ist die Zugehörigkeit eines Unternehmens zum Index ein wichtiges Kaufkriterium, da diese Werte besonders liquide und damit gut handelbar sind.
Hauptkriterien für die Aufnahme sind die der Börsenwert einer Gesellschaft und der Gesamtumsatz ihrer Aktien an der Börse. Ein Unternehmen soll in beiden Punkten zu den 60 größten Gesellschaften gehören, um in das begehrte Kursbarometer aufzusteigen. Bei Nichterfüllung der Kriterien droht der Rauswurf aus dem Index. Allerdings sind die Richtlinien für einen möglichen Austausch auslegungsfähig, so dass es nicht zwingend zu einem Wechsel von Auf- und Abstiegskandidaten kommen muss. Auch die Kriterien der Kontinuität und Stabilität spielen bei der Index-Zusammenstellung eine Rolle. „Wir wollen möglichst vermeiden, dass ein Wert bei der nächsten Zusammensetzung direkt wieder rausfliegt“, heißt es aus Frankfurt.
Als heiße Aufstiegskandidaten, die beide Kriterien sicher erfüllen, werden Dialog Semiconductor, Plambeck und Funkwerk gehandelt. Alle drei Aktien legten der Reihenfolge nach in den vergangenen vier Handelstagen 22,5 Prozent, 11,8 bzw. 9,6 Prozent zu. Die Anleger spekulieren dabei wohl auf weitere Kursgewinne im Laufe der Woche, da am Mittwoch Abend die neue Zusammensetzung bekannt gegeben wird. Auch die Mühlbauer-Aktie zählt nach Expertenansicht zum engeren Favoritenkreis.
Aus dem Index herausfallen dürfte dagegen die skandalumwitterte und insolvenzbedrohte Biodata-Aktie, deren Kurswert in den vergangenen drei Wochen weit unter einem Euro und deren Börsenwert bis auf 9 Mio. Euro zusammengeschrumpft ist. Auch die schon seit langem im Pennystock-Bereich notierende Fantastic-Aktie fällt mit einer Marktkapitalisierung von rund 64 Mio. Euro schon lange nicht mehr und die ersten 60 bei der Marktkapitalisierung. Trotz ausreichender Gesamtumsätze beider Aktien liegt die Vermutung nahe, dass die Deutsche Börse gerade wegen der aktuell ins Leere laufenden Pennystock-Regelung, die zahlreiche Unternehmen mit einstweiligen Verfügungen vorläufig wirkungslos machen, wenigstens die beiden Pennystock-Aktien aus dem Leitindex heraus haben will. Stark Abstiegsgefährdet sind zudem Ixos und Trintech, die beide die zwei Hauptkriterien nicht mehr erfüllen.