Neueste Einschätzungen zur US-Wirtschaft


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Kannibale:

Neueste Einschätzungen zur US-Wirtschaft

 
06.02.03 21:43
Heard in New York: Bushs Steuerpolitik
Es sollte nicht geglaubt werden, dass die "unglückliche" Wirtschaftspolitik
des Weißen Hauses unter George Bush junior, nur dem Zufall überlassen
sei. Alles in diesem (gleichgeschalteten) republikanischen Machtapparat ist
berechnet. Sollte das zukünftige Haushaltsdefizit die (illusorisch)
angedachten Grenzen überschreiten, so wird an den Sozialprogrammen gespart
werden müssen. Republikaner hassen staatliche Unterstützungsprogramme
für den Teil der Gesellschaft der nicht ihrer Wählerschaft angehört.

Es darf also nicht vergessen werden, dass in dem Bushhaushalt weder die neu
vorgeschlagenen Steuersenkungen noch eventuelle Kriegskosten (oder gar bis
jetzt entstandene Aufmarschkosten) enthalten sind. Außerdem geht die
Berechnung davon aus, dass das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes in 2003
Plus 2,9% beträgt, während die Durchschnittsschätzung der Wall Street
bei Plus 2,5% liegt. Bei einer $ 10 Trilliarden Volkswirtschaft kommen da
schnell ein paar Milliarden zusammen. Wie schnell erfährt gerade die US
Traesury. Schon im Februar 2003 wird nämlich die staatlich festgelegte
Verschuldungsgrenze für diese Haushaltsjahr (welches im Oktober 2002
begann) erreicht. Wird diese nicht angehoben, kann der Staat seine
Rechnungen nicht mehr bezahlen, außer er leiht sich das Geld vom (noch)
Überschuss der Sozialversicherung.

Dies wurde zuletzt unter Clinton von Robert Rubin getan. Damals blockierten
die Republikaner im Kongress den Haushalt des Präsidenten (welcher schon im
Folgejahr Überschüsse ablieferte). Sollte dies diesmal durch die
Demokraten geschehen, wird Bush dies als "unpatriotisch" darstellen.

Aber hier noch ein paar Punkte warum das in den nächsten Jahren
(exponentiell) ansteigende Staatsdefizit der USA die Weltwirtschaft sowie
die Aktienmärkte nachhaltig negativ beeinflussen wird:

- die hohe Wahrscheinlichkeit höherer Zinsen (schließlich ist der Staat
jahrelang nicht als Nachfrager in Erscheinung getreten)

- schwache Nachfrage von Exportmärkten (außer vielleicht es handelt sich
um Rüstungsgüter)

- Steuererhöhungen auf lokaler Ebene (Bundesstaaten, Gemeinen und Städte
in den USA haben damit bereits begonnen)

- Firmen wie auch Gemeinden und Bundesländer setzen weiter Arbeitskräfte
frei

- die Lohnnebenkosten in den USA (Krankenversicherung) steigen weiter stark
an und drücken auf die Ertragsmargen

- die Federal Reserve und Mr. Greenspan haben ihre Munition verschossen. 12
Zinssenkungen haben es nicht geschafft, auch nur ein einziges Mal 6 Monate
nach einer Senkung höhere Indexstände bei den großen Indices zu erreichen

- seit 2 Jahren wird den Anlegern immer wieder gesagt, dass sich die
Wirtschaft/der Markt in 6 Monaten gedreht haben wird. Eine Resignation
(nicht die "nostalgisch" erwartete Kapitulation) wird die Folge sein.

- das Konsumentenvertrauen (nach ABC News/Money Magazin Umfragen) ist seit
2 Wochen auf einem 9 Jahrestief

- im Vergleich zu 2001 + 2002. hohe Oelpreise senken das zum Konsum
verfügbare Einkommen

- der Help Wanted Index (Anzahl von offenen Stellungen in den Zeitungen)
ist auf einem 40 Jahrestief

- die Dividendenredite des Dow Jones liegt bei 2,47% - des S&P500 bei 1,9%,
während die 10jaehrige Staatsanleihe 3,95% einbringt. Die Indices somit
einen negativen Risikoaufschlag aufweisen.

Die Indices müssten also stark fallen, um mit (vermeintlich) risikolosen
Investitionen konkurrieren zu können.

Anleger sollten weiter aggressive Stop/Loss Absicherungen vornehmen. Am
Besten wäre es sich kurz- bis mittelfristige Staatsanleihen zu kaufen und
den errechneten Kupon (Zinseinnahme) in Aktienindexkaufoptionen (wenn man
im Markt sein will) zu investieren. Sollte der Markt steigen partizipiert
man über die Optionen. Fällt der Markt, verliert man die Optionsprämie,
aber das Grundkapital bleibt erhalten.

Für 2003 erwarte ich jedoch leider weiter niedrigere Indexstände.

Gruss aus New York,

Jerry (Gerhard Summerer)


Hey, der Guy würde sich gut machen hier bei Ariva.......er würde sich perfekt einreihen in unseren antiamerikanischen Chor....*g*


Antworten
brudini:

Der Weg ist steinig,aber - es ist ein Weg o. T.

 
06.02.03 21:59

Antworten
Kannibale:

Mehrere Schritte ergeben einen Weg - nur wohin?! o. T.

 
06.02.03 22:38
Antworten
DarkKnight:

alles Scheißdreck

 
06.02.03 22:44
Außer Schulden können die Amis nix mehr produzieren, was weltmarktfähig wäre.

Also: wer Schulden reduzieren will, löscht den Amis das Licht aus. Das kann ja wohl nicht sein.
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