Neuer Markt verliert Ricardo - Infomatec-Aktien bald gratis?
Der Neue Markt verliert seine Kinder: Morgen wird der Hamburger
Internet-Versteigerer ricardo.de vom Neuen Markt verschwinden. Grund ist die
Übernahme von Ricardo durch das britische online-Auktionshaus QXL. Die
Ricardo-Aktionäre hatten zuletzt das Aktientausch-Angebot der Briten mit großer
Mehrheit angenommen, so dass QXL nun 92 Prozent des Ricardo-Kapitals
kontrolliert.
Die Aktien des neuen Konzerns QXL Ricardo plc werden seit Montag an der
Londoner Börse gehandelt. In Frankfurt wird das neue Unternehmen ab morgen im
Amtlichen Handel gelistet sein.
Ricardo ist nicht das erste Unternehmen, das wegen einer Fusion vom Neuen Markt
verschwindet. Auch Lösch Umweltschutz und LHS ereilte dasselbe Schicksal.
Noch gibt es kein Unternehmen, das wegen Konkurs vom Neuen Markt verbannt
werden mußte. Das aber könnte dem Multi-Service-Provider Gigabell passieren.
Nachdem einen Großteil des Unternehmens von einem finnischen Provider
übernommen und ausgeschlachtet wurde, verbleibt eine Gigabell-Rumpffirma. Einen
Ausschluß vom Neuen Markt halten Experten für wahrscheinlich.
Ein weiterer Pleitekandidat ist das Augsburger Software-Unternehmen Infomatec,
das zuletzt vor allem durch frisierte Bilanzzahlen und Hausdurchsuchungen von
Staatsanwälten von sich reden machte. Wie das Unternehmen heute bekannt gab,
machte Infomatec in den ersten neun Monaten dieses Jahres einen deutlich höheren
Verlust als im Vorjahr. Während 1999 das Minus noch bei 3,9 Millionen Euro lag,
kletterte es in diesem Jahr bereits auf 50,7 Millionen Euro. Der Rekordverlust wird
mit Restrukturierungsmaßnahmen und mit Sonderfaktoren begründet, die das
Ergebnis für das dritte Quartal stark belastet hätten, heißt es. Viele Kunden hätten
wegen der Turbulenzen um Infomatec Projekte storniert oder aufgeschoben, heißt es
weiter.
Deshalb könne Infomatec das anvisierte Jahresumsatzziel von 50 Millionen Euro
nicht erreichen. Die Software-Firma rechnet nun nur noch mit einem Umsatz von 36
Millionen Euro. In den ersten neun Monaten dieses Jahres betrug der Umsatz 32,8
Millionen Euro - das ist ein bescheidener Zuwachs von 5 Prozent gegenüber dem
Vorjahreszeitraum. Der Kurs von Infomatec fiel im Laufe des Vormittags um über 8
Prozent auf knapp 2 Euro.
www.tomorrow-business.de/aktien_fonds/...ml?newsid=975486434.1
Der Neue Markt verliert seine Kinder: Morgen wird der Hamburger
Internet-Versteigerer ricardo.de vom Neuen Markt verschwinden. Grund ist die
Übernahme von Ricardo durch das britische online-Auktionshaus QXL. Die
Ricardo-Aktionäre hatten zuletzt das Aktientausch-Angebot der Briten mit großer
Mehrheit angenommen, so dass QXL nun 92 Prozent des Ricardo-Kapitals
kontrolliert.
Die Aktien des neuen Konzerns QXL Ricardo plc werden seit Montag an der
Londoner Börse gehandelt. In Frankfurt wird das neue Unternehmen ab morgen im
Amtlichen Handel gelistet sein.
Ricardo ist nicht das erste Unternehmen, das wegen einer Fusion vom Neuen Markt
verschwindet. Auch Lösch Umweltschutz und LHS ereilte dasselbe Schicksal.
Noch gibt es kein Unternehmen, das wegen Konkurs vom Neuen Markt verbannt
werden mußte. Das aber könnte dem Multi-Service-Provider Gigabell passieren.
Nachdem einen Großteil des Unternehmens von einem finnischen Provider
übernommen und ausgeschlachtet wurde, verbleibt eine Gigabell-Rumpffirma. Einen
Ausschluß vom Neuen Markt halten Experten für wahrscheinlich.
Ein weiterer Pleitekandidat ist das Augsburger Software-Unternehmen Infomatec,
das zuletzt vor allem durch frisierte Bilanzzahlen und Hausdurchsuchungen von
Staatsanwälten von sich reden machte. Wie das Unternehmen heute bekannt gab,
machte Infomatec in den ersten neun Monaten dieses Jahres einen deutlich höheren
Verlust als im Vorjahr. Während 1999 das Minus noch bei 3,9 Millionen Euro lag,
kletterte es in diesem Jahr bereits auf 50,7 Millionen Euro. Der Rekordverlust wird
mit Restrukturierungsmaßnahmen und mit Sonderfaktoren begründet, die das
Ergebnis für das dritte Quartal stark belastet hätten, heißt es. Viele Kunden hätten
wegen der Turbulenzen um Infomatec Projekte storniert oder aufgeschoben, heißt es
weiter.
Deshalb könne Infomatec das anvisierte Jahresumsatzziel von 50 Millionen Euro
nicht erreichen. Die Software-Firma rechnet nun nur noch mit einem Umsatz von 36
Millionen Euro. In den ersten neun Monaten dieses Jahres betrug der Umsatz 32,8
Millionen Euro - das ist ein bescheidener Zuwachs von 5 Prozent gegenüber dem
Vorjahreszeitraum. Der Kurs von Infomatec fiel im Laufe des Vormittags um über 8
Prozent auf knapp 2 Euro.
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