von Lars Weide
Haben die Unternehmenslenker vom Neuen Markt alle nichts gelernt? Infomatec-Skandal? Metabox-Lügen? EM.TV-Blase? Offensichtlich verdrängt. Milliardenaufträge und gewinnträchtige Kooperationen – wilde Konsortien, die sich in Luft auflösten? Man könnte sagen: „Das war doch im Jahr 2000!“ – „Na gut, auch in 2001“. Alles vorbei und vergessen. Neues Jahr, neues Glück. Leider Irrtum! Es geht wieder los. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG hat sich soeben von Comroad, einem Telematik-Dienstleister, abgeseilt und dem Neuen Markt damit den jüngsten Skandal beschert.
Vertrauensverlust hieß es zur Begründung von KPMG. Es gebe Zweifel an der Existenz einer Herstellerfirma in Hongkong. Na sowas! Aber es geht noch weiter: Bei einer Überprüfung seitens KPMG vor Ort habe sich ergeben, dass die genannte Firma weder unter der angegebenen Adresse bekannt sei, noch der Telefonanschluss existiere. Auch ein Registernachweis habe nicht geführt werden können. Das ist nun wirklich dumn! Metabox-Chef Domeyer war damals wenigstens noch so schlau, für das „Milliarden-Auftraggeber-Konsortium InterNordic“ eine Telefonnummer zu schalten. Unter dieser konnte man hin und wieder den sogenannten Chef von InterNordic, Thao Ngo, erreichen. Dass der in den Medien belächelte Asiate kaum Englisch sprach oder auch nur einen blassen Schimmer von der Milliardenkooperation hatte, sei dahingestellt. Der Versuch zählte zu jener Zeit.
Der jetzige Vertrauensverlust wird sich natürlich wieder auf alle Teilnehmer des Neuen Marktes auswirken. Für Comroad könnte er das Ende seines unternehmerischen Abenteuers bedeuten. Denn erst am vergangenen Montag war die Aktie um fast 33 Prozent eingebrochen. Auslöser war die Nachricht von der Insolvenz des britischen Partners Skynet Telematics. Comroads Vorstandschef Bodo Schnabel sieht das aber alles nicht so eng. Die Reaktion des Marktes sei völlig übertrieben. Im Hinblick auf die Anschuldigungen sagte Schnabel: "Wir haben testierte Abschlüsse seit 1995 von KPMG“. Tja, nichts gelernt und wohl auch noch nie vom US-Pleitier Enron und der renommierten Prüfungsgesellschaft Andersen gehört.
Jedenfalls werde der Vorstand die Bilanzpressekonferenz im März nutzen, um alle Verträge mit den 37 Partnern offen zu legen und weitere Beweise für die Partnerschaften vorlegen, sagte Schnabel.
Lassen wir uns überraschen. Das Jahr hat ja erst angefangen.
Quelle: instock.de
Haben die Unternehmenslenker vom Neuen Markt alle nichts gelernt? Infomatec-Skandal? Metabox-Lügen? EM.TV-Blase? Offensichtlich verdrängt. Milliardenaufträge und gewinnträchtige Kooperationen – wilde Konsortien, die sich in Luft auflösten? Man könnte sagen: „Das war doch im Jahr 2000!“ – „Na gut, auch in 2001“. Alles vorbei und vergessen. Neues Jahr, neues Glück. Leider Irrtum! Es geht wieder los. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG hat sich soeben von Comroad, einem Telematik-Dienstleister, abgeseilt und dem Neuen Markt damit den jüngsten Skandal beschert.
Vertrauensverlust hieß es zur Begründung von KPMG. Es gebe Zweifel an der Existenz einer Herstellerfirma in Hongkong. Na sowas! Aber es geht noch weiter: Bei einer Überprüfung seitens KPMG vor Ort habe sich ergeben, dass die genannte Firma weder unter der angegebenen Adresse bekannt sei, noch der Telefonanschluss existiere. Auch ein Registernachweis habe nicht geführt werden können. Das ist nun wirklich dumn! Metabox-Chef Domeyer war damals wenigstens noch so schlau, für das „Milliarden-Auftraggeber-Konsortium InterNordic“ eine Telefonnummer zu schalten. Unter dieser konnte man hin und wieder den sogenannten Chef von InterNordic, Thao Ngo, erreichen. Dass der in den Medien belächelte Asiate kaum Englisch sprach oder auch nur einen blassen Schimmer von der Milliardenkooperation hatte, sei dahingestellt. Der Versuch zählte zu jener Zeit.
Der jetzige Vertrauensverlust wird sich natürlich wieder auf alle Teilnehmer des Neuen Marktes auswirken. Für Comroad könnte er das Ende seines unternehmerischen Abenteuers bedeuten. Denn erst am vergangenen Montag war die Aktie um fast 33 Prozent eingebrochen. Auslöser war die Nachricht von der Insolvenz des britischen Partners Skynet Telematics. Comroads Vorstandschef Bodo Schnabel sieht das aber alles nicht so eng. Die Reaktion des Marktes sei völlig übertrieben. Im Hinblick auf die Anschuldigungen sagte Schnabel: "Wir haben testierte Abschlüsse seit 1995 von KPMG“. Tja, nichts gelernt und wohl auch noch nie vom US-Pleitier Enron und der renommierten Prüfungsgesellschaft Andersen gehört.
Jedenfalls werde der Vorstand die Bilanzpressekonferenz im März nutzen, um alle Verträge mit den 37 Partnern offen zu legen und weitere Beweise für die Partnerschaften vorlegen, sagte Schnabel.
Lassen wir uns überraschen. Das Jahr hat ja erst angefangen.
Quelle: instock.de