BUNDESBANK ("hat eine sehr gute volkswirtschaftliche Abteilung")
Konjunktur geht es wieder besser
Die konjunkturelle Talfahrt ist nach Ansicht der Deutschen Bundesbank bereits zum Stillstand gekommen. Ein Wirtschaftswachstum von 1,7 Prozent sei möglich.
Die Entspannung in der Baubranche ist für die besseren Konjunkturaussichten mitverantwortlich
Frankfurt am Main - "Die konjunkturelle Abschwächung in der Industrie, die sich zu Ende des Winters abzeichnete, hat sich im Mai nicht weiter fortgesetzt", schreiben die Volkswirte der Bundesbank in ihrem jüngsten Monatsbericht. Bei den Auftragseingängen hätten insbesondere einige große Abschlüsse mit ausländischen Kunden zur positiven Entwicklung beigetragen. Doch auch der Auftragsfluss aus dem Inland habe sich stabilisiert. Daher könne auch die Wachstumsprognose der Europäischen Zentralbank von 1,7 Prozent für das deutsche Wirtschaftswachstum noch in diesem Jahr erreichen.
Sinkende Inflation
Auch der Preisauftrieb hat seinen Höhepunkt wohl überschritten. Gemessen an der Vorjahresrate habe sich der Anstieg im Juni auf 3,1 Prozent nach 3,5 Prozent im Mai verringert. Entscheidend sei der Rückgang bei den Energiepreisen, insbesondere bei den Preisen für Mineralölprodukte. Ohne Energie habe die Teuerung im Mai und Juni jeweils 2,4 Prozent betragen.
Gleichwohl blieb den Angaben der Bundesbank zufolge die Auftragslage des Verarbeitenden Gewerbes in den Monaten April und Mai nicht mehr so günstig wie im ersten Quartal 2001. Das Niveau der Bestellungen habe sich um rund 2 Prozent verringert. Der entsprechende Vorjahreswert sei um 1,5 Prozent unterschritten worden, hieß es. Im Durchschnitt der Monate Januar bis März sei hingegen noch ein Zuwachs von 4,5 Prozent verbucht worden.
Die Lage im Bauhauptgewerbe hat sich im Frühjahr leicht entspannt. So seien sowohl die Auftragseingänge im April als auch die Produktion im Mai etwas gestiegen. Allerdings betont die Bundesbank, dass die Erholung von einem sehr niedrigen Niveau aus erfolge.