Netscape is back


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DeathBull:

Netscape is back

 
04.06.02 20:36
bin grad zu faul zum kopieren aber was ich bei spiegel.de gelesen habe macht mich das erste mal seit Jahren wieder neugierig den Browser zu wechseln.
Ich werde das Ding mal testen, wenn das Ding so gut ist wie behauptet und in Anbetracht der MS-Prozese kann ich mir sehr gut vorstellen, daß der Standard nochmals wechseln könnte, wenn MS nicht ganz schnell kontert

BACK TO THE ROOTS  
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Zick-Zock:

gehört

 
04.06.02 20:38
netscape mittlerweile nicht zu ms? oder doch zu aol?
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DeathBull:

Gehört zu AOL

 
04.06.02 20:40
und die mussten vertraglich den Internet-EXplorer verwenden. Wenn DIch das interessiert les mal den Artikel, er ist es wert

Netscape is back 683961
DeathBull:

Tue gutes und rede drüber ;o)

 
04.06.02 20:49
 
NETSCAPE 7 IM TEST

Endlich wieder Wettbewerb auf dem Browsermarkt

Von Frank Patalong

Der einstige Marktführer Netscape ist nach neuesten Zählungen auf einen Marktanteil von unter zehn Prozent abgefallen. Ein guter Grund, auf den eigentlich noch nigelnagelneuen Netscape 6-Browser direkt die Version 7 folgen zu lassen. Ist das Panik oder Planung?

Wenn's dem Baum schlecht geht, weiß der Förster, dann treibt der noch mal richtig, sorgt für Nachwuchs. "Paniktriebe" nennt man so was vermenschelnd, aber treffend.
Trifft es auch im Falle Netscape zu?

Der einstige Browser-Pionier und lang unbestrittene Marktführer krebst seit Jahren vor sich hin. Microsoft, behaupten ehemalige Fans steif und fest, habe Netscape kaputt gemacht. AOL, wenden Pragmatiker ein, schlug dann ja wohl den Sargdeckel fest. Sarg?, fragen hartnäckige Fans. Noch sei es doch viel zu früh, Netscape abzuschreiben.

Tatsächlich sind der "Browserkrieg" gegen Microsoft und der Verkauf des Unternehmens Netscape an AOL Wendepunkte in der Geschichte des Browser-Entwicklers, an denen er bis heute kräftigst knabbert. Denn statt Netscape finanziell wie personell zu stärken und Microsoft Paroli zu bieten, bewegten sich AOLs Investments in Netscape jahrelang auf minimalen Niveau: AOL fand sich vertraglich an Microsoft und den Internet Explorer gebunden, musste diesen lang als Standardsoftware auf den eigenen CDs mitvertreiben.

So trug die Konzernmutter AOL letztlich durch ihren Erfolg zum Niedergang der eigenen Browser-Entwicklungsabteilung bei. Netscape gefror, viel zu lang gab es nichts Neues - und der Internet Explorer, einst das technisch klar unterlegene Produkt, zog quantitativ wie qualitativ davon.

Dann kam viel zu spät Netscape 6 - die gesamte Generation 5 hatte Netscape verpennt und darum unter den Tisch fallen lassen - und letztlich doch verfrüht: Zu viele Macken hatte die erste Version des Browsers, um den so gründlich und tief in den Mist gefahrenen Karren freibekommen zu können. Statt den Anschluss zu schaffen, erntete Netscape mit der Version 6.0 berechtigterweise miese Kritiken. Als schließlich die solide, durchaus konkurrenzfähige Version 6.2 auf dem Markt erschien, schaute kaum mehr einer hin.

Das, so will das Netscape, soll nun anders werden

Mit großem Selbstvertrauen bewirbt Netscape nun die Version 7 des einstigen Kult-Browsers - und leistet sich im Rahmen der eigens für die "Preview Edition 1" angelegten Webseite eine spezielle "What's new?"-Sektion.

Heute ist ein Browser Newsreader, Mailprogramm und Seiten-Editor und verdaut Webseiten aller möglichen Standards und sogar proprietäre Multimedia-Schnickschnack-Seiten.

In dieser Hinsicht braucht sich Netscape 7 nicht zu verstecken: Was der Internet Explorer kann, das kann er (fast alles) auch. Selbstverständlich ist das nicht: Microsofts unselige ASP-Seiten etwa werden längst nicht von allen Browsern angezeigt, und manche holen nur noch einmal tief Luft, bevor sie in Ohnmacht fallen. Schlapp machte Version 7 in mehreren Tests nur auf ASP-Seiten, die Flash 5-Applets einbinden: Hier zog Netscape es vor, gar nichts zu zeigen - wobei man darüber streiten kann, ob das nun eine Lücke ist oder einfach Weisheit.

Ansonsten ist Version 7 ein Browser, der schon bei der ersten Testfahrt Spaß macht. Denn, siehe da, Netscape 7 gelingt es zum ersten Mal seit Jahren, mit einem Produkt-Release wirklich zu überraschen. Dieser Browser ist cool - und das war so ziemlich das Letzte, was man von Netscape noch erwartete. Und als erster Browser seit Jahren hat er tatsächlich Innovationen zu bieten, die sogar das Surfgefühl verändern
Endlich wieder Wettbewerb auf dem Browsermarkt (2)

Surfen im Vollbild-Modus: Bequem und optisch ansprechend


Netscape 7 ist - obwohl es angeblich erst in einem Preview Release vorliegt - deutlich reifer und runder als sogar die 6.2-Version, die zuletzt so manchen Alt-Fan versöhnte. Version 7 bietet wieder Features, die Version 6 fehlten, früher jedoch Standard waren: Da wäre zuvorderst die Druckvorschau zu nennen.

Die ist aufgeräumt und übersichtlich, bietet dem Nutzer Möglichkeiten, zwischen Ausdruckformaten zu wechseln, den Darstellungs-Maßstab zu verändern und - man höre und staune - auch die Seiteninhalte so zu skalieren, dass wirklich aller Text auf dem Blatt landet - und nicht jeder Satz rechts abgeschnitten zu Ende gedacht werden muss. So was ist erstens praktisch und zweitens eine absolut überfällige, logische Innovation.

Leicht schneller als die 6.2 scheint Version 7 auch noch zu sein, was schon fast an ein Wunder grenzt: Wir luden die satt 14 MB große Installationsdatei der "empfohlenen" Durchschnitts-Konfiguration ohne Neuinstallation von Java, Flash und Co. vom lahmen Netscape FTP-Server und versorgten uns damit in ausgepackter Form immerhin mit einem 40 MB-Browser. Ein Fliegengewicht ist das nicht gerade. Entsprechend langsam ist das Programm im Aufruf, weshalb Netscape - wie schon bei der Vorgängerversion - wieder ein "Quick-Launch" anbietet.

Darauf kann man eingehen, wenn man massig Arbeitsspeicher sein eigen nennt, denn wie bei Reals "Startcenter" heißt Quick-Launch doch nicht mehr, als dass das Programm halb gestartet im Hintergrund lauert und an den Ressourcen des Rechners knabbert.

Ganz im Trend des Denkenverhinderns und Ressourcenfressens bietet Netscape 7 ab Werk nicht nur Quick-Launch an, sondern natürlich auch das lästige, überflüssige Real-Startcenter und - nervig bis zum Abwinken - auch den automatischen Start des Instant Messengers (mit AIM und ICQ), ob man das nun will oder nicht. Schade: Das ist vielleicht servil, letztlich aber ein Griff ins digitale Klo. Völlig überflüssig, denn der Aufruf all dieser Zugaben zum Programm wartet sowieso fest verankert in der Navigationsleiste.

Da prangt nun auch "Radio Netscape": Die Beschallung über rund 120 Sender on Demand ist fest eingebaut, der Klick öffnet einen Radio-Minibrowser. Okay.

Der Browser hat also diesen "Ich kann alles, will alles und drück dir das aufs Auge"-Appeal gar nicht nötig. Wahre Schönheit liegt doch, ganz wie im richtigen Leben, im Detail: Schön ist bei Version 7 vor allem eines, das Browsen.

Hier bietet Netscape als erster Hersteller seit Jahren echte Innovationen.

Karteikarten statt Seiten: Übersichtlich, bequem und nur leicht gewöhnungsbedürftig


Die erste und wichtigste Innovation, die hier zu nennen ist, sind die so genannten "Registerkarten".

Jawoll, das sind Karteikarten, wie sie auch auf dem Rechner in vielerlei Form immer wieder einmal ihren Einsatz finden. Netscape macht das Browserfenster selbst zur "Karteikarte". Klickt man in dieser mit der rechten Maustaste auf ein Link, so öffnet man eine weitere.

Selbst für versierte Surfer, die es gewohnt sind, mit zahlreichen offenen Fenstern zu surfen, verändert sich so das Feeling der Web-Recherche: Alles ist mit einem Mal völlig übersichtlich. Man springt zwischen den ordentlich auf dem Desktop abgelegten Karteikarten hin und her, legt eine weg, nimmt eine neue auf, blättert mit einem Klick zurück zum Ausgangspunkt und so weiter. Spätestens nach drei Minuten fragt man sich, warum Browser nicht schon seit fünf Jahren genau so aussehen.

Für Netscape läuft das unter "optimierte Benutzerführung", und der Begriff ist zur Abwechslung mal keine Werbe-Seifenblase. Das ist wirklich cool.

Überhaupt die rechte Maustaste. Die ist ja bekanntlich für vieles gut, und selbst innerhalb eines Programms für wechselnde Aufgaben. So auch im Falle Version 7. Beim Öffnen oder Download von Seiten kanalisiert die rechte Maustaste das "Wohin damit und was fangen wir damit an?". Verschiebt man etwas in einen Ordner? Öffnet man eine neue Registerkarte? Wird daraus ein Lesezeichen, die im Übrigen weit besser organisiert sind als früher? Lädt man eine gesamte Webseite auf die Festplatte, Downloadmanager zur Wiederaufnahme abgebrochener, auch multipler paralleler Downloads natürlich inklusive?

 
Komfort: Wort im Text markieren, rechte Maustaste - und schon "ergoogelt" man eine Antwort


Oder möchte man einfach googeln?

Das funktioniert ja normalerweise so, indem man die entsprechende Webseite ansurft, dort seine Suchanfrage stellt - und ab geht die Post. Netscape 6 hatte die Google-Suche in das Navigationsfenster integriert, Version 7 natürlich auch. Für alle, die aber sogar zum Eingeben einer Suchanfrage gern noch zu faul sind, gibt es wieder die rechte Maustaste: Einfach ein Wort im laufenden Text markieren, mit der rechten Maustaste darauf klicken - und Google beginnt mit der Suche nach dem markierten Begriff. Eine Funktion, die selbst nicht verlinkten Text zum Hypertext zu machen scheint und tatsächlich bequem ist, wenn es zum Beispiel um Namen geht.

Der Rest ist Schnickschnack, wenn auch manchmal ganz nett.

Oder sogar sexy: Surfen im Vollbild-Modus ohne lästigen Browserrahmen ist zwar nicht unbedingt neu, hier aber nett gelöst und im Verbund mit den "Registerkarten" statt Seiten richtig bequem.

Gut ist auch, dass die Suchfunktionen im Mailprogramm wieder deutlich besser laufen, wenn auch immer noch langsamer als bei Netscape 4.7+: Schlanker heißt da oft halt auch schneller. Aus dem Adressbuch heraus lassen sich ohne Umwege Straßenkarten abrufen - eine Funktion, die man wohl äußerst selten braucht, dann aber vielleicht gern nutzen wird. Unnötig, aber es stört auch nicht.

Unter dem Strich bleibt der Eindruck eines Browsers, der wohl ziemlich schnell vom Preview Release zur ersten Serienversion ernannt werden wird. Mehr noch: Dieses Ding hat erstmals seit vier Jahren das Zeug, dem Internet Explorer nicht nur die Stirn zu bieten, sondern auch einiges an Butter vom Brot zu nehmen. Insofern kommt Netscape vielleicht gerade noch rechtzeitig mit einem guten Produkt, bevor die Marke entgültig in Vergessenheit gerät.

Die erfolgreiche Verteilung des neuen Browsers mag durch die jüngsten Gerichtsentscheidungen im Microsoft-Prozess begünstigt werden. Schon witterten Analysten da, dass so einige PC-Hersteller nun vielleicht auch gegen Zahlung Alternativ-Modelle zum Internet Explorer vorinstallieren würden. Mit Version 7 scheint es gar nicht so unwahrscheinlich, dass sie damit sogar auf eine steigende Kundennachfrage reagieren würden. Das Ausprobieren lohnt sich allemal.

P.S.: Netscape 7 liegt in den Sprachversionen Englisch, Japanisch, Französisch und Deutsch zum Download vor. Version 7 gibt es für die Windows-Plattform in all ihren Varianten, für Mac Os X sowie für "Mac Classic Users" und für Linux. Und für Microsoft gibt es endlich wieder einen Konkurrenten aus dem Hause Netscape - so was belebt ja bekanntlich das Geschäft.





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