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Spitfire33:

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21.06.02 18:32
Heiße Entdeckung
Hormon-Pflaster soll weibliche Lust steigern


Männer können mit Viagra nachhelfen, Frauen dagegen suchten bisher vergeblich nach einem Mittel gegen sexuelle Störungen. Das Warten könnte bald ein Ende haben: Mediziner stellten fest, dass die weibliche Lust steil ansteigt, wenn Hormone über ein Pflaster in den Körper gelangen.

Sexualstörungen bei Frauen verbreitet

"Nicht heute, Schatz, ich habe Kopfschmerzen" - wenn Frauen den Spaß an der Lust verlieren, ist guter Rat teuer. Wundermittel aller Art gibt es seit Jahrhunderten, wirksame Medikamente dagegen bis heute nicht. Dabei sind Millionen von Frauen von Sexualstörungen betroffen. Mangelnde Libido, die Unfähigkeit zum Orgasmus und Unterleibskrämpfe zählen zu den Symptomen eines Leidens, das US-Forscher Female Sexual Dysfunction (FSD) getauft haben.

Verschiedene Ursachen für gehemmte Lust

Davon sind in den westlichen Industrienationen bis zu 50 Prozent der Frauen betroffen. Neben psychischen Gründen machen die Wissenschaftler unter anderem einen zu hohen Blutzuckerspiegel, Bluthochdruck und Herzerkrankungen für die weibliche Lustlosigkeit verantwortlich. In den Wechseljahren können stark absinkende Hormonwerte die Störungen auslösen.

Hormon-Ersatzstoffe heizen die Lust an

Ein Forscherteam University of Southern California fand jetzt heraus, dass Hormon-Ersatzstoffe, die eigentlich die körperlichen Beschwerden während der Wechseljahre lindern sollen, die Lust anheizen - wenn sie über die Haut verabreicht werden. Die Entdeckung, auf dem Berliner Weltkongress über die Menopause vorgestellt, gelang der Gruppe um den Gynäkologen Subir Roy bei der Untersuchung unterschiedlicher Arten von Hormon-Therapien. Während der Wechseljahre stellt der weibliche Körper langsam die Produktion wichtiger Hormone ein, was zu Symptomen wie Hitzewallungen und vaginaler Trockenheit führt. Um die Beschwerden in den Griff zu bekommen, werden weibliche Hormone (Östrogene) zusammen mit synthetischen Ersatzstoffen verabreicht.

Männliche Hormone steigern die Libido

Das Problem mit der schwächelnden Wollust können weibliche Hormone indes nicht beheben. Ihre maskulinen Gegenstücke aber, die Androgene, schneiden in dieser Disziplin besser ab. "Frühere Untersuchungen haben gezeigt, dass männliche Hormone die Libido von Frauen steigern können", erklärt Subir Roy: "Allerdings sind Androgen-Therapien äußerst schwierig, da es keine Erkenntnisse über Langzeitwirkungen und die richtige Dosierung gibt. Es kam schon oft zu Nebenwirkungen." Mit männlichen Hormonen behandelte Frauen seien nicht nur der Akne anheim gefallen, sondern hätten plötzlich über ungewöhnlichen Haarwuchs am ganzen Körper geklagt.

Östrogen-Pflaster regt Hormone an

Eine Frau verfügt jedoch von Natur aus in geringem Maße über männliche Hormone. Und die, fanden die Forscher heraus, können durch Östrogen-Pflaster aus der Reserve gelockt werden. Denn im Gegensatz zu Hormon-Tabletten, die durch ihre rasche und starke Wirkung die Menge männlicher Hormone im Blut senken, geben die Pflaster ihre Wirkstoffe langsam ab - und in viel geringerer Dosierung als Tabletten, da sie auf dem Weg durch die Haut die Leber umgehen. "Dadurch kann der weibliche Körper die männlichen Hormone, die er bereits in sich trägt, besser verwerten", glaubt Roy. "Bei Patientinnen, die Hormone über ein Pflaster statt oral bekamen, haben wir erhöhte Mengen von Androgenen gemessen."
Sexuelle Erfüllung auch nach den Wechseljahren
Die betreffenden Frauen, berichtet der Doktor, berichteten von einem bunten Lebenswandel. Wieder sexuelle Erfüllung erleben zu können, sei bei weitem nicht das Einzige gewesen. Manche Patientinnen hätten davon geschwärmt, den Höhepunkt intensiver als zuvor zu erleben und ihn bewusst kontrollieren zu können. "Viele Frauen in den Wechseljahren akzeptieren Sexualstörungen als normalen Teil des Alterns", sagt Roy. "Während Männer eine kleine blaue Pille einnehmen können, haben Frauen bisher keine solche Möglichkeit." Von den neuen Erkenntnissen über die Haut-Therapie erhofft sich der Mediziner jetzt neue Behandlungsmethoden während und nach den Wechseljahren.

Nur vorläufiges Ergebnis

Allerdings räumt Roy ein, dass seine Erkenntnisse nur vorläufiger Natur seien: Für ein repräsentatives Resultat sei die Testpersonen-Gruppe von 23 Frauen schlicht zu klein. Doch der Gynäkologe ist zuversichtlich: "Eine größere Untersuchung über einen längeren Zeitraum wird unsere Ergebnisse bestätigen."


Beglückende Lustmittel


Cremige Mixturen und Wunderpillen versprechen jetzt auch den Frauen mehr Lust an der Lust. Die Kundinnen scheinen zufrieden - auch ohne harte Fakten und Studien


Frauen: "Recht auf Spaß am Sex"
© PhotoDisc

 
"Dream Cream", die Kreation des New Yorker Urologen Jed Kaminetsky, verspricht den Frauen mehr Spaß am Sex. Die Creme ist eine Mixtur aus der Aminosäure L-Arginin und anderen Zutaten und soll die Durchblutung des Vaginalbereichs sowie den weiblichen Orgasmus fördern. Seit 1999 hat Kaminetsky schon mehrere hundert Kilogramm des Produkts verkauft. Seine Kundinnen scheinen zufrieden, auch wenn keine harten Fakten oder Studien über die Wirkung von "Dream Cream" existieren.

Eigentlich ist Jed Kaminetsky Spezialist für die Probleme des männlichen Geschlechts. Seit der Pharmakonzern Pfizer vor drei Jahren Viagra auf den Markt brachte, hat Kaminetsky etwa 3000 Männern die kleine blaue Pille verschrieben. Doch bald war ihm klar, dass damit nur eine Hälfte des Problems gelöst war. Viele Männer haben dank Viagra zwar eine Erektion, doch die Frauen können zuweilen nichts damit anfangen.

Doch seit Viagra sehen Forschung und Pharmaindustrie auch in der weiblichen Sexualität ein weites Feld für mehr Lust- und Geldgewinn. Viele große Konzerne sind dabei, Mittel gegen sexuelle Störungen bei Frauen zu entwickeln. In mehreren Studien wird die Wirkung von Viagra bei Frauen erprobt. Einige Konzerne, darunter auch Procter and Gamble, experimentieren mit Testosteron-Präparaten. Das männliche Hormon soll Frauen nach den Wechseljahren zu mehr Lust verhelfen. Andere Firmen entwickeln Medikamente auf Basis von Östrogenen. Im vergangenen Sommer hat Pharmacia "Vagifem" eingeführt, das gegen trockene Haut im Genitalbereich wirkt, ebenfalls ein Symptom, das nach den Wechseljahren auftritt. Für mehr sexuelle Erregung der Frau ist bislang jedoch einzig "Eros-CTD", ein kleiner Saugapparat, von der US-Gesundheitsbehörde FDA zugelassen.



"Recht auf Spaß am Sex"

"Es bewegt sich viel, ich bin sicher, dass es in einigen Jahren ein großes medizinisches Angebot für Frauen mit sexuellen Problemen geben wird", sagt die Therapeutin Laura Berman. "Vor ein paar Jahren gab es noch fast überhaupt nichts in diesem Forschungszweig", sagt sie. "Jetzt wissen wir viel mehr über die Rolle von Testosteron, über die Verbindung von Kopf und Körper, über die Bedeutung der Durchblutung im Genitalbereich." Gemeinsam mit ihrer Schwester kämpft sie gegen das alte Vorurteil, dass sexuelle Probleme von Frauen immer psychische Ursachen haben. Im Januar gaben sie "For Women only" heraus, ein populärwissenschaftliches Aufklärungsbuch mit Schwerpunkt auf medizinischen Vorgängen und möglichen Behandlungsmethoden bei sexuellen Störungen.

"Jeder mag die Idee eines Wundermittels", sagt Berman und ihrer Meinung nach hätten "Frauen ein Recht auf Spaß am Sex." "Es ist einfach verantwortungslos, sich nur den Problemen im Kopf zuzuwenden", sagt Laura Berman. Für genauso unverantwortlich hält sie es jedoch, sexuelle Probleme nur mit Medikamenten bekämpfen zu wollen.



Kritiker: Lustpillen sind Unsinn

Kritisch sieht das der Gynäkologe und Sexualtherapeut Marc Ganem von der französischen Gesellschaft für klinische Sexologie in Paris: "Wer Sexualität auf die Durchblutungseigenschaften der Genitalien reduziert, macht einen großen Fehler", sagte er. Die Suche nach Medikamenten, die die Durchblutung der Klitoris steigern und so den Sex-Genuss fördern sollen, hält er für unsinnig: "Selbst wenn man solche Stoffe finden sollte, wird diese Strategie keinen Erfolg haben. Wir wissen längst, dass eine Frau auch ohne gesteigerten Blutfluss und ohne die Bildung von Gleitflüssigkeit in der Scheide (Lubrikation) einen Orgasmus haben kann."

Wie Ganem warnte auch die Sexualforscherin Beverly Whipple von der State University of New Jersey in Rutgers davor, Sexualstörungen bei Frauen mit männlicher Impotenz gleichzusetzen. "Der Körper einer Frau funktioniert einfach anders als der eines Mannes", betonte Whipple. Und die Psychologin Leonore Tiefer vom Institut für Urologie des Montefiore Medical Center in New York wirft der Pharma-Industrie sogar vor, einen neuen Markt schaffen zu wollen. Nach ihrer Ansicht hätten viele Frauen nur deshalb sexuelle Problem, weil sie " Ängste, falsche Moralvorstellungen oder Probleme mit ihrer Partnerschaft haben." Nur bei einem sehr kleinen Teil aller Frauen mit Sexualstörungen würden tatsächlich körperliche Defekte eine Rolle spielen. Der Grund dafür liegt für den Gynäkologen Ganem auf der Hand. "Nicht die Genitalien, sondern das Gehirn ist das Hauptorgan der menschlichen Sexualität."




Sexuelle Probleme der Frau
Rund 80 Prozent aller Frauen leiden mindestens einmal in ihrem Leben an sexuellen Störungen, bemerkt Albrecht Pfleiderer, Professor für Gynäkologie in Freiburg, im Fachbuch "Gynäkologie und Geburtshilfe". Die Störungen treten unterschiedlich stark und lang auf.

Was sind die Probleme?

 Fehlende Lust auf sexuelle Betätigung (Libidoverlust) bis zur totalen sexuellen Gefühlskälte. Früher wurde dieser Zustand als Frigidität (wörtlich: Kälte) bezeichnet, heute spricht man von einem totalen Libidoverlust.
 Kein oder nur schwer zu erlangender Orgasmus trotz vorhandener Lust (Anorgasmie)
 Schmerzen beim Geschlechtsverkehr: Nach der so genannten Menopause, also dem Beginn der Wechseljahre (des Klimakteriums) kann es auf Grund von Östrogenmangel zu trockener Schleimhaut in der Scheide kommen.
 Scheidenkrampf (Vaginismus)
Was sind die Ursachen?

Meistens sind die Ursachen für sexuelle Probleme psychischer Natur. Depressionen, sexueller Missbrauch in der Vergangenheit, Unzufriedenheit mit der Partnerschaft oder ein verzerrtes Körperbild können beispielsweise den Spaß an der Sexualität beeinträchtigen.

Manche Frauen haben Operationen hinter sich, die sie als "entstellend" empfinden und die oft zu einer totalen sexuellen Verweigerung führen. Brustentfernung, große Narben, künstlicher Darmausgang, aber auch die Entfernung der Gebärmutter können sich lebens- und sexualitätsverändernd auswirken.

Ein Teil der Probleme kann organisch bedingt sein. In den Wechseljahren können trockene Schleimhaut und Schrumpfung des Scheidengewebes das Eindringen des Partners erschweren. Teilweise ist das auf hormonelle Veränderungen in den Wechseljahren und andere altersbedingte Prozesse zurückzuführen.

Die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) kann zu häufigen Entzündungen und zu Empfindungsstörungen führen. Rauchen, Lungen- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen zu einer verminderten Belastbarkeit beim Geschlechtsverkehr. Manchmal sind es auch Fettleibigkeit und Erkrankungen der Gelenke und des Rückens, die Frauen die Freude am Sex verleiden können.

Welche diagnostischen Möglichkeiten gibt es?

Um organische Ursachen auszuschließen, sollte eine frauenärztliche (gynäkologische) Untersuchung erfolgen. Ist möglicherweise die Scheide zu trocken oder liegt eine Scheidenentzündung vor (z.B. Pilzerkrankung)?

Gespräche über die sexuellen Erfahrungen können die psychischen Ursachen erhellen. Was ist das sexuelle Problem? Wie war die sexuelle Entwicklung in der Kindheit? Gab es sexuellen Missbrauch? Wie sah die Sexualität in den früheren Partnerschaften aus? Wie ist die gegenwärtige Partnerschaft und wie werden Probleme miteinander besprochen?

Welche therapeutischen Möglichkeiten gibt es?

Zunächst müssen immer die organischen Ursachen behoben werden (z.B. Östrogensalbe bei trockener Scheide in den Wechseljahren, Anti-Pilzcreme bei Pilzinfektion der Scheide).

Psychische Ursachen lassen sich häufig durch gezielte Aufklärung und Beratung (Sexualtherapie) lösen. Eine Therapie innerhalb der Paarbeziehung ist meistens nur möglich, wenn beide Partner zu einer Therapie bereit sind (Paartherapie).

Gesprächstherapie

Ein Hauptziel der Gesprächstherapie ist die Stärkung des Selbstwertgefühls. Der Therapeut versucht, mögliche Versagensängste abzubauen.

Um das Erleben von Sexualität und Zärtlichkeit voneinander zu trennen, setzen viele Therapeuten zunächst auf striktes Verbot des partnerschaftlichen Sexualverkehrs. Zärtlichkeit wird dadurch von dem negativen Erlebnis des Geschlechtsverkehrs (Kohabitation) getrennt und kann wieder zugelassen werden.

In der weiteren Therapie sollen die Partner ihre sexuellen Wünsche und Idealvorstellungen von Sexualität benennen lernen. Dabei ist es auch wichtig, Defizite des Partners und der Partnerschaft anzusprechen.

Antworten
Immobilienhai:

hallo oswalt o.T.

 
21.06.02 22:30
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