”Falsch interpretiert,ob bewusst oder unbewusst...!
Der Klimawandel, sprich extreme Temperaturen führen wir mit unserem Verbrennen von Öl und Gas mit herbei. Sprich Treibhauseffekt, kann man googeln, gibt genug Ifo dazu...
Um dem Klimawandel/Treibhauseffekt entgegen zu wirken, wäre ein richtiger Schritt, der Ausstieg aus fossilen Brennstoffen. D.H. Umstieg auf Wasserstoff als "Brennmedium" und weg von Öl und Gas soweit möglich. Gleichzeitig wären wir unabhängiger von Öl/Gas Lieferanten.
Bei der Erzeugung von Wasserstoff zählt Nel zu den führenden Unternehmen im Bereich Elektrollyseanlagen, ist also rel. sicher mit dabei! Quelle:
https://www.elektrolyseur-vergleich.de/elektrolyseur-hersteller/Niemand hat das gesagt: "dass ihr steigende Temperaturen automatisch mit steigenden Umsätzen für Nel gleichsetzt". Kannst aber gerne mal eine vernünftige Lösung für unser Klimaproblem bringen, bzw. Alternativen zu Öl/Gas...
TheCat, 05.08.26 21:27
Hallo Cat, ich kann deine Frage gerne beantworten.
Du stellst hier eine falsche Alternative auf: entweder Öl und Gas oder Wasserstoff. Tatsächlich besteht die Lösung aus einem ganzen Bündel verschiedener Technologien – wobei Wasserstoff nur dort sinnvoll ist, wo eine direkte Nutzung von Strom technisch schwierig ist.
Wasserstoff ist keine Energiequelle, sondern ein Energieträger. Für grünen Wasserstoff muss zunächst Strom erzeugt, anschließend Wasser elektrolysiert, der Wasserstoff verdichtet, gespeichert und transportiert werden. Bei einer späteren Rückverstromung entstehen weitere Verluste. Der IPCC weist ausdrücklich darauf hin, dass diese indirekte Elektrifizierung weniger effizient ist als die direkte Nutzung des Stroms. Selbst die IEA rechnet beim Elektrolyseur derzeit nur mit einem durchschnittlichen Wirkungsgrad von ungefähr 65 Prozent – noch bevor Verdichtung, Transport oder Rückverstromung berücksichtigt werden.
Die sinnvolleren Alternativen zu Öl und Gas unterscheiden sich daher je nach Anwendungsgebiet:
– Gebäude: Wärmedämmung, Wärmepumpen, Solarthermie und klimafreundliche Fernwärme statt Wasserstoffheizungen. Die EU setzt beim Ersatz von Gasheizungen ausdrücklich auf effiziente Wärmepumpen und Gebäudesanierungen.
– Autos und leichter Straßenverkehr: batterieelektrische Fahrzeuge, Bahn und öffentlicher Verkehr. Hier ist die direkte Stromnutzung wesentlich effizienter als der Umweg über Wasserstoff.
– Stromversorgung: Windkraft, Photovoltaik, Wasserkraft, gegebenenfalls Kernenergie, stärkere Stromnetze, Batteriespeicher, Pumpspeicher und eine flexible Steuerung des Verbrauchs.
– Industrie: elektrische Öfen, industrielle Wärmepumpen, Recycling, effizientere Produktionsverfahren und Materialeinsparung. Auch die EU bezeichnet die direkte Elektrifizierung durch Elektrofahrzeuge, Wärmepumpen und elektrische Industrieprozesse als zentralen Bestandteil der Energiewende.
Wasserstoff wird trotzdem gebraucht – aber vor allem in schwer elektrifizierbaren Bereichen: beispielsweise als Rohstoff für Ammoniak und Chemikalien, möglicherweise für die Direktreduktion von Stahl, zur Dekarbonisierung bestehender Raffinerieprozesse sowie in Form von Wasserstoffderivaten für Teile der Schifffahrt und Luftfahrt. Genau diese begrenzte, strategische Rolle nennt auch die IEA für Österreich: Stahl, Chemie und Raffinerien.
Die vernünftige Strategie lautet deshalb nicht „alles auf Wasserstoff umstellen“, sondern:
Strom direkt nutzen, wo immer es möglich ist. Wasserstoff dort einsetzen, wo es keine wirtschaftlich bessere Alternative gibt.
Und daraus folgt auch nicht automatisch, dass Nel ein relativ sicheres Investment ist. Selbst wenn Nel zu den bekannten Elektrolyseurherstellern gehört, sagt das noch nichts darüber aus, ob das Unternehmen künftig genügend Aufträge erhält, diese profitabel abwickelt, seine Marktanteile behauptet oder mit chinesischen und europäischen Wettbewerbern preislich mithalten kann.
Zwischen den Aussagen
„Der Klimawandel muss bekämpft werden“,
„dafür wird auch Wasserstoff benötigt“
und
„deshalb wird Nel wirtschaftlich erfolgreich sein“
liegen zwei erhebliche logische Sprünge. Eine Herstellerliste auf einer Vergleichswebsite ersetzt keine Analyse von Umsatz, Auftragseingang, Margen, Cashflow, Kapitalbedarf und Wettbewerb.