Allein die Idee wäre bis vor kurzen noch unvorstellbar gewesen: Die Technologiebörse Nasdaq hat laut einem US-Pressebericht dem Konkurrenten NYSE Verhandlungen über eine Fusion vorgeschlagen. Drei Jahre nach dem Platzen der Tech-Aktien-Blase kämpft die Nasdaq ums Überleben.
New York - Nasdaq-Chef Robert Greifeld habe die Fusionsidee vor rund drei Wochen gegenüber der NYSE ins Spiel gebracht, berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf informierte Kreise. Noch sei nicht klar, ob die größere und traditionellere New York Stock Exchange (NYSE) Verhandlungen mit der Tech-Börse aufnehmen werde oder das Angebot ablehne.
In der vergangenen Woche war der Goldman-Sachs-Banker John Thain zum neuen Chef der NYSE bestimmt worden. Thain wird sein Amt im Januar antreten. Zu seinen Aufgaben werde auch gehören, über die Avancen der Nasdaq zu entscheiden, so das "Journal". In der momentanen Phase habe die Nasdaq noch kein formelles Angebot eingereicht, sondern nur die Idee geäußert. Weder Nasdaq noch NYSE wollten laut Bericht offiziell zur Möglichkeit eines Mergers und Verhandlungen darüber Stellung nehmen.
Eine Krisen- und eine Skandal-Börse
Beide Börsen kämpfen mit mehr oder weniger dramatischen Problemen. Die Nasdaq , die den Handel über ein Computer-Netzwerk abwickelt, hat sich noch immer nicht vom Ende des Tech-Booms vor fast vier Jahren erholt. Die Zahl der gelisteten Aktien nimmt ab, von neuen Börsengängen profitiert vor allem die NYSE. Zugleich nehmen elektronische Handelsplattformen (ECN) wie Instinet oder Archipelago der Tech-Börse Marktanteile sogar beim Handel mit Nasdaq-gelisteten Aktien ab.
Auch die NYSE steht vor großen technologischen Herausforderungen. Zum ersten Mal seit den siebziger Jahren könnte ihr Marktanteil beim Handel mit NYSE-geführten Aktien unter 80 Prozent fallen. Die "Specialists" genannten Kursmakler der NYSE, die im traditionellen Parketthandel nach dem Auktionsverfahren handeln, stehen zunehmend in der Kritik.
Mehrere Makelfirmen sind - zusammen mit der NYSE selbst - erst in der vergangenen Woche vom Pensionsfonds Calpers verklagt worden. Er wirft ihnen und der Börse vor, Transaktionen nicht zum bestmöglichen Preis durchgeführt zu haben. Zugleich stehen der NYSE organisatorische Neuerungen bevor, nachdem der langjährige Chef Richard Grasso im September wegen des Streits um sein Entlohnungs- und Pensionspaket im Umfang von 187,5 Millionen Dollar zurückgetreten war. So sollen die Ämter des Chairman und des CEO künftig getrennt werden, um Ethik-Skandale zu vermeiden und die Entscheidungsprozesse der Börse transparenter zu machen.
NYSE und Nasdaq haben bereits in der Vergangenheit die Möglichkeit einer Fusion geprüft - ohne Ergebnis. Kartellrechtliche Bedenken und die Schwierigkeiten, die Handelssysteme zusammenzuführen, könnten einem Merger entgegenstehen. Ausgeschlossen scheint eine Fusion aber nicht mehr: Die Nasdaq ist bedroht wie selten in ihrer über 30-jährigen Geschichte. Zudem hat sich auch der Chef der Börsenaufsicht SEC, William Donaldson, für eine stärkere Zentralisierung des Handels in den USA ausgesprochen.
New York - Nasdaq-Chef Robert Greifeld habe die Fusionsidee vor rund drei Wochen gegenüber der NYSE ins Spiel gebracht, berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf informierte Kreise. Noch sei nicht klar, ob die größere und traditionellere New York Stock Exchange (NYSE) Verhandlungen mit der Tech-Börse aufnehmen werde oder das Angebot ablehne.
In der vergangenen Woche war der Goldman-Sachs-Banker John Thain zum neuen Chef der NYSE bestimmt worden. Thain wird sein Amt im Januar antreten. Zu seinen Aufgaben werde auch gehören, über die Avancen der Nasdaq zu entscheiden, so das "Journal". In der momentanen Phase habe die Nasdaq noch kein formelles Angebot eingereicht, sondern nur die Idee geäußert. Weder Nasdaq noch NYSE wollten laut Bericht offiziell zur Möglichkeit eines Mergers und Verhandlungen darüber Stellung nehmen.
Eine Krisen- und eine Skandal-Börse
Beide Börsen kämpfen mit mehr oder weniger dramatischen Problemen. Die Nasdaq , die den Handel über ein Computer-Netzwerk abwickelt, hat sich noch immer nicht vom Ende des Tech-Booms vor fast vier Jahren erholt. Die Zahl der gelisteten Aktien nimmt ab, von neuen Börsengängen profitiert vor allem die NYSE. Zugleich nehmen elektronische Handelsplattformen (ECN) wie Instinet oder Archipelago der Tech-Börse Marktanteile sogar beim Handel mit Nasdaq-gelisteten Aktien ab.
Auch die NYSE steht vor großen technologischen Herausforderungen. Zum ersten Mal seit den siebziger Jahren könnte ihr Marktanteil beim Handel mit NYSE-geführten Aktien unter 80 Prozent fallen. Die "Specialists" genannten Kursmakler der NYSE, die im traditionellen Parketthandel nach dem Auktionsverfahren handeln, stehen zunehmend in der Kritik.
Mehrere Makelfirmen sind - zusammen mit der NYSE selbst - erst in der vergangenen Woche vom Pensionsfonds Calpers verklagt worden. Er wirft ihnen und der Börse vor, Transaktionen nicht zum bestmöglichen Preis durchgeführt zu haben. Zugleich stehen der NYSE organisatorische Neuerungen bevor, nachdem der langjährige Chef Richard Grasso im September wegen des Streits um sein Entlohnungs- und Pensionspaket im Umfang von 187,5 Millionen Dollar zurückgetreten war. So sollen die Ämter des Chairman und des CEO künftig getrennt werden, um Ethik-Skandale zu vermeiden und die Entscheidungsprozesse der Börse transparenter zu machen.
NYSE und Nasdaq haben bereits in der Vergangenheit die Möglichkeit einer Fusion geprüft - ohne Ergebnis. Kartellrechtliche Bedenken und die Schwierigkeiten, die Handelssysteme zusammenzuführen, könnten einem Merger entgegenstehen. Ausgeschlossen scheint eine Fusion aber nicht mehr: Die Nasdaq ist bedroht wie selten in ihrer über 30-jährigen Geschichte. Zudem hat sich auch der Chef der Börsenaufsicht SEC, William Donaldson, für eine stärkere Zentralisierung des Handels in den USA ausgesprochen.