Narrenschiff Börse


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big lebowsky:

Narrenschiff Börse

 
15.02.05 08:47
"Schwarzbuch" zeigt den Aktienmarkt als Narrenschiff
Skandale, Mißstände und Pleiten rund um das Börsengeschehen 2004 - SdK enthüllt Schattenseiten des deutschen Kapitalmarkts
von Daniel Eckert

 
Produktion von Glühkerzen im Ludwigsburger Werk der Beru AG
Foto: dpa  
Berlin - In der berühmten Groteske "Das Narrenschiff" brandmarkt der frühneuzeitliche Dichter Sebastian Brant die Torheiten, Fehltritte und Laster seiner Zeitgenossen. Viele der Verfehlungen, die darin den Menschen des 15. Jahrhunderts nachgesagt werden, finden Anleger nun auch im "Schwarzbuch Börse 2004" der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) wieder. Denn wie die Aktionärsschützer zeigen, sind die Skandale, Mißstände und Pleiten rund um das Börsengeschehen allzu oft der Ausfluß allzumenschlicher Schwächen.


Hart im Wind segelt nach Überzeugung der SdK zum Beispiel die Führungsriege des Automobilzulieferers Beru. Ende vergangenen Jahres nahm sich der US-Konkurrent Borg Warner vor, Beru zu übernehmen. Doch statt zumindest den Übernahmepreis hochzutreiben und damit die Interessen der Aktionäre zu vertreten, war die Beru-Führungsriege anscheinend mehr darauf bedacht, selbst nicht zu kurz zu kommen. So bezeichneten Vorstand und Aufsichtsrat das Angebot von 67,50 Euro pro Beru-Aktie trotz vielfach anderweitiger Einschätzungen als fair und angemessen. Während die Kleinanleger laut SdK dadurch mit "einem Knochen abgespeist" wurden, ließen sich zwei Beru-Vorstandsmitglieder für die "erhebliche Mehrarbeit im Rahmen des Veräußerungsprozesses" vom Aufsichtsrat eine Sonderzahlung in Höhe von insgesamt schlappen 603 000 Euro zusprechen.


Ein weiterer Leichtmatrose des Börsen-Narrenschiffs ist sicherlich Borussia Dortmund. Bei der Kicker-AG schaffte es das Management nicht nur, eine Kapitalerhöhung durchzudrücken, bei der der Ausgabekurs der jungen Aktien über dem der alten lag und gleichzeitig ein Bezugsrecht auszuschließen, was auf eine partielle Enteignung der Altaktionäre hinauslief. Darüber hinaus wurde unter handverlesenen Investoren ein Booklet mit Zahlen verteilt, die "den Aktionären trotz Aufforderung weder während der Kapitalerhöhung noch anläßlich der Hauptversammlung zugänglich gemacht wurden." Aufschlußreich war auch das jährliche Aktionärstreffen, bei dem der Großaktionär Florian Homm sich nicht zu schade war, vor einem Mobbing gegen die Geschäftsführung der Gesellschaft zu warnen. Dabei hatten die BVB-Manager in nur drei Jahren 140 Mio. Euro Eigenkapital in 120 bis 150 Mio. Euro Schulden verwandelt. Bezeichnend für den Zustand der Aktionärkultur im Lande ist auch das Kölner Immobilienunternehmen CBB. Dessen Chef gelang es zwar nicht, eine ordentliche Bilanz vorzulegen, dafür raunzte er einen Aktionär während der HV an: "Halten Sie die Schnauze." Zum Ausgleich wußte er keine Auskunft zu geben über den Verbleib einer bescheidenen Summe von 400 Mio. Franken, die dem kriselnden Unternehmen hätte zufließen sollen. Das Geld sei "eine Legende wie der Yeti", so sein Kommentar. Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft.


Auch die Übernahme des Basischemie-Unternehmens Celanese durch den Finanzinvestor Blackstone verdient laut SdK schlicht das Attribut "skandalös". Ähnlich wie im Fall Beru priesen Vorstand und Aufsichtsrat das Übernahmeangebot als fair und angemessen - diesmal unterstützt durch eine Einschätzung der Investmentbank Goldman Sachs. Das Urteil der Goldmänner könnte allerdings dadurch getrübt sein, daß sie nicht nur als Berater bei der Übernahme fungierten, sondern nach Abschluß der Transaktion auch mit einem "Bonushonorar" von elf Mio. Euro belohnt wurden.

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big lebowsky:

Hurra wir verblöden

 
15.02.05 09:02
Investoren müssen Versprechen der Unternehmen genau prüfen - Managern fehlt es oft an Konsequenz
von Jens Wiegmann

 
Chris Gent, Ex-Vodafone-Chef (l.) und Klaus Esser, früher Vorstandschef bei Mannesmann
Foto: dpa  
Berlin - Die Börsianer sind entzückt: Die Tinte unter dem Vertrag zwischen dem US-Telefonriesen AT&T und seinem Käufer SBC ist noch nicht ganz trocken, da folgt schon der nächste Coup der Übernahmespezialisten: Verizon schluckt MCI. Solche Ankündigungen lassen nicht nur den Aktienkurs des zu kaufenden Unternehmens steigen. Häufig treibt die neue entflammte Phantasie zu Fusionen und Übernahmen (Mergers & Acquisitions, M&A) auch andere Titel der Branche oder sogar den Gesamtmarkt. Den Kurssprüngen folgt allerdings später oft die Ernüchterung. "Wenn der Zusammenschluß erst mal gelaufen ist und sich die Finanzmärkte wieder beruhigt haben, entpuppen sich viele Deals für Anleger nicht als das Gelbe vom Ei", sagt Jürgen Kurz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Die Aktionäre der 1998 entstandenen Daimler-Chrysler AG können ein Lied davon singen: Seit dem Höchststand der Aktie im April 1999 wurden knapp 60 Mrd. Euro an Börsenwert vernichtet.


Der Erfolg einer M&A-Aktion ist schwer meßbar. Der Kursverlauf zeigt nur einen Teil des Bildes, da mit dem Platzen der Aktienblase im Jahr 2000 - der bisherige Höhepunkt der globalen M&A-Aktivitäten - der Gesamtmarkt einbrach. Selbst wenn sich der Kurs seit der Transaktion schlechter entwickelt hat als der Branchenindex stellt sich allerdings die Frage, ob Investoren ansonsten nicht noch mehr verloren hätten. Aber es gibt Orientierungshilfen für Anleger.


In einigen Branchen ist die Integration eines übernommenen Unternehmens leichter, das Heben von Synergien erfolgreicher. In der Konsumgüterindustrie würden Skaleneffekte und die gestärkte Marktmacht gegenüber den Handelsketten für eine erfolgreiche Verschmelzung sprechen, sagt Thomas Ehren, Managing Partner des Bereichs Corporate Finance bei KPMG. "Die Integration ist einfacher als in vielen anderen Fällen, da häufig der Name und die Produkte übernommen und nur die Vertriebswege angepaßt werden." Analysten sind deshalb für die angekündigte Übernahme von Gillette durch Procter & Gamble zuversichtlich. Die Gewinnung neuer Marktanteile werde häufig überschätzt, sagt Ehren. Erfahrungsgemäß läuft es besser, wenn es um "feste" Größen wie eine etablierte Marke oder Kunden geht. Problematisch werde es, wenn die Hoffnung auf einen Ausbau der Marktanteile auf "weicheren" Faktoren ruht, zum Beispiel auf geistigem Eigentum sowie Forschung & Entwicklung. "Wenn die Kulturen bei dem Zusammenschluß nicht passen und viele Kreative, die einen Großteil des Unternehmenswertes ausmachen, deswegen gehen, kann eine Fusion daran scheitern." Überhaupt seien "weiche" Faktoren nicht zu unterschätzen, so Ehren. "Auch heute im Zeitalter der Globalisierung sind internationale Fusionen und Übernahmen wesentlich schwieriger als nationale."


Reinhild Keitel von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) empfiehlt, sich zu allererst den Zustand der beiden Firmen genau anzuschauen. "Wenn beide schlecht dastehen, wird wahrscheinlich auch ein neues, größeres Unternehmen nicht die Lösung sein." Sind beide gesund, stellt sich als nächstes die Frage, ob der geplante Preis für den Kauf gerechtfertigt ist. Die versprochenen Einsparpotentiale sind zwar für Außenstehende schwer nachzuvollziehen. Als Faustformel gilt aber, daß die Synergieziele im Vorfeld generell sehr hoch angesetzt werden, um die Aktionäre zu überzeugen. "Die Berechnungen der höchstmöglichen Synergieeffekte ist zumeist rein theoretisch - menschliche Faktoren wie Besitzstände, Führungsstile, Unternehmenskulturen oder politische Interessen fließen kaum mit ein", sagt Kurz.

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Verdampfer:

Da wünscht sich aber jemand ...

 
15.02.05 09:13
... ganz schwer das die Kurse langsam wieder
runter gehen,oder?

Nur so´n Eindruck von mir.  ;)

Ein meistens stiller Mitleser.

Mit Gruß vom Dampfer Narrenschiff Börse 1815814

 

 
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big lebowsky:

Korrekt--gegen fallende Kurse hätte ich im Moment

 
15.02.05 09:29
nichts einzuwenden. Aber das kann morgen schon wieder anders sein.

Die Beispiele zum Narrenschiff und zu den Mergeraktivitäten fand ich nur sehr bemerkenswert.Gerade bei Borussia Dortmund kann ich (als Fan) nur noch meinen Kopf schütteln.All in all fast 250 Mio verbrannt in 4 Jahren. Das ist ein Fall für den Staatsanwalt.Wenn ich den Meyer noch über Management und buisness bei Fussballclubs reden höre, dann gehen die Lampen aus. Komplett unfähig der Mann. Genau wie Schremp.Unglaublich!! Bald ist Mercedes im Eimer.Mit Smart über 2,5 Mrd versenkt.Den Schrott braucht keiner.Mitsubishi rätselhaft; Chrysler zu Lasten Mercedes saniert.Wenn das Management ist, dann gute Nacht....

Nur so meine Gedanken.
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Schwertfeger:

mit smart haben die 2,5 mrd versenkt?

 
15.02.05 09:41
wußte ich nicht.

läuft der nicht, oder wie oder was?

bei uns im ort fahren etliche jugendliche (vor allem Mädels)

damit als abi geschenk ihrer eltern durch die gegend.

hätte vom gefühl her gesagt das ding ist ein renner....!!
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