Naher Osten: Keine Morde mehr im Namen Gottes


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Guido:

Naher Osten: Keine Morde mehr im Namen Gottes

 
24.01.02 08:07
Mittwoch, 23. Januar 2002
Religionsführer machen Politik
Ein Bericht von n-tv-Nahostkorrespondent Ulrich W. Sahm  

Im Nahen Osten darf jetzt nicht mehr "im Namen Gottes" gemordet werden.
Darauf haben sich namhafte Religionsführer der drei
monotheistischen Religionen im ägyptischen Alexandrien geeinigt. Mit ihrem bis dahin präzedenzlosen politischen Schritt wollen sie die Religion künftig aus der Politik heraushalten. "Die Hetze und die Gewalt müssten vor allem im Heiligen Land umgehend eingestellt werden", befanden
Moslems, Christen und Juden, darunter ein Oberrabbiner, ein Patriarch und die führenden geistlichen Führer des Islam. Den Segen zu dem Treffen der Geistlichkeit gaben die Hoheiten der Politik: Ministerpräsident Ariel Scharon,
Palästinenserpräsident Jassir Arafat, Ägyptens Präsident Hosni Mubarak und der britische Premier Tony Blair.
Die diplomatisch ausformulierte Abschlusserklärung enthält eine Absage an die Selbstmordattentate und verlangt eine Respektierung des Erbes "aller Religionen" im Heiligen Land. Dies geht vor allem an die Adresse der Moslems, auch das jüdische Erbe anzuerkennen.
Wörtlich heißt es: "Im Namen Gottes, gesegnet sei er. Wir die religiösen Führer der Religionsgemeinschaften im Heiligen Land, Islam, Christentum und Judentum, kamen zusammen, um hiermit unsere Verpflichtung zu einem Ende

der Gewalt und des Blutvergießens zu verkünden, welches unser Recht, in Würde zu leben, raubt. Gemäß unserem Glauben ist der Mord an Unschuldigen - so zu sagen im Namen Gottes - eine Entweihung des Heiligen und beschämt das Religiöse in der Welt. Die Gewalt im Heiligen Land ist eine Sünde, die den völligen Widerstand aller Gläubigen herausfordert. Wir streben ein Leben nebeneinander als Nachbarn an, mit gegenseitigem Respekt zum historischen Bezug und dem religiösen Erbe jedes Einzelnen. Wir rufen zu einem Kampf
gegen die Hetze auf, gegen Hass und gegen die Verdrehung des Ansehens des Anderen. Wir beten für einen wahren Frieden in Jerusalem und im Heiligen Land.
                             
1) Das Heilige Land ist allen drei Religionen heilig. Deshalb sollten die Gläubigen dieser drei Religionen die Heiligkeit ehren und (diese Heiligkeit) nicht durch Blutvergießen verseuchen. Wir verlangen einen Schutz für die
Heiligkeit der Heiligen Stätten, ihres Status und eine Garantie der Religionsfreiheit für alle.
2) Beide Völker sind aufgerufen, den Willen des Schöpfers zu respektieren, durch dessen Gnade sie im gleichen Landstrich leben, das Heilige Land genannt.
3) Wir rufen die israelischen und palästinensischen politischen Führer auf, für eine gerechte, sichere und haltbare Lösung hinzuarbeiten, im Geiste des Wortes Gottes und seiner Propheten.
4) Als ersten Schritt rufen wir zu einem Waffenstillstand mit religiösem Rückhalt auf, der von allen Seiten eingehalten werden sollte. Wir rufen zur Umsetzung der Tenet und Mitchell-Plane und zu einer Rückkehr zum
Verhandlungstisch sowie zu einer Aufhebung der Sperren auf.
5) Wir streben die Schaffung einer Atmosphäre an, in der die gegenwärtigen und künftigen Generationen nebeneinander mit gegenseitigem Respekt und in Sicherheit leben können. Wir rufen alle Seiten auf, nicht zu hetzen, das Ansehen des Anderen nicht zu verdrehen und entsprechend die künftigen
Generationen zu erziehen.
6) Als Religionsführer verpflichten wir uns, das gemeinsame Bemühen für Versöhnung und Frieden in Jerusalem und im Heiligen Land fortzusetzen, zum Wohle aller Menschen unserer Völker.
7) Wir bestätigen die Einrichtung einer gemeinsamen Kommission, um die Empfehlungen dieser Erklärung umzusetzen und um mit den jeweiligen politischen Führungen zusammenzuarbeiten.“



Na hoffentlich halten sich auch alle daran!!!!!
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