Von Henrietta Rumberger
Old Economy mit großem Auftritt
So langsam können Anleger wieder aufatmen. In den USA ist die heiße Phase der Quartalsberichte fast vorbei und auch in Deutschland lässt die Flut allmählich nach. Die kommende Woche steht zur Abwechslung ganz im Zeichen der Old Economy. Industriekonzerne wie MAN und Konsumunternehmen wie KarstadtQuelle berichten über den bisherigen Geschäftsverlauf. Die Zahlen werden einen Eindruck darüber geben, wie sehr deutsche Unternehmen in den weltweiten Abwärtstrudel gesogen worden sind. Henrietta Rumberger
Die kommende Woche ist zur Abwechslung weniger von Technologiewerten geprägt als vielmehr von allgemeinen Wirtschaftsdaten und Vertretern der Traditionskonzerne. Die Veröffentlichung der Eurostat-Zahlen für die europäische Industrieproduktion im September werden einen ersten Eindruck darüber geben, wie empfindlich die europäischen Industriekonzerne auf die US-Terroranschläge und die wachsende Angst vor einer Rezession reagiert haben. Die bisher veröffentlichten Zahlen aus Deutschland, Italien und Frankreich lassen nichts Gutes erahnen, was den Märkten einen klammen Wochenstart bescheren dürfte.
Wie es mit der Konjunktur weitergeht, werden die US-Frühindikatoren für Oktober am Dienstag zeigen. Was den Markt und die Aktionäre vor allem interessieren wird, ist, ob sich die Wirtschaftslage im Folgemonat der Anschläge gebessert haben. Für deutsche Anleger ist der Mittwoch dabei fast noch wichtiger, da das Ifo-Institut den Geschäftsklima-Index für Oktober veröffentlicht. Im September war der Index so tief gefallen wie zuletzt im November 1993. Ist keine Besserung bei den Einschätzungen auszumachen, droht den Märkten eine neue Belastung, wie bereits im Vormonat zu sehen war.
Ein einsamer Technologietitel meldet sich
Wenn Epcos am Dienstag die Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2000/01 vorlegt, ist ein ähnliches Bild wie zuvor bei den Unternehmens-Familienmitgliedern Siemens und Infineon zu erwarten. Die Zahlen werden kaum überraschen und der Ausblick wird verhalten optimistisch sein.
Mit seinen passiven Bauelementen ist Epcos stark vom Handymarkt abhängig. Nicht nur, dass der Markt seit geraumer Zeit ins Stocken geraten ist. Mit den angekündigten Verschiebungen des UMTS-Ausbaus von fast allen zukünftigen Anbietern, ist auch das weitere Geschäft von Epcos nicht gesichert. Erst der Ausbau wird für einen neuen Nachfrage-Boom auf dem Handy-Markt sorgen.
Manege frei für die Alten
Mit Epcos hat sich in der kommenden Woche das Angebot aus der Technologiebranche dann auch erschöpft. Die Börsen-Manege wird frei für die Traditionsunternehmen. KarstadQuelle macht den Anfang am Dienstag. Weisen die Zahlen einen deutlichen Rückgang auf, ist damit zu rechnen, dass die Konsumzurückhaltung auch Deutschland beherrscht. Allerdings stimmen die Prognosen von Firmenchef Wolfgang Urban optimistisch: Er sieht sein Unternehmen durch die Anschläge nicht beeinträchtigt.
Ein Branchenschwergewicht hat Mitte der Woche seinen großen Auftritt: Der Maschinenbauer MAN veröffentlicht Quartalszahlen. Die Daten werden nicht nur einen Eindruck über den Maschinenbau-Sektor vermitteln. Aufmerksamkeit dürfte auch der Nutzfahrzeugsparte gelten, die zuletzt ankündigte, etwa 20 Prozent der Stellen streichen zu wollen. Damit reagiert der Konzern auf die schwache Marktlage für Nutzfahrzeuge. Die Zahlen werden das Ausmaß der Schieflage noch einmal klar verdeutlichen. Positiv kann sich aber die mögliche Scania-Übernahme auswirken.
Altana ist in der kommenden Woche einer der wichtigen Werte aus der Spezialchemie und Pharmaindustrie. Zwar ist es bei Unternehmen wie Altana schwierig zu sagen, inwieweit sie ihre gesamte Branche beeinflussen, da gerade im Pharmabereich die Medikamentenentwicklung der einzelnen Konzern entscheidend ist. Bisher hat der Konzern sich durch erfreuliche Ergebnisse hervorgetan. Sollten auch diese Quartalszahlen gut ausfallen, so gäbe das nach den enttäuschenden Zahlen von BASF und Bayer wenigstens ein kleiner Branchenlichtblick.
Absturzgefahr zum Wochenausklang
Der Donnerstag könnte den deutschen Indices noch einmal einheizen- danach ist der interessante Teil der kommenden Börsenwoche vorbei. Das Statistische Bundesamt legt die Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal vor. Traut man den Prognosen des DIW, so werden die Zahlen eine schrumpfende Wirtschaft zeigen. Die Reaktion der Märkte kann man sich ausmalen.
Die Konjunktursorgen könnten auch dem Energiekonzern RWE die Präsentation der Quartalszahlen verhageln. RWE-Konkurrent Eon hat bereits am vergangenen Donnerstag die Quartalsbilanz vorgelegt. Vor allem im Stromgeschäft konnte Eon gute Zuwächse verzeichnen. Da RWE mit seinem Konkurrenten im permanenten Kampf um Marktanteile liegt, werden die Zahlen einen aktualisierten Vergleich ermöglichen.
Im Gegensatz zu den vergangenen Wochen, stehen in den kommenden Tagen vor allem die Werte der Old Economy im Vordergrund. Wie auch bei den Technologiewerten, werden Anleger sehr intensiv nach Anzeichen suchen, wie sich die Wirtschaftslage weiter entwickelt.
Stand:17.11.2001
© 2001 sharper.de
Schmuggler
Old Economy mit großem Auftritt
So langsam können Anleger wieder aufatmen. In den USA ist die heiße Phase der Quartalsberichte fast vorbei und auch in Deutschland lässt die Flut allmählich nach. Die kommende Woche steht zur Abwechslung ganz im Zeichen der Old Economy. Industriekonzerne wie MAN und Konsumunternehmen wie KarstadtQuelle berichten über den bisherigen Geschäftsverlauf. Die Zahlen werden einen Eindruck darüber geben, wie sehr deutsche Unternehmen in den weltweiten Abwärtstrudel gesogen worden sind. Henrietta Rumberger
Die kommende Woche ist zur Abwechslung weniger von Technologiewerten geprägt als vielmehr von allgemeinen Wirtschaftsdaten und Vertretern der Traditionskonzerne. Die Veröffentlichung der Eurostat-Zahlen für die europäische Industrieproduktion im September werden einen ersten Eindruck darüber geben, wie empfindlich die europäischen Industriekonzerne auf die US-Terroranschläge und die wachsende Angst vor einer Rezession reagiert haben. Die bisher veröffentlichten Zahlen aus Deutschland, Italien und Frankreich lassen nichts Gutes erahnen, was den Märkten einen klammen Wochenstart bescheren dürfte.
Wie es mit der Konjunktur weitergeht, werden die US-Frühindikatoren für Oktober am Dienstag zeigen. Was den Markt und die Aktionäre vor allem interessieren wird, ist, ob sich die Wirtschaftslage im Folgemonat der Anschläge gebessert haben. Für deutsche Anleger ist der Mittwoch dabei fast noch wichtiger, da das Ifo-Institut den Geschäftsklima-Index für Oktober veröffentlicht. Im September war der Index so tief gefallen wie zuletzt im November 1993. Ist keine Besserung bei den Einschätzungen auszumachen, droht den Märkten eine neue Belastung, wie bereits im Vormonat zu sehen war.
Ein einsamer Technologietitel meldet sich
Wenn Epcos am Dienstag die Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2000/01 vorlegt, ist ein ähnliches Bild wie zuvor bei den Unternehmens-Familienmitgliedern Siemens und Infineon zu erwarten. Die Zahlen werden kaum überraschen und der Ausblick wird verhalten optimistisch sein.
Mit seinen passiven Bauelementen ist Epcos stark vom Handymarkt abhängig. Nicht nur, dass der Markt seit geraumer Zeit ins Stocken geraten ist. Mit den angekündigten Verschiebungen des UMTS-Ausbaus von fast allen zukünftigen Anbietern, ist auch das weitere Geschäft von Epcos nicht gesichert. Erst der Ausbau wird für einen neuen Nachfrage-Boom auf dem Handy-Markt sorgen.
Manege frei für die Alten
Mit Epcos hat sich in der kommenden Woche das Angebot aus der Technologiebranche dann auch erschöpft. Die Börsen-Manege wird frei für die Traditionsunternehmen. KarstadQuelle macht den Anfang am Dienstag. Weisen die Zahlen einen deutlichen Rückgang auf, ist damit zu rechnen, dass die Konsumzurückhaltung auch Deutschland beherrscht. Allerdings stimmen die Prognosen von Firmenchef Wolfgang Urban optimistisch: Er sieht sein Unternehmen durch die Anschläge nicht beeinträchtigt.
Ein Branchenschwergewicht hat Mitte der Woche seinen großen Auftritt: Der Maschinenbauer MAN veröffentlicht Quartalszahlen. Die Daten werden nicht nur einen Eindruck über den Maschinenbau-Sektor vermitteln. Aufmerksamkeit dürfte auch der Nutzfahrzeugsparte gelten, die zuletzt ankündigte, etwa 20 Prozent der Stellen streichen zu wollen. Damit reagiert der Konzern auf die schwache Marktlage für Nutzfahrzeuge. Die Zahlen werden das Ausmaß der Schieflage noch einmal klar verdeutlichen. Positiv kann sich aber die mögliche Scania-Übernahme auswirken.
Altana ist in der kommenden Woche einer der wichtigen Werte aus der Spezialchemie und Pharmaindustrie. Zwar ist es bei Unternehmen wie Altana schwierig zu sagen, inwieweit sie ihre gesamte Branche beeinflussen, da gerade im Pharmabereich die Medikamentenentwicklung der einzelnen Konzern entscheidend ist. Bisher hat der Konzern sich durch erfreuliche Ergebnisse hervorgetan. Sollten auch diese Quartalszahlen gut ausfallen, so gäbe das nach den enttäuschenden Zahlen von BASF und Bayer wenigstens ein kleiner Branchenlichtblick.
Absturzgefahr zum Wochenausklang
Der Donnerstag könnte den deutschen Indices noch einmal einheizen- danach ist der interessante Teil der kommenden Börsenwoche vorbei. Das Statistische Bundesamt legt die Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal vor. Traut man den Prognosen des DIW, so werden die Zahlen eine schrumpfende Wirtschaft zeigen. Die Reaktion der Märkte kann man sich ausmalen.
Die Konjunktursorgen könnten auch dem Energiekonzern RWE die Präsentation der Quartalszahlen verhageln. RWE-Konkurrent Eon hat bereits am vergangenen Donnerstag die Quartalsbilanz vorgelegt. Vor allem im Stromgeschäft konnte Eon gute Zuwächse verzeichnen. Da RWE mit seinem Konkurrenten im permanenten Kampf um Marktanteile liegt, werden die Zahlen einen aktualisierten Vergleich ermöglichen.
Im Gegensatz zu den vergangenen Wochen, stehen in den kommenden Tagen vor allem die Werte der Old Economy im Vordergrund. Wie auch bei den Technologiewerten, werden Anleger sehr intensiv nach Anzeichen suchen, wie sich die Wirtschaftslage weiter entwickelt.
Stand:17.11.2001
© 2001 sharper.de
Schmuggler
Werbung