vwd Gespräch/MWG: Probleme bei Gen-Robotern gelöst
München (vwd) - Die MWG Biotech AG, Ebersberg, hat nach den Worten ihres
Vorstandsvorsitzenden Michael Weichselgartner die technischen Probleme bei
ihren Gen-Robotern ausgeräumt. Über seinen Verbleib im Unternehmen habe er
jedoch noch nicht entschieden, sagte Weichselgartner einen Monat nach seinem
angedrohten Rücktritt im Gespräch mit vwd. "Wir haben die Qualitäts-Probleme
beseitigt. Die Roboter-Abteilung ist auf gutem Weg, profitabel zu arbeiten",
sagte Weichselgartner. Für das 2. Quartal des laufenden Geschäftsjahres
rechnet er mit einem Umsatz des im Nemax-All gelisteten Unternehmens von
"deutlich über 30 Mio DEM". Durch eingeleitete Kostenreduzierungen von zehn
Mio DEM könne MWG Biotech im zweiten Quartal möglicherweise auch die
Gewinnschwelle erreichen.
MWG Biotech werde nach einer Empfehlung von Boston Consulting im
laufenden Geschäftsjahr die Zahl der Mitarbeiter von derzeit 378 auf 350
reduzieren. Die Einführung einer neuen betriebswirtschaftlichen Software sei
Ende April abgeschlossen worden. Zudem erwäge das Unternehmen, den
Eigenvertrieb der Gen-Roboter nur noch in Deutschland und Großbritannien zu
übernehmen und für die übrigen Staaten über einen Distributor abzuwickeln.
Die Unternehmensberatung habe ihnen bescheinigt, "strategisch optimal
ausgerichtet" zu sein, sagte Weichselgartner.
Der Vorstandsvorsitzende hatte Anfang April Probleme im Geschäft mit
Robotern zur Probenvorbereitung eingeräumt und seinen Rücktritt für den Fall
in Aussicht gestellt, dass diese Probleme nicht innerhalb von drei Monaten
beseitigt werden. Über seinen Verbleib im Unternehmen habe er noch nicht
entschieden, sagte Weichselgartner. "Ich möchte das Vertrauen der
Mitarbeiter und Aktionäre haben." Boston Consulting habe unter anderem auf
Managementfehler hingewiesen. "Ich hatte den Kontrollmechanismus außer acht
gelassen." Das Unternehmen hatte am Montag mitgeteilt, Finanzvorstand Markus
Frieser werde Ende April aus dem Vorstand ausscheiden. Gespräche über die
Neubesetzung der Stelle seien bereits geführt worden. +++ Rolf Neumann
vwd/2.5.2001/rne/mr