Murdoch will Premiere haben!!

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Murdoch will Premiere haben!! 1st_baseman

Murdoch will Premiere haben!!

 
#1
Wieder wird weit in die Nacht hinein verhandelt. Wieder
liegen die Nerven blank. Und wieder geht es um eine
drohende Insolvenz. Bei Kirch Media, der Hauptfirma des
Leo Kirch, wurde am Montag bereits der Stecker gezogen.
Bei Kirch Pay TV aber, dem Konzernteil fürs
Abonnementsfernsehen, steht die von den neuen Sanierern
am Montag avisierte weitere Insolvenz noch aus.
Von Hans-Jürgen Jakobs und Klaus Ott






(SZ vom 11.04.02) - Der Mitgesellschafter Rupert Murdoch
(Anteil: 22 Prozent) versucht, eine Pleite abzuwenden; die
Manager seines Konzerns News Corp. sind bereit, zusammen
mit anderen Investoren über 600 Millionen Euro ins
Abo-Geschäft rund um Premiere zu stecken. Die Banken - vor
allem Bayerische Landesbank und HypoVereinsbank - sollen
die Hälfte ihrer Kredite in Anteile umwandeln.

Genau davor haben die meisten Hollywood-Studios Angst, die
bislang für ihre Pay-TV-Verträge viel Geld von Kirch
bekommen haben. Denn Murdoch, der mit 20th Century Fox
selbst über eine Filmfirma verfügt, würde schnell neu
verhandeln und die Preise drücken - so wie er es einst bei
seinem britischen Abo-Ableger BSkyB gehalten hat.

Murdochs optisch tolle Option

Umgekehrt hat der TV-Tycoon aus Los Angeles ein großes
Interesse an einer Erhaltung von Premiere, da er zum 1.
Oktober von Kirch 1,8 Milliarden Euro verlangen kann, diese
Forderung jedoch nur mit Anteilen an der Dachgesellschaft
Taurus-Holding abgesichert hat. Wenn aber nun eine Firma
nach der anderen im Kirch-Reichs fällt, ist die optisch tolle
Option wenig wert.

Bei der versuchten Neuordnung ist interessant, dass Murdoch
auch eine lange Geschichte mit Bertelsmann hat. Denn 1997

war sein Fox-Unternehmen ursprünglich mit dem Gütersloher
Konzern handelseinig geworden, der damals Premiere
kontrollierte - in einer Dauerfehde gegen Kirchs frühere
Abo-TV-Firma DF1.

Gütersloher stiegen aus

Der Deal mit Murdoch wurde auf zehn Jahre abgeschlossen,
und für den Fall, dass Premiere Finanzprobleme bekäme,
wurde festgehalten, dass sich Murdoch an die
Bertelsmann-Firma CLT-Ufa wenden könne: Die garantierte
für die Lizenzsumme von 500 Millionen US-Dollar. Später
stiegen die Gütersloher aus und Kirch übernahm Premiere mit
allen Verträgen. Die schöne Murdoch-Garantie aber wurde
Anfang 2000 wegverhandelt, sonst könnte der sich jetzt
einfach an die CLT-Ufa-Nachfolgefirma RTL Group wenden.

Aber auch so hat sich Bertelsmann-Chef Thomas Middelhoff
beizeiten um die Kirch-Krise gekümmert, auch in
Kanzlergesprächen. Und immer wieder kamen in der Branche
Gerüchte hoch, Bertelsmann sei an einer Wiederkehr bei
Premiere interessiert.

Geteilte Aufgaben?

Ja, sagt ein Vertrauter, wenn die hohen Lizenzpreise für
Hollywood und die Fußball-Bundesliga sinken, könnte Pay-TV
wirtschaftlich Sinn machen. Es soll Gespräche mit Murdoch
über eine Aufteilung der Rechte und über Dienstleistungen
(Abo-Verwaltung, Call-Center) der Bertelsmänner gegeben
haben - was der deutsche Konzern stets dementiert hat.


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