Nach Japan-GAU: bioenergy systems beschleunigt Neustart
Grundlastfähige Feststoff-Vergaser liefern sicher und risikofrei Strom und Wärme
Die bioenergy systems N.V. mit Firmensitz im holländischen Eindhoven will zeitnah
die 2009 unterbrochene Entwicklung und Fertigung von Anlagen zur kostengünstigen
Strom- und Heizwärme-Erzeugung aus biogenen Reststoffen in Deutschland wieder
aufnehmen.
Der erste Neuauftritt der mehrfach preisgekrönten Technologie soll nach Angaben von
Vorstand Ralph Brendler auf der bevorstehenden Hannovermesse erfolgen: „Die tragischen
Ereignisse in Japan zeigen, dass kein Weg an einer Umstellung auf erneuerbare, sichere
Energiequellen vorbeiführen wird“, so der diplomierte Verfahrenstechniker. Das große Manko
der meisten Regenerativlösungen, ihre fehlende Grundlastfähigkeit, entfalle bei den
containerbasierten Systemen seines Unternehmens. Sie liefen unabhängig von den
Witterungsbedingungen kontinuierlich mit einer Leistung von 220 KWel. an jedem beliebigen
Ort.
Da die Thermovergaser nahezu emissionsfrei arbeiten, können sie im Unterschied zu
klassischen Biogasanlagen selbst mitten in Wohnsiedlungen oder Gewerbegebieten
aufgestellt werden. Als Rohstoffe für die bedarfsgerechte Energieerzeugung dienen Abfälle
aus der Landschaftspflege und andere biologische Reststoffe, für die es bisher keine
sinnvolle Verwertungsmöglichkeit gab. So kann neben Strom auch Wärme zu Preisen
gewonnen werden, die um bis zu 20 Prozent unter denen konventioneller Erzeuger liegen.
Nachdem das deutsche Tochterunternehmen, die bioenergy systems GmbH, bereits etliche
Anlagen im Dauerbetrieb erfolgreich getestet hatte, musste sie im Zuge der Finanzkrise ihre
Geschäftstätigkeit einstellen. „Die Unterbrechung war bitter; das Interesse an unseren
Anlagen in der Industrie, bei Kommunen und der Wohnungswirtschaft ist aber unverändert
gegeben“, sagt Brendler. Patente und das Know-how seien bei der nicht von der Insolvenz
betroffenen Muttergesellschaft verblieben, ein Neustart deshalb naheliegend gewesen. Die
AKW-Katastrophe in Japan habe den Prozess nur beschleunigt. Nach erfolgter
Kapitalerhöhung würden derzeit bereits eine Reihe Standorte zur Errichtung neuer
Demonstrationsanlagen geprüft. Auch das firmeneigene Forschungs- und
Entwicklungszentrum solle wieder in Deutschland etabliert werden. Ziel sei, die derzeit für
den Einsatzstoff Holz optimierte Technologie an zusätzliche, weltweit verfügbar Bio-
Betriebsstoffe anzupassen.
Die Feststoffvergaser von bioenergy systems können gekoppelt oder als Insellösung
betrieben werden – etwa zur autarken Strom- und Wärmeversorgung einzelner Hotels oder
isoliert liegender Ortschaften.