Mit einem klaren Investmentstil durch die Baisse


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Mit einem klaren Investmentstil durch die Baisse

 
07.04.01 10:58
Strategiezertifikate
Mit einem klaren Investmentstil durch die Baisse

Wenn die Turbulenzen an den Börsen besonders stark sind und die
Kurse Tag für Tag Achterbahn fahren, dann lassen sich die Banken
immer ausgefeiltere Produkte einfallen, um das Interesse der Anleger
auf sich zu ziehen. Ein beliebtes Instrument sind dafür
Themenzertifikate, auch Aktienbasketes genannt: Eine begrenzte
Anzahl von Aktien, die einen Börsentrend oder eine Boombranche
repräsentieren, wird in einen Korb gepackt, der Anleger nimmt an der
Wertentwicklung dieses Korbes teil. Anders als beim Investmentfonds
wird der Inhalt des Korbes nicht fortwährend, sondern allerhöchstens
viertel- oder halbjährlich geringfügig verändert. Deshalb entfallen im
Unterschied zu Investmentfonds die hohen Managementgebühren.
 
Die Zeiten, in denen die Banken den Anlegern B2B, Internet- oder
e-commerce-Zertifikate - Aktienkörbe für den schnellen Gewinn -
anboten, sind längst vorbei. Zu groß waren die Kurserschütterungen
im TMT (Technologie, Medien und Telekommunikation). Es folgte der
Run auf Themenzertifikate der Boombranchen Biotechnologie und
Logistik. Doch inzwischen gelten auch diese Körbe als riskant. Die
Sparer sind weiter vorsichtiger geworden und die Banken reagieren.
 
Für die trüben Börsenzeiten geben sie vermehrt Zertifikate heraus, die
einer vorsichtigeren Anlagestrategie folgen. Gefragt sind spezielle
Investmentstile, die selbst zu solch unruhigen Börsenzeiten wie jetzt
Gewinne versprechen.
 
Das “Best of the World”- Zertifikat von Merrill Lynch investiert in die
bedeutensten Börsenindizes der drei größten Weltwirtschaftregionen

(Europa, USA, Asien/Australien). Das Besondere: Die Gewichtung der
einzelnen Regionen wird erst am Ende der siebenjährigen Laufzeit
festgelegt, der Markt mit der besten Performance wird mit 44 Prozent
gewichtet, der schlechteste Markt nur mit 22 Prozent. Diese
Anlagemethode sei besonders für Anleger geeignet, “die ihr Portfolio
international ausrichten und eine vorteilhafte Diversifikation suchen”,
heißt es bei dem US-Investmenthaus. Außerdem wird dem Investor die
Entscheidung der schweren Frage abgebnommen, welcher der
Wirtschaftsräume - Asien, Europa oder Amerika – in den nächsten
Jahren am besten läuft.
 
Ebenfalls weltweit orientiert ist ein zweites Angebot aus dem Hause
Merrill Lynch: Das “Best of Global Sectors Zertifikat”. Die Grundlage
dieses Investments bilden 11 neue globale Branchenindizes von FTSE,
aufgelegt Anfang 2001. Für das Zertifikat werden die 11 Indizes in drei
Gruppen eingeteilt: der “Growth-Sektor”, der Technologie und Medien
umfasst, der “Defensiv-Sektor” mit den Branchen Versorger, Pharma
und Finanzen und der “Zyklische Sektor” mit Auto, Energie und
Rohstoffe. Am Ende der siebenjährigen Laufzeit wird auch hier der
Sektor mit der besten Performance am höchsten gewichtet. Allerdings:
Wer nicht so lange investieren will, muß auf dieses Bonbon verzichten,
kann allerdings jederzeit an der Börse verkaufen.
 
Euroland, genauer: 4 von 18 Branchen des Dow Jones Euro Stoxx
-Index hat das “Sector Leader-Zertifikat” der Deutschen Bank im Visier.
“Wir wenden eine branchendynamische Anlagestrategie an, die das
Ziel hat, die Wertentwicklung der vier aktuellen europäischen
Gewinnerbranchen abzubilden”, sagt Zertifikateexperte Thorsten
Michalik von der Frankfurter Großbank. Alle 3 Monate werden die
besten Branchen von den Bankanalysten herausgefiltert und das
Investment möglicherweise verändert. “Momentan befinden sich die
Branchen Gesundheit, Lebensmittel, Finanzdienstleistungen und
Versicherungen im Zertifikat”, weiß Thorsten Michalik.
 
Ähnlich defensiv sind das “Euro Select 20” und das “German Top
Twelve”-Zertifikat ausgerichtet. Die Papiere investieren in 20
Euro-Blue-Chips bzw. 12 Dax Werte “mit der historisch höchsten
Dividendenrendite”, sagt Heike Fürpaß, Zertifikateexpertin bei Merrill
Lynch. “Vor allem seit der Kurskorrektur an den Aktienmärkten haben
sich Dividendenstrategien als stbilisierende Beimischng für
Wertpapierdepots erwiesen.” Aktuell im Depot sind vor allem die
Old-Economy-Werte des Dax wie Bayer, BASF, Commerzbank, und in
Europa Philips, Royal Dutch, Suez Lyonaise und Endesa. Die Liste wird
jährlich bzw. halbjährlich überprüft.
 
Die 10 besten Value- und Growth-Werte aus dem Dax 100 will das
“German PEG 10” - Zertifikat von UBS fischen. Kern der Anlagestratege
des Zertifikates “ist die Price -Earnings - to - Growth -Kennziffer, kurz
PEG Kennziffer, welche das Kurs-Gewinn-Verhältnis in Relation zum
langfristig durchschnittlichen Gewinnwachstum setzt”, heißt es bei den
Schweizer Bänkern. Die Folge: Im Zertifikat sind sowohl
Subanstanzwerte, die bereits Gewinn erwirtschaften wie auch
Wachstumswerte mit positven Gewinn - Wachtumstumsaussichten. Die
wichtigsten Unternehmen sind derzeit u.a. VW, Epcos, Henkel, Pro
Sieben und die Hypo-Vereinsbank. Der Korb wird halbjährlich überprüft.

 
Ebenfalls am deutschen Markt orieentiert sich das “M-Dax Perlen
Zertifikat” von Sal. Oppenheim. Der Aktienbasket bestht aus 14 Aktien,
die im letzen Jahr sowohl den Dax wie auch den gut performenden
M-Dax geschlagen haben, darunter Hugo Boss, Beierdorf, Jenoptik,
MLP und Porsche. Die Kölner Bänker gluaben, das die Anleger mit
diesem Zertifikat “auch von der zukünftig zu erwartenden positiven
Entwicklung herausragender Werte dieses Marktsegment direkt
profitieren können”. Der Nachteil dieses Papiers: Die
Zusammensetzung ist starr und wird während der Laufzeit nicht
überprüft.
 
Wer an der Wertentwicklung der 5 Dax-Werte teilnehmen möchte, die
während des jeweils vorausgegangenen Monats die beste
Performance unter den Dax-Werten aufgewiesen haben, für den ist
das “Dax-Momentum-Zertifikat” der Dresdner Kleinwort Benson das
Richtige. Die Zusammensetzung des Aktienkorbes wird monatlich
überprüft, zu Beginn jedes neuen Monats werden die Aktien, die im
Vormonat nicht mehr zu den Top 5 gehörten, aus dem Basket
herausgenommen und durch diejenigen, die neu an die Spitze
gekommen sind, ersetzt. “Die Produktidee basiert auf einem
Trendansatz. Aktien, die im vergangenen Monat gut gelaufen sind,
werden im nächsten Monat mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit ihren
Stärketrend fortsetzen”, schreibt Dieter Schwarz, Researcher der
Dresdner Kleinwort Benson. Zurückgerechnet, in einer ”historischen
Rechnung”, legte das Zertifikat von Ende 1998 bis August 2000 um 55
Prozent zu, während der Dax nur ein Plus von 44 Prozent verbuchen
konnte. In der Startformation des Baskets sind BASF, Bayer, Deutsche
Telekom, Linde und RWE zu jeweils 20 Prozent vertreten.
 
Nicht auf die Gewinner, sondern auf die Verlierer und deren
”turnaround” setzt das “US Fallen Angels-Zertifikat” der Deutschen
Bank. Vor allem Technologietitel, die im Frühjahr Rekordkurse
erreichten und danach kräftig einbrachen, sind im Korb der gefallenen
Börsenlieblinge vertreten. Zu den 10 Aktien gehören Motorola, Yahoo,
Intel, Biogen, DuPont,Eastman Kodak, General Motors, Mc Donalds,
Philip Morris und Procter&Gamble. ”Wenn sich die Stimmung am Markt
ändert, sind dies Qualitätswerte, denen wir ein Comeback zutrauen”,
sagt Thorsten Michalik von der Deutschen Bank.
 
Einen “sicheren Hafen in rauhen Börsenzeiten” verspricht das “Acatis
Value Zertifikat” , das die Société Générale in Zusammenarbeit mit der
Frankfurter Vermögensverwaltung Acatis aufgelegt hat. Mit dem
Zertifikat weden “Investoren angesprochen, die in der gegenwärtig
turbulenten Marktphase ertragsstabile und werthaltige Aktien zu
einem günstigen Einstiegskurs kaufen möchten”, sagt Philip Piltz,
Zertifikate-Experte der französischen Großbank. Im Korb liegen 10
Aktien, darunter American Express, BASF, Berkshire Hathaway,
Siemans und Unilever.
 
Ob Old- oder New Economy, ob Value oder Growth, für die Strategen
von Merrill Lynch sind dies keine Alternativen. Sie kombinieren die
unterschiedlichen Investmentstile und wollen mit dem “Europe
Style-Switching Zertifikat” den “jeweils profitabelsten Investmentstyle
- Growth oder Value - übergewichten.” 36 Aktien - sechs Tiele aus
sechs europäischen Ländern sind in den Zertifikate enthalten, die
Zusammensetzung wird alle drei Monate überprüft. Aufgrund der
Analyse der Konjunkturzyklen der sechs Länder wird festgelegt,
welche Aktien in den Korb gelegt werden. “Growth-Titel -
Wachstumswerte - tendieren zur Outperformance, wenn sich die
Konjunktur verlangsamt, während Value-Titel gut laufen, wenn die
Wirtschaft wächst”, erläutert Heike Fürpaß, Zertifikate-Spezialistin bei
Merrill Lynch. “Um maximalen Ertrag zu erwirtschaften, muss der
Investor in dem am besten performenden Stil, entweder Growth oder
Value, investiert sein und die Trendänderungen rechtzeitig erkennen”.
Aktuell im Korb sind die deutschen Unternehmen Bayer und
ThyssenKrupp, die British Energy, Fiat, Philips und die spanische
Telefonica.
 
Während Merrill Lynch auf ein “europäisches Jahrzehnt” setzt, hofft
man bei ABN Amro auf das “Ende der Krise” in Japan. Im “Best of
Japan-Zertifikat” hat man die Marktführer aus acht “Vorzeigebranchen”
Nippons zusammengefasst, darunter Toyota, NTT, Sony, NEC und
Canon. ”Wie befolgen einen sogenannten Top-down-Ansatz: nach der
Auswahl des Landes erfolgt eine Branchenauswahl, aus der wiederum
die aussichtsreichsten Unternehmen herausgefiltert werden”, erläütert
Stephan Kunze, Zertifiakte-Experte bei ABN Amro, die Strategie.
Anfänglich sind die 8 Aktien mit jeweils 12,5 Prozent gleichgewichtig,
am Ende der Laufzeit, nach sieben Jahren wird eine Neugewichtung
vorgenommen. “Die bestgelaufene Aktie wird dann mit 16 Prozent
gewichtet, die zweitbestperformende mit 15 Prozent und die Aktien,
die am schlechtesten abgeschnitten hat, nur noch mit 9 Prozent”, sagt
Kunze, “das verhilft den Gewinnern zu gebührender Geltung und
verweist die weniger erfolgreichen auf die Plätze.” Allerdings hat diese
zusätzliche Gewinnchance ihren Preis. Neben einem Ausgabeaufschlag
von 2 Prozent verlangen die Holländer eine Verwaltungsgebühr von
einem Euro pro Zertifikat.
 
Der ”shareholder-value”-Gedanke steht im Zentrun des neuen
Strategie-Zertifikates der Deutschen Bank. Das ”Global Blue Chips
24”-Zertifikat wählt järhlich 24 Blue Chip-Aktien mit der durchschnittlic
höchsten Eigenkapitalrentabilität (Gewinn dividiert durch das
eingesetzte Eigenkapital) der letzten drei Jahre aus den drei größten
Wirtschaftsräumen der Welt aus: den USA, der Eurozone und Japan.
”Die Eigenkapitalrentabilität ist eine hervorragende Meßgröße für den
Zustand und das Potential eines Unternehmens”, erläutert Thorsten
Michalik von der Deutschen Bank. ”Mit dieser Strategie wählen wir
diejenigen Unternehmen aus, die durch starke Gewinne auffallen und
sich dem effizienten Einsatz des Aktionärskapitals verschrieben haben.
Aktuell ist der Aktienkork zu 50 Prozent in den USA investiert, mit dabei
sind u.a. Unternehmen wie Caterpillar, Coca-Cola, Microsoft, Nokia,
RWE, Nintendo und Bridgestone. In eienr historischen Betrachtung hat
das Zertifikat den Vergleichsindex MSCI World von 1994 bis Oktober
2000 um 32 Prozent übertroffen.

Adresse:
www.n-tv.de/?2265534
Antworten
proxicomi:

Banken sind keine Wohlfahrtsinstitute!!

 
07.04.01 13:45
immer im hinterkopf behalten, warum gerade jetzt diese zertifikate aufgelegt werden. halten sie auch die entsprechende performance.................




gruß
proxi
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