ftd.de, Fr, 12.10.2001, 7:34, aktualisiert: Fr, 12.10.2001, 12:17
Militärschlag: Bodentruppen noch vor dem Winter
Der harte Winter in Afghanistan schränkt möglicherweise die militärischen Optionen der Alliierten ein. Ein Angriff mit Bodentruppen müsse in jedem Fall vor dem Wintereinbruch erfolgen, sagte der britische Verteidigungsminister Geoff Hoon gegenüber BBC.
In der Vergangenheit sei der Bürgerkrieg in Afghanistan in den Wintermonaten für gewöhnlich unterbrochen worden, sagte Hoon. Dessen müsse sich jeder Militär bewusst sein. In den Wintermonaten werden in Afghanistan nicht selten Temperaturen unter minus 20 Grad Celsius erreicht. Der britische Minister betonte in den Interview allerdings, dass der Einsatz von Bodentruppen längst noch nicht beschlossen sei.
Die neue Angriffswelle auf Afghanistan

US-Präsident George W. Bush hat den Taliban das Ende der US-Militärschläge gegen Afghanistan signalisiert, falls sie doch noch Terroristenführer Osama Bin Laden ausliefern. Bush sagte in Washington an die Adresse der Taliban: "Wenn ihr ihn (Bin Laden) und seine Leute heute ausspuckt, werden wir uns noch einmal überlegen, was wir mit eurem Land machen." Dies sei eine zweite Chance. Nach Einschätzung von Admiral Boyce, Befehlshaber der britischen Streitkräfte, wäre die Auslieferung Bin Ladens sowie die Zerstörung des Terrornetzwerks al-Kaida die einzige Chance für ein schnelles Ende des Kriegs. Andernfalls könnten die Attacken bis zum Sommer des kommenden Jahres andauern.
Die US-Luftwaffe flog in der Nacht zum Freitag, der fünften Nacht in Folge, erneut heftige Angriffe auf Kabul, Kandahar und Dschalalabad. In Kabul konzentrierten sich die US-Kampfjets in zwei Angriffswellen auf Ziele im Norden und Osten der Stadt, nachdem sie die Hauptstadt am Donnerstag erstmals bei Tageslicht attackiert hatten. In Dschalalabad trafen die Bomben nach Angaben des US-Senders CNN ein Munitionslager. Die Explosionen waren so heftig, dass sie in über 100 Kilometer Entfernung noch zu hören gewesen sein sollen.
Augenzeugen: Heftige Luftangriffe
Flüchtlinge berichteten, dass Kampfflugzeuge auch zwei Dörfer im Süden Afghanistans bombardiert hätten. Die Druckwellen der Explosionen seien noch in Pakistan zu spüren gewesen. In der Nähe eines der beiden Dörfer gebe es einen kleinen Flugplatz. "Die Bomben fielen auf das Dorf und die Umgebung", sagte einer der Flüchtlinge einem Korrespondenten der Nachrichtenagentur AP. "Wir müssen in der Nacht etwa zehn Kilometer gelaufen sein, ehe wir ein Auto gefunden haben, das uns zur Grenze brachte."
Über die Zahl der Opfer gab es keine verlässlichen Informationen. Nach Angaben der Taliban-Behördenwurden allein bei den US-Angriffen im Osten Afghanistans 200 Menschen getötet. Laut der in Pakistan ansässigen Nachrichtenagentuer AIP sind seit Beginn der Angriffe insgesamt etwa 200 Zivilisten getötet worden.
Bush zieht zufriedenstellende Bilanz
US-Präsident Bush hat die Angriffe aus Afghanistan in einer ersten Bilanz als erfolgreich bezeichnet. Die Ausbildungslager des moslemischen Extremisten Bin Laden seien zerstört und die regierenden Taliban geschwächt worden, sagte er. Allerdings räumte US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld entgegen früheren Äußerungen ein, dass die Luftabwehr der Taliban doch noch nicht ausgeschaltet sei.
Die Terrororganisation al-Kaida hat einem Bericht einer pakistanischen Zeitung zufolge eine Belohnung von 50.000 $ für jeden gefangen genommenen US-Soldaten ausgesetzt. Das Blatt gilt als Unterstützer radikaler islamischer Bewegungen. Pakistanische Soldaten verstärkten unterdessen die Grenzanlagen zu Afghanistan.
Militärschlag: Bodentruppen noch vor dem Winter
Der harte Winter in Afghanistan schränkt möglicherweise die militärischen Optionen der Alliierten ein. Ein Angriff mit Bodentruppen müsse in jedem Fall vor dem Wintereinbruch erfolgen, sagte der britische Verteidigungsminister Geoff Hoon gegenüber BBC.
In der Vergangenheit sei der Bürgerkrieg in Afghanistan in den Wintermonaten für gewöhnlich unterbrochen worden, sagte Hoon. Dessen müsse sich jeder Militär bewusst sein. In den Wintermonaten werden in Afghanistan nicht selten Temperaturen unter minus 20 Grad Celsius erreicht. Der britische Minister betonte in den Interview allerdings, dass der Einsatz von Bodentruppen längst noch nicht beschlossen sei.
Die neue Angriffswelle auf Afghanistan

US-Präsident George W. Bush hat den Taliban das Ende der US-Militärschläge gegen Afghanistan signalisiert, falls sie doch noch Terroristenführer Osama Bin Laden ausliefern. Bush sagte in Washington an die Adresse der Taliban: "Wenn ihr ihn (Bin Laden) und seine Leute heute ausspuckt, werden wir uns noch einmal überlegen, was wir mit eurem Land machen." Dies sei eine zweite Chance. Nach Einschätzung von Admiral Boyce, Befehlshaber der britischen Streitkräfte, wäre die Auslieferung Bin Ladens sowie die Zerstörung des Terrornetzwerks al-Kaida die einzige Chance für ein schnelles Ende des Kriegs. Andernfalls könnten die Attacken bis zum Sommer des kommenden Jahres andauern.
Die US-Luftwaffe flog in der Nacht zum Freitag, der fünften Nacht in Folge, erneut heftige Angriffe auf Kabul, Kandahar und Dschalalabad. In Kabul konzentrierten sich die US-Kampfjets in zwei Angriffswellen auf Ziele im Norden und Osten der Stadt, nachdem sie die Hauptstadt am Donnerstag erstmals bei Tageslicht attackiert hatten. In Dschalalabad trafen die Bomben nach Angaben des US-Senders CNN ein Munitionslager. Die Explosionen waren so heftig, dass sie in über 100 Kilometer Entfernung noch zu hören gewesen sein sollen.
Augenzeugen: Heftige Luftangriffe
Flüchtlinge berichteten, dass Kampfflugzeuge auch zwei Dörfer im Süden Afghanistans bombardiert hätten. Die Druckwellen der Explosionen seien noch in Pakistan zu spüren gewesen. In der Nähe eines der beiden Dörfer gebe es einen kleinen Flugplatz. "Die Bomben fielen auf das Dorf und die Umgebung", sagte einer der Flüchtlinge einem Korrespondenten der Nachrichtenagentur AP. "Wir müssen in der Nacht etwa zehn Kilometer gelaufen sein, ehe wir ein Auto gefunden haben, das uns zur Grenze brachte."
Über die Zahl der Opfer gab es keine verlässlichen Informationen. Nach Angaben der Taliban-Behördenwurden allein bei den US-Angriffen im Osten Afghanistans 200 Menschen getötet. Laut der in Pakistan ansässigen Nachrichtenagentuer AIP sind seit Beginn der Angriffe insgesamt etwa 200 Zivilisten getötet worden.
Bush zieht zufriedenstellende Bilanz
US-Präsident Bush hat die Angriffe aus Afghanistan in einer ersten Bilanz als erfolgreich bezeichnet. Die Ausbildungslager des moslemischen Extremisten Bin Laden seien zerstört und die regierenden Taliban geschwächt worden, sagte er. Allerdings räumte US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld entgegen früheren Äußerungen ein, dass die Luftabwehr der Taliban doch noch nicht ausgeschaltet sei.
Die Terrororganisation al-Kaida hat einem Bericht einer pakistanischen Zeitung zufolge eine Belohnung von 50.000 $ für jeden gefangen genommenen US-Soldaten ausgesetzt. Das Blatt gilt als Unterstützer radikaler islamischer Bewegungen. Pakistanische Soldaten verstärkten unterdessen die Grenzanlagen zu Afghanistan.