Langjährige Aktionäre von Meyer Burger dürften sich einiges gewohnt sein. Angesichts des nicht enden wollende Kurszerfalls dürfte allerdings selbst ihnen die Tränen der Verzweiflung in die Augen schiessen.
Wie aus dem hiesigen Handel zu hören ist, frönte angeblich der eine oder andere namhafte Investor auf den Jahreswechsel hin dem sogenannten Window-dressing und kippte seine Titelbestände kurzum aus dem Depot.
Verübeln kann man es ihnen nicht. Fünf lange Monate ist es her, seit der Solarzulieferer aus dem bernischen Gwatt die als gescheitert geltende Strategie zu hinterfragen begann. Und gut vier Monate ist es her, dass er eine strategische Zusammenarbeit mit dem Grosskunden REC bekanntgab. Wie diese Zusammenarbeit denn nun finanziell aussieht, darüber hüllt man sich bis heute in Schweigen.
Diese Nachrichtenflaute bekommt den Aktien von Meyer Burger gar nicht gut. Die Aktionäre hätten es Ende Oktober in der Hand gehabt, mit Mark Kerekes einen Vertreter aus den eigenen Reihen in den Verwaltungsrat zu wählen. Sie haben sich dagegen entschieden und den Verwaltungsrat in der bisherigen Zusammensetzung am Ruder gelassen. Blöd nur, hat der Verwaltungsrat aufgehört zu rudern, kaum war klar, dass er am Ruder bleiben würde.
Nicht bloss Depotbereinigungen: Die Aktien von Meyer Burger hatten zuletzt einen schweren Stand (Quelle: www.cash.ch)
Zwei Faktoren werden darüber entscheiden, ob die Papiere des einst gefeierten Solarzulieferers wieder zurück auf Kurs finden: Zum einen die Geschwindigkeit, mit der das Partnerunternehmen REC die Produktion hochfährt und zum anderen, wieviel von den damit erzielten Erträgen letztendlich bei Meyer Burger hängenbleibt.
So lange der Verwaltungsrat den Aktionären bezüglich dieser beiden Faktoren keine klaren Informationen gibt, so lange lässt sich das Unternehmen auch gar nicht vernünftig bewerten...
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