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MEN IN BLACK(OUT)

 
23.07.02 20:10
Banken deckten offenbar das schmutzige Spiel

Bei den Untersuchungen des Milliardenbetrugs bei Enron wird die unrühmliche Rolle der Banken immer deutlicher. Mit komplizierten Transaktionen sollen Citigroup und JP Morgan Chase geholfen haben, den anwachsenden Schuldenberg vor den Aktionären zu verbergen.


In Erklärungsnotstand: Citigroup-Chef Sanford Weill


Washington - Die beiden Großbanken haben Presseberichten zufolge in den vergangenen Jahren mehrere Milliarden Dollar in den mittlerweile Pleite gegangenen Enron-Konzern gepumpt. Mit Hilfe diese Kapitals konnte der Energiehändler seinen Schuldenberg als Umsatz darstellen - die Banken waren über diese Konstellation informiert. Das berichten "Washington Post" und "Wall Street Journal" unter Berufung auf Ermittlungsakten des US-Kongresses.
Demnach bekam Enron in den vergangenen Jahren von der Citibank 4,8 Milliarden Dollar, die von dem Energie-Unternehmen als Zahlungen für Energiegeschäfte verbucht wurden, obwohl sie Kredite waren. JP Morgan soll auf diese Weise rund 3,7 Milliarden Dollar zum "Erfolg" von Enron beigetragen haben, andere Banken nochmals rund eine Milliarde Dollar.

Um die immer größer werdenden Schulden zu verschleiern, wurden hoch komplizierte Finanzierungsmodelle gebastelt, die einzig zum Ziel hatten, Investoren zu täuschen. Das "Wall Street Journal" führt als Beispiel ein System der Citibank an, das dort unter dem Namen "Yosemite" funktionierte. Investoren wurden mit einer Zinszusage von 8,5 Prozent in den Yosemite-Trust gelockt, und zahlten rund 800 Millionen Dollar ein. Dieses Geld floss an eine Briefkasten-Firma namens "Delta" auf den Cayman-Inseln. Delta kaufte über die Citygroup Öl von Enron und verkaufte dies wieder zurück. Die 800 Millionen flossen später wieder an Yosemite zurück, und Enron-Firmen überwiesen die Zinsen an die Investoren.

Citigroup stritt in einer ersten Reaktion jede Mithilfe bei der Verschleierung ab: "Zu der Zeit, als wir diese Transaktionen machten, erschienen sie uns auf Grund des dann verfügbaren Wissens über Enron völlig angemessen.

www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,206331,00.html




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preisfuchs:

banken die welt grösste mafia o.T.

 
23.07.02 20:14
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chefvonsganze:

kaum zu glauben

 
23.07.02 20:46
da fällt einem wirklich nichts mehr zu ein
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vega2000:

Lass mich raten

 
23.07.02 21:32
Die Banker haben nicht gewusst das man Bilanzen nicht fälschen darf, stimmt`s ?
MEN IN BLACK(OUT) 729933
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Schnorrer:

vega: stimmt, denn Arthur Andersen oder

 
23.07.02 21:35
Sancho Panza hat das WP-Testat darauf gegeben. Es gibt keine Fälschungen, nur Interpretationsspielräume.
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Happy End:

US-Großbanken unter Verdacht

 
24.07.02 05:55
Die Investmentbanken Citigroup und JP Morgan Chase haben den insolventen Energiehändler Enron bei dessen Bilanzmanipulationen unterstützt. Das ergaben Ermittlungen des US-Kongresses.

"Sie wussten, was Enron tat, halfen bei den Täuschungen und verdienten mit ihren Aktionen Geld", sagte der Vorsitzende des Untersuchungsausschusses, der demokratische Senator Carl Levin, bei einer Anhörung vor dem Kongress. Citigroup, der weltgrößte Finanzdienstleister, und JP Morgan stritten die Vorwürfe ab.

An der New Yorker Börse gaben Citigroup um 15,2 Prozent, JP Morgan um 19,1 Prozent nach. Damit beläuft sich der Wertverlust auf rund 58 Mrd. $ binnen zwei Tagen - das ist mehr, als Chase Manhattan vor zwei Jahren für die Übernahme von JP Morgan gezahlt hatte. Auch weltweit verloren Bank- und Versicherungsaktien erneut massiv an Wert.

Durch die Vorwürfe gerät der Finanzsektor immer stärker in die von Bilanzierungsskandalen in den USA ausgelöste Vertrauenskrise am Kapitalmarkt. Erst zum Wochenbeginn hatte sich der US-Telefonkonzern Worldcom - zu dessen Gläubigern auch JP Morgan und Citigroup zählen - in ein Insolvenzverfahren gerettet. Zuvor hatte er Bilanzierungsfehler von 3,8 Mrd. $ eingeräumt. Mit 107 Mrd. $ Vermögenswert verdrängte die Worldcom-Pleite das auf 63 Mrd. $ bezifferte Enron-Desaster als bislang größte Pleite der US-Geschichte. Enron hatte mit Scheingeschäften seinen Umsatz aufgebläht und Energiepreise manipuliert.

"Anleger befürchten das Schlimmste"

Mit Blick auf den möglichen Schaden für Citigroup und JP Morgan, denen Gerichtsprozesse und herbe Reputationsverluste drohen, sagte Bankanalystin Tanya Azarchs von der Rating-Agentur Standard & Poor’s: "Die Auswirkungen sind kaum zu ermessen, die Anleger befürchten das Schlimmste."

Ranghohe Manager von Citigroup und JP Morgan verteidigten das Vorgehen der Banken. Die Buchung von Transaktionen im Voraus sei an der Wall Street durchaus gebräuchlich, hieß es. Bilanzielle Unregelmäßigkeiten habe dagegen die von Enron bestellte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Andersen zu verantworten.

"Wir bedauern unsere Zusammenarbeit mit Enron, aber wir haben zu jeder Zeit mit gutem Gewissen gehandelt", sagte Citigroup-Manager David Bushnell. Mitglieder des Untersuchungsausschusses wiesen darauf hin, dass Angestellte beider Banken sehr wohl von Enrons dubiosen Buchungsmethoden wussten. Aus internen Memos, E-Mails und Telefonaten gehe hervor, dass die Banker Enron geradezu ermutigt hätten, Scheingeschäfte als Cash-Flow und nicht als Schulden zu verbuchen.

Citigroup droht zusätzliches Ungemach durch ein mögliches Verfahren gegen den bei ihrer Investmenttochter tätigen Telekomanalysten Jack Grubman. Ausgerechnet Citigroup-Chairman und Chief Executive Officer Sandy Weill hatte sich für Reformen in der Unternehmensaufsicht stark gemacht.

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