Medigene-Vertriebschef: „Es müssen jetzt Tore fallen“
Die deutsche Biotechbranche braucht endlich erfolgreiche Produkte, um bei Investoren wieder in den Fokus zu rücken. Zu dieser Erkenntnis kam Frank Mathias, Vertriebsvorstand des Biotechunternehmens Medigene, auf einer Branchenveranstaltung in München. „Es müssen jetzt Tore fallen“ sagte er mit Blick auf die Abstinenz vieler Anleger und schwächelnder Kurse vieler Firmen. Am besten für die Branche wäre, wenn ein Unternehmen einen „Blockbuster-Deal“ einfädeln würde, also ein Produkt auf den Markt bringen würde, dessen jährliche Umsätze über einer Milliarde Dollar liegen.
Simon Moroney, Vorstandschef des Biotechunternehmens Morphosys, bezeichnet die Marktsituation zur Zeit als „nicht optimal“. Die Probleme der Biotechfirma GPC, deren Hoffnungsträger Satraplatin im vergangenen Jahr floppte, hätten „einen schlechten Einfluss auf die gesamte Branche“ gehabt. „Es wird noch eine Weile dauern, bis Biotech das verdaut hat und wieder größere Summen investiert werden“, sagte Moroney.
Auf der anderen Seite sieht der Morphosys-Chef gute Chancen für die Biotechbranche. „Big Pharma hat wirklich eine Pipelineschwäche“, erklärte er mit Blick auf die geringe Zahl an aussichtsreichen neuen Medikamenten, die derzeit in den Laboren der großen Konzerne entwickelt werden. Die Biotechbranche kann hier als Lieferant neuer Produkte dienen. „Die Pharmaunternehmen geben riesige Summen auch für Produkte in der frühen Entwicklung aus“, so Moroney. „Das ist eine Riesenchance für Biotechfirmen.“
Medigene-Vertriebschef Mathias ließ durchblicken, dass die Suche nach einem Partner für den eigenen Medikamentenkandidaten Endotag 1 derzeit laufe. Dabei habe Medigene nicht nur Pharmakonzerne im Blick, sondern auch mittelständische Firmen. Er betonte, dass die Basis für einen Deal eine Win-Win-Situation sei, bei der jeder profitiere. Endotag 1 hat gerade mit guten Ergebnissen eine Phase-II-Studie zu Bauchspeicheldrüsenkrebs abgeschlossen und wird auch in der Indikation Brustkrebs getestet. (tsc)
Gruss Moya
