Biotech Flash: Wirkstoffentwickler melden und Anleger selektieren
Wo liegt das höchste Potential für einen Wirkstoffentwickler? Die Antwort auf diese Frage erklärt die unterschiedlichen Kursreaktionen von MediGene und GPC Biotech auf die gemeldeten Forschungsfortschritte.
Marktüberblick
Leichte Kursgewinne prägten das Bild im Biotech-Sektor: Der Nemax Biotechnology-Index gewann 0,6 % auf 100,56 Punkte und der Nasdaq Biotech-Index 0,8 % auf 993,34 Punkte. Der Nemax All Share-Index verlor hingegen 3,6 % auf 1.481 Punkte. Alle genannten Performance-Daten legen die Schlußkurse vom Donnerstag abend zugrunde.
MediGene verfügt seit dieser Woche über sieben klinische Produktkandidaten, nachdem ein Impfstoff gegen Hautkrebs die Phase I/II erreicht hat. Die Entwicklung erfolgt in Kooperation mit Aventis. Der Pharmariese wird die Phase III-Studien und die Vermarktung komplett übernehmen, so daß MediGene nach Meinung von GoingPublic Research mit einer Umsatzbeteiligung von rund 10 bis 20 % rechnen kann. Das Marktpotential wird von Analysten auf 200 Mio. Euro pro Jahr geschätzt. Die Meldung bestätigt wieder einmal, daß MediGene auf dem richtigen Weg ist. Auch nach dem deutlichen Kursanstieg von rund 13 % auf 21,35 Euro ist die Aktie langfristig attraktiv.
Ebenfalls Fortschritte in einer Kooperation meldete GPC Biotech. Im Gegensatz zum Martinsrieder Nachbarn konnte die Aktie nicht davon profitieren und notierte unverändert bei 12,20 Euro. Verständlich, denn mit der Lieferung von sieben Zielmolekülen an Byk Gulden, die Pharmagruppe von Altana, hat GPC zwar einen wichtigen Meilenstein erreicht, jedoch sind solche Targets nichts Außergewöhnliches. So hat z.B. LION bioscience jüngst die Lieferung von 125 Targets an Bayer gemeldet. Solange GPC Biotech keine eigene klinische Wirkstoff-Pipeline vorweisen kann, bleibt ein Investment mit zu hohen Risiken behaftet.
Die vergangene Woche eingereichte Klage gegen MorphoSys (sh. Biotech Flash 25/2001) wurde von einem US-Gericht abgewiesen. Ob damit die Patentsituation geklärt ist, erscheint eher unwahrscheinlich. Das sieht die Börse ähnlich, denn trotz dieser Meldung und des Erreichens eines Meilensteins in einer Kooperation verlor die MorphoSys-Aktie 3,3 % auf 47,50 Euro.
Kalender
Am 5. Juli finden die Hauptversammlungen von MorphoSys und co.don statt.
Wo liegt das höchste Potential für einen Wirkstoffentwickler? Die Antwort auf diese Frage erklärt die unterschiedlichen Kursreaktionen von MediGene und GPC Biotech auf die gemeldeten Forschungsfortschritte.
Marktüberblick
Leichte Kursgewinne prägten das Bild im Biotech-Sektor: Der Nemax Biotechnology-Index gewann 0,6 % auf 100,56 Punkte und der Nasdaq Biotech-Index 0,8 % auf 993,34 Punkte. Der Nemax All Share-Index verlor hingegen 3,6 % auf 1.481 Punkte. Alle genannten Performance-Daten legen die Schlußkurse vom Donnerstag abend zugrunde.
MediGene verfügt seit dieser Woche über sieben klinische Produktkandidaten, nachdem ein Impfstoff gegen Hautkrebs die Phase I/II erreicht hat. Die Entwicklung erfolgt in Kooperation mit Aventis. Der Pharmariese wird die Phase III-Studien und die Vermarktung komplett übernehmen, so daß MediGene nach Meinung von GoingPublic Research mit einer Umsatzbeteiligung von rund 10 bis 20 % rechnen kann. Das Marktpotential wird von Analysten auf 200 Mio. Euro pro Jahr geschätzt. Die Meldung bestätigt wieder einmal, daß MediGene auf dem richtigen Weg ist. Auch nach dem deutlichen Kursanstieg von rund 13 % auf 21,35 Euro ist die Aktie langfristig attraktiv.
Ebenfalls Fortschritte in einer Kooperation meldete GPC Biotech. Im Gegensatz zum Martinsrieder Nachbarn konnte die Aktie nicht davon profitieren und notierte unverändert bei 12,20 Euro. Verständlich, denn mit der Lieferung von sieben Zielmolekülen an Byk Gulden, die Pharmagruppe von Altana, hat GPC zwar einen wichtigen Meilenstein erreicht, jedoch sind solche Targets nichts Außergewöhnliches. So hat z.B. LION bioscience jüngst die Lieferung von 125 Targets an Bayer gemeldet. Solange GPC Biotech keine eigene klinische Wirkstoff-Pipeline vorweisen kann, bleibt ein Investment mit zu hohen Risiken behaftet.
Die vergangene Woche eingereichte Klage gegen MorphoSys (sh. Biotech Flash 25/2001) wurde von einem US-Gericht abgewiesen. Ob damit die Patentsituation geklärt ist, erscheint eher unwahrscheinlich. Das sieht die Börse ähnlich, denn trotz dieser Meldung und des Erreichens eines Meilensteins in einer Kooperation verlor die MorphoSys-Aktie 3,3 % auf 47,50 Euro.
Kalender
Am 5. Juli finden die Hauptversammlungen von MorphoSys und co.don statt.