als Beitrag zu Versachlichung der Diskussionen einmal eine kurze Zusammenfassung der wesentlichen Fakten unterteilt in positive und negative Indikatoren.
Postiv:
Management: CEO Lipps ist mit mehreren Millionen selbst in Magforce engagiert.
Finanzen: Durch die letzte Kapitalerhöhung und die Fördermittel der EIB (erste Tranche von 10 Mio ist nicht an Auflagen geknüpft - weitere Tranchen bis max. insgesamt 35 Mio sind allerdings an Bedingungen geknüpft) ist Magforce aktuell ausreichend finanziert.
Investoren: mit Peter Thiel (engagiert über einen Fond in Magforce USA) hat man einen renommierten Investor an Bord.
Negativ:
Betriebswirtschaftlich: nach ca. 8 Jahren seit der Zulassung der Nanotherm-Therapie für Glioblastom und im 5. Jahr der Ära Lipps erzielt Magforce immer noch keine nennenswerten Umsätze in Deutschland. Dadurch verbrennt Magforce auch nach Jahren des Einstieg in Kommerzialisierung (laut Lipps seit 2015) aktuell ca. knapp 5 Mio im Jahr. (die winzigen operativen Usätze sind im 1. Halbjahr sind sogar fast gegen 0 geschrumpft)
Kostenerstattung Therapie: Fortschritte in der Kostenerstattung werden seit 2014 angestrebt (in Aktionärsbriefen, HV´s wurde dies wiederholend erwähnt) - nach wie vor gibt es nur Einzelkostenerstattungsanträge die in der Praxis von den Kliniken nicht gestellt werden. Die Person die man aquiriert hatte um die Erstattung voran zu bringen (Dr. Lutz Helmke) ist nach wenigen Monaten in den Vorstand von Eckert und Ziegler gewechselt.
Strategie:
Über die 2014 angekündigte Postmarketing-Studie (MF1001) sollte Onkologen als Meinungsführer gewinnen und 261 Personen sollten mit Glioblastom behandelt werden. Dies ist auf voller Linie gescheitert und darüber wurde nicht seitens Magforce nicht mehr kommuniziert. (Millionenkosten für Magforce infolge der Aufstellung von Nanoaktivatoren in mehreren Kliniken von denen einige bis heute nie genutzt wurden - u.a. Uniklinik Göttingen)
Damals glaubte Magforce über Selbstzahler und Charity (Behandlungserstattung durch Stiftungen usw.) den Breakeven zu erreichen - Dies ist auf ganzer Linie gescheitert.
Kommunikation aktuell: Zwischenergebnisse der Prostatastudie wurden ausdrücklich im Halbjahresbericht 2017 für das erste Quartal 2019 angekündigt. Im aktuellen Aktionärsbrief ist davon nicht mehr die Rede. (Anstatt offizieller Behandlungsergebnisse der FDA gibt es nur eine "Beobachtung" des Managements.)
Meine subjektive Bewertung zu den bekannten Fakten: Magforce ist gut im Einsammeln von Geldern, erreicht aber nie die selbstgesteckten Ziele und kommuniziert nicht offen bei Mißerfolgen.
Die Unterschlagung der angekündigten Zwischenergebnisse zur Prostatastudie ohne eine Begründung zu nennen ist aus meiner Sicht ein schwerer Vertrauensbruch seitens des Managements. Unfassbar!!! Wie soll man davon halten?