Dax in vorweihnachtlichem Fahrwasser
18. Dez. 2001 Dax vorweihnachtlich gestimmt
Schon sind die Krisenszenarien für die deutsche Börse wieder vom Tisch: Mit den Verkäufen der vergangenen Woche sei kaum mehr Verkaufsinteresse im Markt, meinen Händler jetzt. Außerdem sei reichlich Liquidität vorhanden. Was den Kursen bei den geringen Volumina der letzten Handelstage des Jahres offensichtlich bekommt.
Zudem hoffen die Marktteilnehmer weiter auf das "Window-Dressing" der Fonds, das herausgehobenen Einzeltiteln Kursgewinne bescheren könnte. Konkrete Unternehmensnachrichten sind dagegen Mangelware.
Bund-Future unter Druck
Nachdem der Aktienmarkt am Montag beschlossen hatte, den Ifo-Geschäftsklimaindex für November positiv zu werten, musste der Bund-Future weitere Federn lassen. Am Montag hat er 90 Ticks auf 107,70 Prozent eingebüßt. Heute steht eine Reihe geringfügigerer Konjunkturdaten an, die bei den geringen Volumina die Richtung des Kontrakts bestimmen dürften.
Euro in Asien gut behauptet - Yen weiter schwach
Gut behauptet tendiert der Euro am Dienstag im Tokioter Handel. Um 6.43 Uhr MEZ kostet ein Euro 0,9028 Dollar nach 0,9022 Dollar am Montagabend in New York. Zum Yen notiert der US-Dollar mit 128,38 Yen nach 127,50 Yen im späten New Yorker Handel.
Aktien Tokio schließen fester
Mit festerer Kurstendenz hat die Aktienbörse in Tokio ihre Sitzung am Dienstag beendet. Der Nikkei-225-Index zieht um 1,1 Prozent auf 10.432,17 Yen an. Der Topix steigt um 0,4 Prozent auf 992,61 Punkte. Zum Ende der ersten Sitzungshälfte hatte der Nikkei noch eine deutlich feste Tendenz mit plus 2,1 Prozent auf 10.543,30. Händler sagen, inzwischen wollen die Investoren frühe Gewinne offenbar mitnehmen. Es mangele auch an marktbewegenden Neuigkeiten außer der positiven Vorgabe der Wall Street.
Aktien Hongkong am Mittag leichter
Leichter tendieren die Aktiennotierungen an der Börse in Hongkong am Dienstag gegen Mittag (Ortszeit). Der Hang-Seng-Index hat einen Rückstand von 0,4 Prozent auf 11.415,65 Punkte. Seine nächste Stützungslinie liegt bei 11.200 Stellen. Bei sehr dünnem Umsatz notieren die meisten Standardwerte nachgebend, sagen Händler. Im Allgemeinen liegen die Einbußen zwischen einem bis zwei Punkten. Am schlechtesten stelle sich zurzeit Cathay Pacific mit minus 3,1 Prozent dar. Der Markt reagiere negativ auf die Absage eines Analysten-Briefings. PCCW sind andererseits dominierende Gewinner mit plus 1,2 Prozent.
Neuigkeiten und Kursbewegungen nach Börsenschluss
Die Nachricht, dass AOL das Angebot von Priceline.com auf seinen Seiten vertreiben will, beflügelte die Aktie des Online-Reiseanbieters. Sie gewann 18 Prozent auf 6,58 Dollar. Damit liegt die Priceline-Aktie etwa sechs Mal so hoch wie vor zwölf Monaten. Die Titel des Laserausrüsters Electro Scientific Industries hatten ein schwereres Los: Sie verloren 6,1 Prozent auf 31,65 Dollar. Der Gesamtmarkt ruhte sich von den Tagesgewinnen aus: Der Nasdaq 100 After Hours Indicator und die Index-Futures zeigten sich kaum verändert.
Optimismus beflügelt die Wall Street von Neuem
Die amerikanischen Aktienmärkte konnten am Montag auf Grund des wieder aufkommenden Optimismus für die weitere Wirtschafts- und Gewinnentwicklung zulegen. Der Dow Jones verzeichnete ein Plus von 0,82 Prozent auf 9.891,97 Zähler, während die Nasdaq 1,76 Prozent auf 1.978,45 Punkte zulegen konnte.
„Wir haben das Tief in der Gewinnentwicklung der Unternehmen gesehen, eine Menge schlechter Nachrichten waren in den Kursen enthalten - jetzt ist der Ausblick aber langsam vernünftiger“, sagte Mark Foster von Kirr, Marbach & Co.
Nach Schätzungen von Thomson Financial werden die S&P 500-Unternehmen im zweiten Quartal des Jahres 2002 rund zehn Prozent mehr verdienen, nachdem die Gewinne im laufenden Quartal 20 Prozent fallen werden. „Die zweite Hälfte des kommenden Jahres wird weit besser sein als jetzt und der Markt wird das vorwegnehmen“, sagt Nancy Tengler von Fremont Advisors.
Unter den Gewinnern waren auch die Papiere von Pfizer. Sie legten 89 Cents auf 40,33 Dollar zu, nachdem das Unternehmen seine Ertragserwartungen für das Jahr 2002 bestätigt und seine Quartalsdividende von elf auf 13 Cents angehoben hat. Die Aktie war in der vergangenen Woche auf Grund von Asbestprozessen und der Gewinnwarnungen von Merck und Bristol-Myers Squibb mit einem Verlust von 8,5 Prozent unter die Räder gekommen. Auch Eli Lilly konnten 99 Cents auf 82,80 Dollar zulegen. Die Quartalsdividende war von 28 auf 31 Cents je Aktie angehoben worden.
Die Microsoft-Aktie gewann 1,54 Dollar auf 68,98 Dollar, Oracle stiegen 22 Cents auf 14,89 Dollar und Siebel Systems 2,69 Dollar oder knapp elf Prozent auf 27,20 Dollar.
Ein Plus von 13,43 Prozent auf 29,06 Dollar war dagegen bei Immunex zu beobachten. Diese Kursbewegung geht auf die Übernahme von Amgen zurück, das 16 Milliarden Dollar für das Biotech-Unternehmen auf den Tisch legt. Amgen legte nach den starken Verlusten vom Freitag 3,46 Dollar auf 59,49 Dollar zu.
Conexant erhöhte seine Umsatzprognose für das erste Quartal. Die Aktie stieg um 71 Cents auf 16,57 Dollar. Das Unternehmen will den Mobilfunkbereich mit Alpha zusammenlegen. Deren Papiere stiegen um 5,15 Dollar auf 26,35 Dollar.
US-Anleihen schließen uneinheitlich
Mit uneinheitlichen Notierungen haben die US-Anleihen am Montag im späten Geschäft in New York notiert. Zehnjährige Papiere mit einer Zinsausstattung von fünf Prozent verloren 3/32 auf 98-18/32. Die Rendite stieg leicht von 5,18 auf 5,19 Prozent. Der Longbond mit einem Kupon von 5-3/8 Prozent stieg um 11-1/32 auf glatt 97-12/32 und rentierte nach 5,58 am Freitag mit 5,56 Prozent. Nachdem die Anleihen die meiste Zeit schwächer tendiert hatten, erholten sie sich zum Schluss, da einige Händler sich mit Short-Positionen eindeckten und Schnäppchenjäger auf den Plan traten.
Unternehmensnachrichten
BASF peilt für 2002 wieder Gewinnplus an
Der Chemiekonzern peilt nach den Worten des Vorstandsvorsitzenden Jürgen Strube für 2002 ein besseres Ergebnis an. “Ziel ist, dass wir das Ergebnis der Betriebstätigkeit vor Sondereinflüssen gegenüber diesem Jahr verbessern“, sagte Strube in einem Gespräch mit der “Financial Times Deutschland“. Zum einen sollen Kapazitätssenkungen Kosten sparen. Zum anderen setze Strube darauf, dass die Chemie als frühzyklische Branche zumindest im zweiten Halbjahr 2002 wieder anzieht. (FTD, S. 7)
Analytik Jena steigert Umsatz und Ergebnis deutlich
Die Analytik Jena AG hat das Geschäftsjahr 2000/01 (30. September) „mit dem besten Ergebnis in der Unternehmensgeschichte“ abgeschlossen. Nach vorläufigen Berechnungen konnten das Ergebnis vor Steuern um mehr als 25 Prozent auf über zwei (1,6) Millionen Euro und der Umsatz auf mehr als 38 (23,3) Millionen Euro gesteigert werden. Es handelt sich hierbei um noch nicht vom Wirtschaftsprüfer testierte Zahlen. Der endgültige Konzernabschluss soll am 25. Januar 2002 bekannt gegeben werden. (Ad-hoc)
General Electric will Analystenprognosen 2002 übertreffen
Der US-Konzern will im nächsten Jahr die Analystenerwartungen für den Gewinn pro Aktie von 1,59 Dollar übertreffen. In der Zielbandbreite für 2002 von 1,65 bis 1,67 Dollar sind dabei Gewinne aus Bilanzierungsänderungen sowie Pensionsrenditen von zwischen 0,04 und 0,06 Dollar enthalten. Selbst in einem ähnlich schlechten konjunkturellen Umfeld wie in diesem Jahr sei dieses Ziel zu erreichen, teilte das Unternehmen am Montagabend (Ortszeit) mit. Als Gewinnmotoren betrachtet GE dabei die Bereiche Kraftwerke und Medizinsysteme, für die im nächsten Jahr mit einem Ertragsplus von 20 Prozent gerechnet wird. (vwd)
Mercedes wählt SAP-Software für E-Commerce
Die DaimlerChrysler-Tochter Mercedes Benz wird in Spanien Software von SAP für den elektronischen Einkauf verwenden, wurde nach einem Bericht der “Financial Times Deutschland“ (Dienstagausgabe) bekannt. Die Installation soll mit Covisint verbunden werden, dem im vergangenen Jahr gegründeten zentralen Internetmarktplatz der Automobilhersteller Ford, DaimlerChrysler, General Motors und Renault.
Zwar sei der Abschluss finanziell für SAP von kleiner Bedeutung, aber der symbolische Wert sei umso größer, weil SAP bisher nicht zur Liste der Covisint-Lieferanten gehört habe. Auch an der Börse wurde der Auftrag am Dienstagmorgen von Händlern als gute Nachricht für SAP gewertet. (vwd)
UBS wechselt Konzernchef aus
Die Schweizer Großbank hat völlig überraschend ihren Konzernchef ausgetauscht. Wie der größte Schweizer Bankenkonzern am Dienstag mitteilte, wird der bisherige Leiter Luqman Arnold ab sofort durch Peter Wuffli ersetzt. Die UBS begründete die Entscheidung mit einer „Summe von einzelnen Meinungsverschiedenheiten“. Die Ursachen lägen weder im Finanzbereich noch in der operativen Führung oder in der Unternehmenskontrolle, teilte das Unternehmen mit. (AP)
Airbus: Auftrag im Volumen von über 30 Milliarden Mark
Acht Nato-Verteidigungsminister wollen heute in Brüssel den Kauf von 196 Maschinen vom Typ Airbus A 400 besiegeln. Auch Deutschland werde den Vertrag trotz finanzieller Vorbehalte unterzeichnen, sagte ein Airbus-Sprecher. (Handelsblatt, S. 3)
Condat erwartet für 2001 Ebit von minus zehn Millionen Euro
Condat erwartet für das Geschäftsjahr 2001 ein Ebit von voraussichtlich minus zehn Millionen Euro. Der Jahresumsatz wird sich 2001 im Vergleich zum Vorjahr voraussichtlich um 36 Prozent auf rund 32 (23,5) Millionen Euro erhöhen, aber leicht unter der bisherigen Prognose liegen. Ursache für das Abweichen von der bisherigen Planung seien in erster Linie Umsatzverschiebungen im Bereich System Integration. Das Geschäftsjahr 2002 will Condat profitabel abschließen. (Ad-hoc)
Balda hat 100.000 eigene Aktien zurückgekauft
Der Handyausrüster hat 100.000 eigene Aktien im vereinfachten Verfahren eingezogen und das Grundkapital um 100.000 Euro auf 33.720.000 Euro herabgesetzt. Wie das Unternehmen am Montagabend mitteilte, wirkt sich die Einziehung nicht auf das Ergebnis pro Aktie aus, da die eigenen Aktien - IAS-konform - bei der Berechnung des Ergebnisses je Aktie nicht berücksichtigt wurden. (Ad-hoc)
Pfizer bekräftigt Gewinnschätzungen
Die US-Pharmagesellschaft erwartet für das Jahr 2001 ohne Sonderposten einen Gewinn je Aktie von mindestens 1,30 Dollar. Mit Gewinnschätzungen von 1,56 bis 1,60 Dollar je Anteilsschein für 2002 erklärte sich das Unternehmen am Montag einverstanden. Die Konsensprognose von Thomson Financial/First Call lautet auf 1,31 Dollar für 2001 und auf 1,59 für 2002. Pfizers Bekräftigung der Gewinnerwartungen für 2002 kontrastiert mit den Gewinnwarnungen der Konkurrenten Merck & Co und Bristol-Myers Squibb, die beide eine Gewinnwarnung für das kommende Jahr abgegeben haben. (vwd)
Saltus will vom Neuen in den geregelten Markt wechseln
Die Saltus Technology AG, Solingen, AG wird bei der Deutschen Börse die Zulassung zum Neuen Markt kündigen und die Aufnahme in den Geregelten Markt beantragen. Die Gesellschaft habe sich aus mehren Gründen zu diesem Schritt entschlossen. Auf längere Sicht sei eine Kapitalbeschaffung über das spezielle Segment Neuer Markt für die Gesellschaft nicht abzusehen. (Ad-hoc)
Heinkel AG verlässt den Smax
Der Vorstand der Heinkel AG hat beschlossen, die Mitgliedschaft im Smax mit Wirkung zum 15. März 2002 zu beenden. Wesentliche Gründe für den Rückzug aus diesem Segment sieht das im Bereich Stülpfilterzentrifugen tätige Unternehmen in der unbefriedigenden Kursentwicklung der Aktie und der hohen Kostenbelastung. (Ad-hoc)
Wirtschaftsnachrichten
Argentinien will Haushalt 2002 um fast ein Fünftel reduzieren
Die argentinische Regierung schlägt dem Parlament für das kommende Jahr einen gegenüber 2001 um fast ein Fünftel abgespeckten Haushalt vor. Wie Wirtschaftsminister Domingo Cavallo mitteilte, sind für den Haushalt des kommenden Jahres 39,6 Milliarden Dollar vorgesehen. Die Ausgaben für 2001 würden sich auf 48,8 Milliarden Dollar belaufen. Die Regierung von Fernando de la Rúa verfolgt einen strikten Sparkurs, um die Bedingungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) für die Auszahlung von Krediten zu erfüllen. (AFP)
Japanischer Index der Frühindikatoren nach oben revidiert
Der japanische Index der Frühindikatoren für Oktober ist auf 16,7 (vorläufig: 14,3) hochrevidiert worden, nachdem im September ein Stand von 27,3 gemeldet worden war. Der Index liegt damit weiter deutlich unter der kritischen Marke von 50 Punkte, was die schwache Verfassung der japanischen Wirtschaft widerspiegelt. (vwd)
Gruß
happy End