M & A-Volumen um 50% eingebrochen


Thema
abonnieren
Beitrag: 1
Zugriffe: 346 / Heute: 1
Nassie:

M & A-Volumen um 50% eingebrochen

 
15.12.02 13:18
KPMG - Weltweites M&A-Volumen 2002 um die Hälfte eingebrochen~  

- Frei zur Veröffentlichung Montag, 00:00 Uhr -
Berlin, 15. Dez (Reuters) - Die Zahl der weltweiten
Firmenfusionen und -übernahmen ("M&A") ist in diesem Jahr nach
einer Analyse der Prüfungsgesellschaft KPMG erneut eingebrochen.
Dabei sei der Wert der Transaktionen um fast die Hälfte auf 996
Milliarden Dollar und damit unter die Billionengrenze gefallen,
hieß es am Sonntag in einer Mitteilung von KPMG Corporate
Finance auf Basis der Daten vom Forschungsinstitut Dealogic.
Auch in Deutschland hätten sich Anzahl und Gesamtvolumen der
Übernahmen und Fusionen gegenüber 2001 deutlich verringert,
wenngleich der Rückgang im weltweiten Vergleich niedriger
ausgefallen sei, hieß es. Die Bundesrepublik sei aber nach den
USA und Großbritannien weiterhin der drittgrößte "Zielmarkt" für
M&A-Aktivitäten mit ausländischer Beteiligung.
Nach Einschätzung von KPMG Corporate Finance müssen sich für
eine Belebung der Unternehmenstransaktionen zunächst die
weltweite Konjunktur und damit auch die Kapitalmärkte erholen.
"Große Deals finden kaum noch statt, weil die Gefahr teurer
Fehlinvestitionen als sehr hoch eingeschätzt wird und wegen der
niedrigen Bewertungen an den Aktienmärkten keine Share-Deals
mehr getätigt werden", sagte Thomas Ehren, Leiter KPMG Corporate
Finance in Deutschland. Lichtblicke seien indessen bei
Übernahmen und Anteilskäufen von Beteiligungsgesellschaften oder
-Fonds ("Private Equity") zu erkennen.

KONTINUIERLICHER RÜCKGANG SEIT BOOMJAHR 2000
Seit dem Jahr 2000 - als das Volumen der weltweiten Fusionen
und Übernahmen noch deutlich über drei Billionen Dollar lag -

haben sowohl Anzahl und Gesamtwert der M&A-Geschäfte
kontinuierlich abgenommen, wie es hieß. Die diesjährige Anzahl
bezifferte KPMG mit 17.414 Fusionen und Übernahmen nach 22.775
im vergangenen Jahr. Das durchschnittliche Transaktionsvolumen
habe mit 57 Millionen Dollar um rund ein Drittel abgenommen. Das
größte M&A-Geschäfte sei die Übernahme von AT&T Broadband durch
die Comcast Corp. gewesen, hieß es.
Nur in Deutschland sei der Gesamtwert der Übernahmen und
Fusionen um gut ein Viertel auf 113 Milliarden Dollar gefallen,
während die Anzahl der Transaktionen mit 1174 um knapp 30
Prozent gesunken sei. Zu den größten Transaktionen mit deutscher
Beteiligung gehörten nach KPMG-Angaben die gut neun Milliarden
Dollar schwere Übernahme von Atecs Mannesmann durch
Siemens/Bosch und der Erwerb der britischen Powergen durch E.ON
für 7,3 Milliarden Dollar.
Um knapp die Hälfte auf ein Volumen von 362 Milliarden
Dollar zurückgegangen seien die grenzüberschreitenden
Transaktionen. Nach Deutschland seien dabei 41 Milliarden Dollar
an M&A-Mitteln geflossen, während deutsche Firmen etwa 38
Milliarden Dollar im Ausland investiert hätten. Die größten
Brocken stellten hierbei die Übernahme von Veba Oel durch BP
oder die Beteiligung des britischen Zigarettenkonzerns Imperial
Tobacco an Reemtsma dar.

KEINE BELEBUNG IN SICHT - LOGISTIK UND VERSORGUNG POSITIV
"Die Ursachen des anhaltenden Negativtrends liegen vor allem
in der ausbleibenden Erholung der Kapitalmärkte und der
fehlenden Zuversicht in den Konjunkturaufschwung", begründete
Ehren den ungebrochenen Rückgang bei den M&A-Aktivitäten. Und
wer in einem solchen Klima überhaupt investieren wolle, dem
fehle dazu nicht selten die Finanzierung.
Weniger stark zurückgegangen seien derweil die
Übernahmeaktivitäten von Beteiligungsgesellschaften. So habe das
Transaktionsvolumen im Bereich Private Equity mit 64 Milliarden
Dollar nur um elf Prozent unter dem Vorjahreswert gelegen, hieß
es. Auch in Deutschland sollte das Potenzial der M&A-Aktivitäten
von Beteiligungsgesellschaften nicht unterschätzt werden,
betonte KPMG-Experten Ehren.
Gegen den Trend positiv entwickelt habe sich indes das
Transaktionsvolumen in den Branchen Transport und Logistik sowie
Ver- und Entsorgung. Grund sei unter anderem die weitere
Liberalisierung in diesen Industrien gewesen. Besonders
deutliche Einbrüche hätten dagegen der Informationssektor sowie
die Finanzdienstleistungsbranche erlitten, hieß es.

Antworten
Auf neue Beiträge prüfen
Es gibt keine neuen Beiträge.


Börsen-Forum - Gesamtforum - Antwort einfügen - zum ersten Beitrag springen
--button_text--