Mich beschäftigt immer wieder die Frage, wie die Short Seller das heute früh geschafft haben, die LH-Aktie so weit zu drücken, obwohl es keinerlei relevante Nachrichten oder neue Ratings gab.
Die Umsätze waren heute früh noch dazu ziemlich dünn und trotzdem war der Kurs mit nur geringen Gegenbewegungen zwischen 9:00 (Start-Kurs 13,44) und 10:13 Uhr (unter 12,80) um stolze 64 Cents gefallen - fast 5% (schade, daß Lufthändler vermutlich längst schon vorher ausgestoppt war). Ich spekuliere mal, wie das trotz geringer Umsätze gelaufen sein könnte (alles fiktiv):
Grundvoraussetzung: Shorty 1 hat sich vorher zu den folgenden Schritten mit Shorty 2 abgesprochen und beide Seiten haben ihre Computer-Kauf- und Verkaufsprogramme (Uhrzeiten, Stückzahlen, Kauf-/ Verkaufskurse) entsprechend vorprogrammiert.
Schritt 1: Der vorbörsliche LH-Kurs liegt bei 13,44. Shorty 1 wirft exakt zum abgesprochenen Zeitpunkt (z.B. 9:01:49) läppische 5000 LH-Aktien zum Dumping-Preis von 13,30 auf den Markt. Zeitgleich erteilt Shorty 2 eine Kauforder mit Limit 13,31. Da sonst kein "normaler" Investor beim 9-Uhr-Kurs von 13,44 eine Kauforder mit Kurs 13,31 (also weit unter aktuellem Kurs) setzt, wird um 9:01:49 per Computerhandel das Geschäft mit dem Kurs 13,305 abgewickelt. Der Markt ist erst mal überrumpelt. Aber jetzt geht's erst richtig los:
Schritt 2: Der Spieß wird umgedreht. Shorty 2 bietet um 9:04:37 die gerade für 13,305 gekauften Aktien für 13,23 an und Shorty 1 bietet ebenfalls exakt um 9:04:37 für die gleichen Aktien, die er vorher gerade verkauft hatte, jetzt den Kaufpreis von 13,24 (im Schritt 2 könnten auch größere oder kleinere Stückzahlen verabredet worden sein). Wichtig ist der gleiche Effekt wie vorher, der Umsatz findet zum noch niedrigeren Kurs von 13,235 statt. Von den sonstigen, verunsicherten Investoren traut sich keiner zu kaufen (was ist da los ? Kommen womöglich bald Horronachrichten, die Insidern bereits bekannt sind ?)
Und so geht das Schritt für Schritt in großen Sprüngen weiter nach unten bis dann endlich wieder die Marktkräfte wirken und die ersten Investoren sich entschließen, zu den inzwischen erreichten Super-Ausverkaufspreisen einzusteigen. Bürschen hat's im Prinzip sehr richtig gemacht, auch wenn er bei 13,26 noch weit vor dem Tiefstpunkt eingekauft hat. Aber hellsehen konnte er ja auch nicht.
Da sich nach Erreichen des Tiefstpunkts die Schockstarre der Investoren langsam löst, kommt es jetzt zu normalen Umsätzen mit wieder steigenden LH-Kursen. Für die Short Seller hatte die Kursmanipulation den Nutzen, dass sie jetzt ihre Rückkkäufe auf dem tieferen Niveau aus vornehmen können.
Fazit: Mit elend dünnen Umsätzen gelingt es den Short Sellern immer wieder, den Markt überfallartig zu überrumpeln und die Kurse zu drücken.