Vorsicht beim Stop Loss-Auftrag: Mir (vermutlich auch Horst1974) ist bereits folgendes passiert: Stop Loss-Auftrag erteilt, dann kam aus irgend einem Grund ein stärkerer Rücksetzer der Börse. Alle Werte tendierten nach unten und kurzzeitig wollte partout niemand Aktien kaufen. Das ist dann die Stunde der Profis: Die erteilen nämlich ganz frech Kaufaufträge zu absurd niedrigen Kursen und fischen brutal die Stop Loss-Verkäufer brutal ab.
Zur Verdeutlichung ein fiktives Beispiel:
Die LH-Aktie steht bei 13,40.
Du gibst der Bank deinen Stop Loss-Auftrag: Falls der Kurs unter 13,00 (also um ca. 3%) fällt, soll verkauft werden.
Am nächsten Tag krachen die Börsen runter, weil sich (z.B.) der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine plötzlich verschärft oder Frau Yellen eine Zinsentscheidung trifft, die den Anlegern überhaupt nicht gefällt und die US-Börsen den DAX mit runter zieht.
Genau jetzt passiert es: Plötlich hat niemand Lust, Aktien (egal welche) zu kaufen. Der Käufer-Markt ist ausgetrocknet. Im Markt ist aber dennoch dein Stop Loss-Auftrag, dass unterhalb von 13,00 (bedingungslos) verkauft werden soll, weil du ja den Verkauf zu einem noch tieferen Kurs verhindern möchtest. Saublöd an der Situation ist nur, dass die Bank deine LH-Aktien auf jeden Fall zum ersten festgestellten Kurs nach Unterschreiten der 13,00-Marke verkaufen wird. Das Fatale daran ist aber, dass in der o.g. Situation überhaupt keine "richtigen" Kaufaufträge vorliegen, dafür aber die Abfisch-Aufträge der Profis. Da hat also einer von denen einen Kaufauftrag mit dem eigentlich völlig unsinnigen Kurslimit von 11,90 gesetzt. Und wenn du Pech hast (ich hab's leider schmerzhaft erlebt), werden deine schönen LH-Aktien tatsächlcih für läppische 11,90 verscherbelt - zum ersten offiziell festgestellten Kurs unterhalb deines Stop-Kurses. Es gab ganz simpel keinen anderen Kaufauftrag.
Meine eigene Entscheidung seither: Nie wieder Stop Loss-Verkäufe oder höchstens bei steigender Tendenz. Ich mache das lieber so: Entweder direkter Verkaufsauftrag zum aktuellen Kurs (min. 13,30, gültig bis zum Monatsende) oder sogar zum aktuellen Kurs 13,30 plus x. Entweder geht es nach deinem Verkaufsauftrag gerade mal wieder abwärts - dann wird deine Position einfach nicht verkauft. Wenn du aber Glück hast, wirst Du (evtl. erst morgen oder in der nächsten Woche) sogar einen höheren Kurs realisieren.
Man kann sich vorstellen, warum inzwischen die sog. "Eigengeschäfte" der Banken verboten worden sind: Die nehmen ja deinen Stop Loss-Auftrag entgegen und kennen sich aus, wie man in Crash-Situationen (wo uns die Kniee schlottern) viel Kohle macht.
Fazit: Sei vorsichtig bei einem Stop Loss-Auftrag, vor allem wenn die Börse mal kurzzeitig stark einknickt.