uf.
Brutaler Umbau wie bei AUA auch in Deutschland möglich
06:00 15.09.15
Spohr ist mit seiner Eskalation im Tarifstreit noch nicht am Ende: Er könnte mehr Flüge zur tariffreien Eurowings verlagern. Der Umbau der österreichischen Tochter Austrian Airlines bietet ein abschreckendes Beispiel.
Beim Start als Lufthansa-Chef im Frühjahr 2014 galt Carsten Spohr wegen seiner leutseligen Art vielen Beobachtern als eine Art Schönwetterkapitän, ohne die nötige Härte für den anstehenden Konzernumbau. Den Verdacht hat der 48-Jährige am vergangenen Dienstag endgültig widerlegt. Da klagte er erfolgreich gegen den Streik, kündigte eine Schadensersatzklage wegen der Streikkosten gegen die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit an, verkündete einen Einstellungsstopp für das fliegende Personal der Konzernmarke Lufthansa und drohte, alle Vereinbarungen mit der Gewerkschaft zu kündigen. Zwar zeigten sich deren Funktionäre zunächst unbeeindruckt. Doch das könnte sich bald ändern. „Wenn es nötig ist, können und werden wir noch deutlich härter agieren“, verlautet es aus der Frankfurter Konzernzentrale.
Als abschreckendes Beispiel gilt der Umbau der österreichischen Lufthansa-Tochtergesellschaft Austrian Airlines (AUA) 2012. Als deren Verhandlungen mit den Piloten scheiterten, verschob die Führung den gesamten Flugbetrieb von der Mutter AUA auf die bis dahin nur im Regionalverkehr tätige Tochter Tyrolean. Das fliegende Personal der AUA bekam die Kündigung und anschließend neue Arbeitsverträge mit bis zu gut einem Drittel niedrigeren Löhnen angeboten.
Zwar kassierten die Gerichte den Tarifbruch nach zwei Jahren, Lufthansa musste die Verträge ein wenig nachbessern. Doch aus Sicht des Konzerns war der harte Schnitt ein Erfolg. Die AUA-Personalkosten sind sogar niedriger als die der Kölner Lufthansa-Billigtochter Germanwings. Lufthansa will deshalb weite Teile ihrer neuen Discountmarke Eurowings von AUA fliegen lassen. „Die AUA verdient wieder Geld und wächst“, sagt der Hamburger Berater Heinrich Großbongardt.
Brutales Szenario auch in Deutschland möglich
Quelle: WirtschaftsWoche
Es ist nicht schwer, Menschen zu finden, die mit 60 Jahren zehnmal so reich sind, als sie es mit 20 waren. Aber nicht einer von ihnen behauptet, er sei zehnmal so glücklich.
Grüße Semico