Wien/Berlin Saudi-Arabien, der weltgrößte Ölexporteur, leitet einen Preiskampf am Ölmarkt ein. Das Land hat die Preise für sein Rohöl so stark wie seit mehr als 30 Jahren nicht mehr gesenkt. Der staatliche Energieriese Saudi Aramco bietet beispiellose Rabatte in Asien, Europa und den USA an, um Raffinerien zur Verwendung von saudischem Rohöl zu bewegen. Zugleich kündigte das Königreich an, seinen Ölausstoß von April an massiv auszuweiten, sogar die bisherige Rekordmarke von zwölf Millionen Barrel am Tag könnte übertroffen werden.
Warren Patterson, Chefanalyst für Rohstoffe bei der ING Bank, ist überzeugt: „Es steht ein Preiskrieg bevor.“ Die ING hat daher ihre Preisprognose für Brent-Öl von 56 Dollar pro Barrel (rund 159 Liter) auf 33 Dollar herabgesenkt. Über die Folgen macht sich auch Bill Farren-Price, Analyst bei Petroleum Policy Intelligence, keine Illusionen: „Es wird ein Blutbad geben“, denn die Kombination aus höherer Ölproduktion und stark gefallener Ölnachfrage sei tödlich.