Quelle:
investor-magazin.de/download/...Investor-Magazin_Ausgabe97.pdf "Am morgigen Donnerstag wird die Lufthansa ihre
Zahlen für das dritte Quartal vorstellen. Die Erwartungen
des Marktes sind aufgrund mehrfacher Pilotenstreiks gedämpft,
was sich in den vergangenen Monaten auch in der
Aktie bemerkbar machte. Der DAX-Wert hat seit dem
Jahreshoch im Juni etwa 40% seiner Marktkapitalisierung
verloren. Neben den Arbeitsaussetzungen gibt es aber einen
noch wesentlicheren Faktoren für diese Abverkäufe.
Aufgrund der getrübten Erwartungen für die Weltkonjunktur
rechnen Investoren mit einem niedrigeren Passagieraufkommen.
Insbesondere bei Geschäftsreisen wird
bei einer Abschwächung gerne gespart.
Wie stark wirkt der Ölpreis auf den Gewinn?
Allerdings glauben wir, dass diese Negativfaktoren bereits
eingepreist sein dürften. Der Firmenwert hat sich schließlich
nahezu halbiert. Ein anderer Faktor sorgt in der Finanzwelt
für heiße Diskussionen. Wie sehr kann die Fluglinie von den
gefallenen Ölpreise profitieren?
Bekannt ist, dass die Lufthansa einen Teil seines
Kerosinbedarfs, und das sind laut Unternehmensschätzungen
rund 6,7 Mrd. Euro in diesem Jahr, im Voraus absichert.
Somit wird die Airline nicht eins-zu-eins von den
niedrigeren Energiepreisen profitieren, man hat ja vorher
schon teurer gekauft. Das ist klar. Doch bei mehr als einer
halben Milliarde Ausgaben im Monat sollte sich das niedrige
Ölpreisniveau bemerkbar machen, denn keine Airline
sichert sich seinen Bedarf zu 100% im Voraus ab. Der
Wert dürfte eher im niedrigen zweistelligen Prozentbereich
liegen.
Skeptischer Markt
Der fallende Ölpreis wird die Lufthansa in diesem Jahr
kaum entlasten, da das Unternehmen seine Kerosin-Käufe
stark gehedged hat, wird beispielsweise Luftfahrt-
Analyst Jochen Rothenbacher von Equinet zitiert. Da halten
wir dagegen. Im vierten Quartal schon dürften sich die
niedrigeren Kosten bemerkbar machen. Dazu kommt: viele
glauben, dass der aktuelle Ölpreisrutsch nur kurzfristiger
Natur ist. Das hohe Angebot und die großen politischen
Interessen an einem niedrigen Ölpreis, vor allem in
den USA (siehe Editorial der Vorwoche), sprechen aber
gegen diese These. Die Notiz für die europäische Sorte
Negativfaktoren sind drin
Alles in allem sollten die morgigen Quartalszahlen positiv
aufgenommen werden. Entscheidend wird wohl sein, wie
das Unternehmen die weiteren Aussichten kommentiert.
Wenn der Vorstand klug ist, wird er sich nicht weit aus
dem Fenster lehnen, aber vorsichtig optimistisch auf 2015
blicken. Der Analystenkonsens geht übrigens für 2014
von einem Umsatz von 30,04 Mrd. Euro aus. Für das
kommende Geschäftsjahr wird ein leichtes Umsatzplus
erwartet. Beim Gewinn je Aktie soll es aber einen deutlichen
Sprung auf 2,20 Euro geben.
Attraktiv bewertet
Damit kommt die Lufthansa-Aktie (12,35 Euro;
DE0008232125) auf ein 2015er Kurs-Gewinn-Verhältnis
von 6. Die Erwartungen sind also sehr niedrig. Anleger
sollten zudem der Ausschüttung Beachtung schenken.
Dieses Jahr gab es 0,45 Euro je Anteilschein. Sollte die
Dividende stabil gehalten werden, wovon wir ausgehen,
dann entspricht das einer Rendite von 3,6%.
Was tun also? Da bezüglich der Bekanntgabe der Quartalszahlen
ein Restrisiko besteht, sollten Anleger gestaffelt
in die Lufthansa-Aktie einsteigen. Erwerben Sie noch heute
eine erste Position auf aktuellem Niveau. Sollte der
Titel in den nächsten Tagen noch einmal die 12 Euro-
Marke testen, wird eine zweite Position gekauft. Als
Stopp empfehlen wir 10,80 Euro. (td)"
Quelle: Investor Magazin