Die schwer angeschlagene Mittelstandsbank bekommt einen neuen Eigentümer – das beschloss der Präsidialausschuss des staatlichen Großaktionärs in Berlin, wie Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) am Mittwochabend nach dem Ende der Sitzung erklärte. Den Namen des Käufers nannte der Politiker nicht, der derzeit auch Chef des KfW-Verwaltungsrats ist.
Die KfW will das Geheimnis am Donnerstag in Frankfurt auf einer Pressekonferenz lüften.
Dem Vernehmen nach gibt es noch zwei Bieter, die Beteiligungsgesellschaft RHJ International (RHJI), die zur US- Gesellschaft Ripplewood gehört, und den US-Finanzinvestor Lonestar. Zuletzt schien sich eine Präferenz für RHJI herauszukristallisieren. Eine endgültige Entscheidung werde vom KfW-Verwaltungsrat bei seiner nächsten Sitzung im September erwartet, sagte der Sprecher am Nachmittag.
Finanzkreisen zufolge sei die US-Beteiligungsgesellschaft Lone Star der neue Eigentümer. Wie die Nachrichtenagentur Reuters am Mittwochabend von mehreren von mit der Angelegenheit vertrauten Personen erfuhr, bekam der Investor den Zuschlag für die IKB. Damit stach Lone Star den ebenfalls bis zuletzt im Rennen gewesenen Finanzinvestor RHJ International aus.
Die KfW als Mehrheitseignerin und Verkäuferin der IKB sowie Lone Star und RHJ lehnten eine Stellungnahme ab.
Die staatseigene KfW Bankengruppe ist mit rund 45 Prozent IKB- Mehrheitseigentümerin. In Branchenkreisen gilt vor allem das Mittelstandsgeschäft der IKB als interessant. Die IKB hatte sich am US-Kreditmarkt verspekuliert und war nur dank Milliardenunterstützung vor der Pleite bewahrt worden. Nach FDP-Angaben mussten KfW, Bund und Bankenwirtschaft bislang 9,8 Milliarden Euro Risiken abdecken, um die IKB zu retten.
Wie die „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ berichtete, kostet der Verkauf der IKB den Bund 800 Millionen Euro. Von der im Juni gemachten vorsorglichen Zusage über eine Milliarde Euro solle dieser Betrag zur Absicherung weiterer Verlustrisiken aus dem Wertpapierportfolio nun tatsächlich zur Verfügung gestellt werden, schrieb die Zeitung unter Berufung auf Verhandlungskreise.
Von der KfW gebe es bereits die Zusicherung, anhängige oder mögliche Rechtsklagen im Zusammenhang mit außerbilanziellen Portfolio-Investments zu übernehmen. Mit diesen Zusagen sollte der Weg für den angestrebten Verkauf der IKB geebnet werden.
Der sechsköpfige Präsidialausschuss sollte den Verkaufsprozess der IKB beschleunigen. Ihm gehören unter anderen Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) als KfW-Verwaltungsratsvorsitzender und Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) an.