Liberty Media droht Gegenwind
Zeitung: Bertelsmann und die RTL-Gruppe wollen Liberty Media den Zugriff auf das TV- Kabel verwehren
IW / 21.11.01/10:35 Uhr) Dem US-Konzern Liberty Media droht bei seiner geplanten Übernahme mehrerer deutscher Kabelnetze Widerstand von Bertelsmann und RTL Gruppe. Wie die "Süddeutsche Zeitung" in ihrer Mittwochsausgabe berichtet, haben sich beide Konzerne mit einer Beschwerde an das Bundeskartellamt gewandt.
"In Europa droht die Gefahr der Dominanz im Kabel durch Liberty Media", heißt es in einer Eingabe beim Kartellamt, die der Zeitung vorliegt. Der Einstieg des US-Konzerns in das deutsche Kabelfernsehen könne zu "großen Nachteilen" für die Zuschauer und die vorhandenen, frei empfangbaren Sender führe. Bisher frei empfangbare Programme würden im Liberty-Kabelnetz nur noch gegen Entgelt zu sehen sein. Angst haben die Beschwerdeführer vor allem vor der künftig schwieriger werdenden Vermarktung von Werbeplätzen. Der Betrieb von werbefinanzierten Sendern sei "massiv gefährdet", wenn die Verbreitung im Kabelfernsehen nicht garantiert sei. Ohne die flächendeckende Ausstrahlung im Kabel seien die Werbespots "nicht verkaufbar", zitiert die "Süddeutsche" aus der Eingabe.
Liberty hatte der Deutschen Telekom im September sechs der neun Kabelnetze für 5,5 Milliarden Euro abgekauft - vorbehaltlich der Zustimmung des Kartellamtes (wir berichteten mehrfach). Gehen die Pläne auf, wird Liberty künftig die Kabelnetze in Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Bremen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen betreiben. Ende Oktober hatte Liberty auch sein Interesse an der Übername des deutschen Kabelnetzbetreibers Tele Columbus bekundet (wir berichteten).
Mitte Oktober verkündete Liberty, rund zehn Millionen Settop-Boxen für digitale Kabeldienste kostenlos für Kunden des Konzerns bereitstellen zu wollen. Kaum ein Kunde sei bereit, die Kosten für die mehr als 500 Mark teuren Geräte selbst zu übernehmen. So will Liberty kostenpflichtige Zusatzleistungen wie digitale Programme und den Internet-Zugang über das Fernsehkabel gewinnbringend vermarkten. (pk)
Quelle: www.internetworld.de/sixcms/detail.php?id=22314
Zeitung: Bertelsmann und die RTL-Gruppe wollen Liberty Media den Zugriff auf das TV- Kabel verwehren
IW / 21.11.01/10:35 Uhr) Dem US-Konzern Liberty Media droht bei seiner geplanten Übernahme mehrerer deutscher Kabelnetze Widerstand von Bertelsmann und RTL Gruppe. Wie die "Süddeutsche Zeitung" in ihrer Mittwochsausgabe berichtet, haben sich beide Konzerne mit einer Beschwerde an das Bundeskartellamt gewandt.
"In Europa droht die Gefahr der Dominanz im Kabel durch Liberty Media", heißt es in einer Eingabe beim Kartellamt, die der Zeitung vorliegt. Der Einstieg des US-Konzerns in das deutsche Kabelfernsehen könne zu "großen Nachteilen" für die Zuschauer und die vorhandenen, frei empfangbaren Sender führe. Bisher frei empfangbare Programme würden im Liberty-Kabelnetz nur noch gegen Entgelt zu sehen sein. Angst haben die Beschwerdeführer vor allem vor der künftig schwieriger werdenden Vermarktung von Werbeplätzen. Der Betrieb von werbefinanzierten Sendern sei "massiv gefährdet", wenn die Verbreitung im Kabelfernsehen nicht garantiert sei. Ohne die flächendeckende Ausstrahlung im Kabel seien die Werbespots "nicht verkaufbar", zitiert die "Süddeutsche" aus der Eingabe.
Liberty hatte der Deutschen Telekom im September sechs der neun Kabelnetze für 5,5 Milliarden Euro abgekauft - vorbehaltlich der Zustimmung des Kartellamtes (wir berichteten mehrfach). Gehen die Pläne auf, wird Liberty künftig die Kabelnetze in Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Bremen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen betreiben. Ende Oktober hatte Liberty auch sein Interesse an der Übername des deutschen Kabelnetzbetreibers Tele Columbus bekundet (wir berichteten).
Mitte Oktober verkündete Liberty, rund zehn Millionen Settop-Boxen für digitale Kabeldienste kostenlos für Kunden des Konzerns bereitstellen zu wollen. Kaum ein Kunde sei bereit, die Kosten für die mehr als 500 Mark teuren Geräte selbst zu übernehmen. So will Liberty kostenpflichtige Zusatzleistungen wie digitale Programme und den Internet-Zugang über das Fernsehkabel gewinnbringend vermarkten. (pk)
Quelle: www.internetworld.de/sixcms/detail.php?id=22314