Liberty führt wieder Verhandlungen


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Peet:

Liberty führt wieder Verhandlungen

 
20.06.02 09:50
Liberty führt wieder Verhandlungen über den Kauf des Fernsehkabelnetzes


Nach einem Bericht der ‚Süddeutschen Zeitung’ versucht Liberty Media einen neuen Anlauf um das deutsche TV-Kabel doch noch zu übernehmen. Nach dem Bericht werden bereits Gespräche mit der Deutschen Telekom geführt. Wie die SZ berichtet, verhandelt der Liberty-Manager Bob Bennett über die Netze in Bayern und Norddeutschland. Im Norden prüft Liberty erneut ein Bündnis mit dem drittgrößten deutschen Kabelnetzbetreiber Telecolumbus, der zur Deutschen Bank gehört. Gerd Tenzer vom Telekom-Vorstand drückte gegenüber der Zeitung seine Hoffnung aus, dass es Ende des Jahres zu Abschlüssen kommen werde.

Der geplante Verkauf des Kabelnetzes für rund 5,5 Milliarden Euro war Anfang März diesen Jahres am Einspruch des deutschen Kartellamts gescheitert. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Wolfgang Clement hatte gestern auf dem Medienforum in Köln gefordert, diese Entscheidung neu zu überdenken. Es sei nicht im Interesse der Politik, der Beteiligten und der Bürger, die den Aufbau des Kabelnetzes einst finanziert hätten, wenn das Kabel als totes Netz und Investitionsruine ungenutzt bleibt. (as)  
 
[ Donnerstag, 20.06.2002, 09:30 ]  

 

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Peet:

Unternehmen streiten um Zukunft des TV-Kabels

 
20.06.02 11:10
Unternehmen streiten um Zukunft des TV-Kabels
 

Mit konkreten Vorschlägen eröffnete Hans Hege, Direktor der Medienanstalt Berlin-Brandenburg, gestern auf dem Medienforum in Köln die Debatte um die Zukunft des Breitbandkabels in Deutschland. Nach dem der Verkauf von insgesamt sechs Regionalgesellschaften der Deutschen Telekom an Liberty Media gescheitert ist, stagniert der Ausbau zum digitalen Multimedianetz, während sich DSL und Satellitenübertragung weiterentwickeln. Hege forderte den Bund auf, seine Verantwortung als größter Aktionär der Deutschen Telekom wahrzunehmen und schlug eine Abspaltung des Kabelgeschäfts in einer eigenen Kabel AG vor. Gleichzeitig hält er die Fusion der Netzebenen 3 und 4 für unabdingbar.

Neue Investoren müssen, so seine Schlussfolgerung aus dem gescheiterten Deal mit Liberty Media, nicht nur Geld mitbringen, sondern auch Kompetenz im Kabelgeschäft. Gerd Tenzer, Vorstandsmitglied der Deutschen Telekom AG, reagierte harsch auf die Ausführungen Heges. Er hält die Zukunft des Kabels in Deutschland für "glänzend" und verteidigte die Verkaufsstrategien der Telekom. Seit Freitag gebe es Gespräche über den Verkauf der sechs Regionalgesellschaften, die bis Ende Juli geführt werden sollen. Die Telekom sei jedoch offen, anders als in der ersten Runde auch an mehrere Interessenten zu verkaufen, wobei über den Preis noch nicht gesprochen worden sei. Fehlende Investoren und Stagnation sind für Karl-Ulrich Kuhlo von n-tv Anlass, initiativ zu werden. Gemeinsam mit dem VPRT sollen Kabelnetzbetreiber, mögliche Investoren und Inhalteanbieter ein Zukunftsmodell für das Kabel in Deutschland erarbeiten. Kuhlo lud auch die Deutsche Telekom ein, an diesem Konsensmodell mitzuwirken, das die unterschiedlichen Interessen aller Beteiligten berücksichtigen soll.

Callahan, ein Investor mit großen Problemen

Für die Regionalgesellschaften in Nordhrein-Westfalen und Baden-Württemberg wurde mit Callahan ein Investor gefunden, der offensichtlich große Probleme hat. Ernst Uhlig, Geschäftsführer von ish, erklärte, dass sich die Erwartungen in Nordhrein-Westfalen nicht erfüllt hätten. Die Dienstleistungen wurden von den Kunden nicht angenommen, ish habe nicht ausreichend auf die speziellen Marktbedingungen reagiert. Anders als vorrangig auf Telefonie und Internet zu setzen, so Uhlig, müssten derzeit das Free TV Angebot aufrechterhalten bleiben und neue Kon-zepte für digitales Fernsehen entwickelt werden.

Zunehmendes Gewicht der Rolle von Satelliten

Kritik gab es an der Entscheidung des Bundeskartellamtes, das den Einstieg von Liberty Media in den deutschen Kabelmarkt verhindert hatte. Michael Schmittmann von PriceWaterhouseCoopers Veltins in Düsseldorf wies darauf hin, das die Kabel-Regionalgesellschaft nicht zwangsläufig marktbeherrschend sei, da zunehmend Satelliten die Versorgung der Haushalte mit Programmen sicherstellen könnten.

Einig waren sich die Teilnehmer der Diskussion, dass es zur Digitalisierung des Kabelnetzes keine Alternative gibt. Die Geschäftsinteressen der Netzbetreiber müssten jedoch bei einem Ausbau ebenso berücksichtigt werden wie die Interessen der Programmanbieter und der Nutzer.

Das erfolgreiche englische Modell?

Eine kritische Bilanz des digitalen Fernsehens in Großbritannien zog Rose Major von der Financial Times, London im Rahmen der Diskussion. Zwar sind insgesamt neun Millionen Haushalte dort mit digitalen Anschlüssen versorgt, jedoch hat es in den letzten Jahren eine starke Konzentration auf der Anbieterseite gegeben. Marktführer ist BskyB aus dem Hause des Medienunternehmers Rupert Murdoch. Major bescheinigt zwar Großbritannien eine fortschrittliche Entwicklung des digitalen Fernsehens, stellt aber seinen wirtschaftlichen Erfolg in Frage. Auch in Großbritannien haben es die digitalen Kabeldienste schwer, ausreichend viele Teilnehmer zu finden, um wirtschaftlich interessant zu sein. Die Folge ist die Reduzierung auf einige wenige Anbieter und Pay TV. Für den deutschen Markt sieht Major noch größere Schwierigkeiten, da das große Angebot der Free TV Programme es noch viel schwerer macht, die Kunden von der Notwendigkeit weiterer Programme und Mediendienste zu überzeugen, für die Sie dann zusätz-lich bezahlen müssten. (as)  
 
[ Donnerstag, 20.06.2002, 10:45 ]  

   

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