Leo Kirch wackelt


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vega2000:

Leo Kirch wackelt

 
11.12.01 13:40

Spekulationen über Finanznot Leo Kirchs


Die Dresdner Bank soll auf der Rückzahlung eines Kredits bestehen und Kirch damit in Bedrängnis bringen.
Die Dresdner Bank hat nach Angaben aus Finanzkreisen von der Münchener Kirch-Gruppe die Rückzahlung eines Kredits über 900 Millionen DM gefordert.

„Der Kredit ist bereits fällig. Die Dresdner Bank verlangt die Rückzahlung und ist nicht an einer Verlängerung interessiert“, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag aus den Kreisen.

Sowohl die mittlerweile zum Allianz-Konzern gehörende Dresdner Bank als auch die Kirch-Gruppe gaben am Dienstag keinen Kommentar zu der Kreditverpflichtung ab.

Analysten sagten, sie gingen davon aus, dass die hochverschuldete Kirch-Gruppe in Bedrängnis geraten wird, falls mehrere Banken in den nächsten Monaten die Rückzahlung von Krediten forderten.

Murdoch dementiert Übernahmepläne

Aus Kirch-nahen Kreisen hatte es am Wochenende geheißen, Rupert Murdochs Medienkonzern News Corp wolle die Gläubigerbanken der Kirch-Gruppe zur Fälligstellung von Krediten bewegen, um die Kontrolle bei dem Münchener Konzern zu übernehmen.

Murdoch hat jedoch am Montagabend bestritten, dass er eine Übernahme der hoch verschuldeten KirchGruppe plant.

News Corp. arbeite lediglich mit dem deutschen Medienunternehmer zusammen, um ihre eigenen Aktivitäten in Deutschland zu verstärken, erklärte das Unternehmen in New York. Weitere Kommentare machte News Corp. zu dem Thema nicht.

Mehrere deutsche Zeitungen hatten in den vergangenen Tagen berichtet, dass Murdoch die Übernahme der KirchGruppe ins Auge fasse. News Corp. spiele derzeit eine aggressive Strategie durch, mit der die Kirch-Gruppe erst in weitere finanzielle Schwierigkeiten getrieben und dann geschluckt werden solle, berichtete am Freitag die Financial Times Deutschland.

Murdochs Druckmittel

Murdoch ist mit 22 Prozent an der KirchGruppe beteiligt. Nach einer Vereinbarung beider Seiten kann Murdoch verlangen, dass der Münchener Medienhändler ihm diesen Anteil ab Oktober kommenden Jahres wieder abkauft.

Dazu müsste Kirch der Zeitung zufolge rund zwei Milliarden Euro (3,9 Milliarden Mark) aufbringen. Sollte das Unternehmen die Forderung nicht erfüllen können, wäre demnach eine Übernahme der Kontrolle durch Murdoch möglich.

Zur KirchGruppe gehören die Fernsehsender Pro Sieben, Sat.1, Kabel 1 und der Nachrichtenkanal N24. Darüber hinaus betreibt Kirch mit Premiere World das einzige deutsche Bezahlfernsehen. Murdoch gehört unter anderem der britische Pay-TV-Kanal BSkyB.

Quelle:Süddeutsche Zeitung
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händchen:

interessanter Artikel dazu......

 
11.12.01 13:45
Auch nach Dementi aus New York kann Leo Kirch nicht aufatmen
Von Axel Höpner, dpa =

   München (dpa) - Auch nachdem Medienmogul Rupert Murdoch ein
Interesse an der Übernahme der KirchGruppe dementiert hat, kann der
hochverschuldete Münchener Medienkonzern nicht aufatmen. Gefahr
dürfte nach Ansicht von Branchenkennern dem Hause Kirch weiter
drohen. Zwar erklärte Murdoch, an einer feindlichen Übernahme des
Imperiums seines Gegenspielers Leo Kirch sei er nicht interessiert.
Doch neue Berichte über Finanzschwierigkeiten zeigen nach
Einschätzung von Experten, wie ernst die Lage bei Kirch ist.

   Laut Branchenkreisen fordert die Dresdner Bank die Rückzahlung
eines Kredits, der noch vor Weihnachten fällig wird. Kirch dürfte es
nicht leicht fallen, die kolportierten 900 Millionen DM umzuschulden.
Die Hintergründe der am Wochenende hochgekochten Übernahmegerüchte
blieben derweil völlig unklar.

   In Finanzkreisen wurde sogar spekuliert, Kirch könne die
Übernahmegerüchte selbst forciert haben, um Politik, Banken und
Kartellwächter unter Druck zu setzen. Das Signal an Banken und
Politik laute: «Ihr könnt uns nicht im Stich lassen», zitierte die
«Süddeutsche Zeitung» einen Kirch-Manager.

   Denn die KirchGruppe ist bereits hoch verschuldet, die Hausbanken
dürften nur wenig Drang verspüren, weitere Risiken zu übernehmen.
Eine Sprecherin der HypoVereinsbank, die auch bei Kirch engagiert
sein soll, meinte, es sei zu früh zu sagen, ob man gegebenenfalls
gekündigte Kredite anderer Institute übernehmen würde. Auch die
Bayerische Landesbank, bei der Kirch laut Medienberichten mit mehr

als vier Milliarden DM in der Kreide steht, wollte keinen Kommentar
zu ihren Kreditbeziehungen mit Kirch abgeben.

  Insgesamt könnte sich die Verschuldung der KirchGruppe laut
Branchenschätzungen auf etwa neun bis zwölf Milliarden DM belaufen.
Genaue Zahlen sind aber nicht bekannt. Um an Geld zu kommen, erwägt
Kirch laut übereinstimmenden Medienberichten, seinen Anteil an dem
profitablen spanischen Fernsehsender Telecinco zu verkaufen.

  Im Angesicht einer drohenden Übernahme könnte Kirch auch auf
stärkere politische Unterstützung im Konkurrenzkampf gegen die US-
Konzerne hoffen. So ist zum Beispiel Kabel-Aufkäufer John Malone mit
seinem Konzern Liberty Media ein mächtiger Gegner. Malone hat nach
dem Kauf der Kabelnetze der Deutschen Telekom Interesse an der 22-
Prozent-Beteiligung Murdochs an Kirchs Bezahlfernsehen Premiere World
angemeldet. Das Kartellamt wird dem nach Einschätzung von
Kartellexperten nicht zustimmen, da Malone die Infrastruktur und die
Inhalte kontrollieren will.

  Auch wenn sich Kirchs Position in Verhandlungen mit Banken und
Politik verbessern könnte, gehen Beobachter davon aus, dass es sich
bei den Übernahmespekulationen nicht um einen Bluff handelt. «Das
wäre ein hoch riskantes Spiel», heißt es in Bankenkreisen. Zudem kam
der erste Bericht über das Übernahmeinteresse Murdochs aus New York.
Selbst wenn keine kurzfristige feindliche Übernahme möglich sei, habe
Murdoch offensichtlich ein großes Interesse an einem Einstieg in die
KirchHolding.

  Spätestens im kommenden Herbst, wenn er Kirch mit der
Rückgabe seines Premiere-Anteils unter Druck setzen kann, könne die
nächste Attacke erfolgen. Dabei spricht sich Murdoch eng mit Malone
ab. Schon heute ist Malones Liberty Media größter Gesellschafter der
News Corp. Mit Murdoch hat Kirch nach Einschätzung des
«Handelsblatts» möglicherweise seinen Meister gefunden. «Der
australisch-amerikanische Citizen Cane gilt als gerissen,
risikobereit und rücksichtslos.»
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vega2000:

Da bei Kirch

 
11.12.01 13:47
eine paar Deutsche Banken die Finger drin haben, wird das wohl nichts mit der Übernahme. Wenn Kirch fällt, gibts ein Blutbad !!
Antworten
Head:

Murdoch ist ein alter Fuchs

 
11.12.01 13:58
Obwohl Murdoch schon häufiger totgesagt wurde,seine jeweils neuesten Deals als zu teuer eingestuft wurden, hat er sich immer wieder aufgerappelt.
Anfang der Neunziger war sein Imperium fast am Ende. Nur eine großzügige Umfinanzierung (ich glaube von der Citibank) half ihm damals wieder auf die Beine. So knapp ist wohl kaum einer am Bankrott vorbeigeschlittert.
Ich denke, dass er daraus gelernt hat und seither solider finanziert. Kirch befindet sich heute in ähnl. Situation wie Murdoch damals. So könnte Murdoch die Schwäche Kirchs ausnutzen...zumal Murdoch schon viele Jahre versucht, in den deutschen Markt einzudringen. Zuletzt ging ich eher von einer Aufgabe des dt. Marktes aus. Sollte sich das Blatt nun wenden?
Immerhin bietet der asiatische Markt enorme Chancen, bei gleichzeitigem Kapitalbedarf. Das spräche gegen ein größeres Engagement in good old germany. Mit seiner chin. Lebensgefährtin hat er ohnehin einen kleinen "Heimvorteil".

MfG
Head
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