... am anderen Ende der Welt
Tatsächlich gibt es sie noch, die High Roller, die extra nach Las Vegas fliegen, um zu prassen und die ganze Nacht Bakkarat zu spielen. Die Champagner in Kisten bestellen und das Geld, das sie nicht am Spieltisch verlieren, bei Cartier, Gucci und Louis Vuitton ausgeben. Sie kommen aus Los Angeles, aus Russland, China oder Brasilien, und sie scheren sich nicht darum, ob die Suite im Hotel 600 oder 2600 Dollar kostet. Doch ihre Zahl geht zurück.
"Die Zeiten haben sich geändert", stöhnt George und zieht gierig an seiner Zigarette. Der dürre Mann in der weinroten Weste macht 20 Minuten Pause. Seine Haut ist fast genauso grau wie sein dünnes Haar, tiefe Ringe liegen unter seinen Äuglein.
Seit zwölf Jahren arbeitet George im Bellagio, dem ersten Haus am Platz. Der gebürtige Schotte kennt seine Gäste: die guten alten und die neuen. "Heute latschen sie hier einfach rein, in Shorts und Sandalen", sagt er und deutet auf eine Gruppe Studenten, die sich in der prunkvollen Lobby auf ein paar Sessel fläzen. "Die kommen schon betrunken an, setzen sich an meinen Tisch und bestellen erstmal Gin Tonic. Dann werfen sie ein paar Chips ins Spiel und jubeln wie beim Football, wenn sie gewinnen." Niedergeschlagen kehrt George zurück an seinen Arbeitsplatz. "Manche von denen", schnaubt er im Gehen, "kennen nicht mal die Regeln."
Angestellte des Kasinos "The Venetian Macao" testen kurz vor der Eröffnung die Spieltische Dass die Kasinos auch dem kleinen Mann ihre Türen öffnen, wenn der seine sauer verdienten 100 Dollar verspielen will, gehörte in Las Vegas von Anfang an zum Konzept: Schon in den 40er-Jahren, als Mafiagrößen wie Bugsy Siegel und Meyer Lansky die Stadt in der Wüste zur Glücksspielmetropole wuchern ließen, machten viele kleine Fische und ein paar richtig große die perfekte Mischung.
Doch jetzt werden die Kleinen immer kleiner, und viele Große bleiben weg. "Die Leute kommen immer noch nach Las Vegas, aber sie geben einfach deutlich weniger Geld aus", sagt Alan Feldman von MGM Resorts. "Und die richtig Reichen, die mit großen Einsätzen spielen, treffen wir heute in Macao und in Singapur."
Macao und Singapur: Das neue, das bessere Las Vegas liegt mittlerweile am anderen Ende der Welt. In Südostasien ist in den letzten Jahren ein Paradies entstanden für Spieler und für alle, die mit ihnen reich werden. Längst haben MGM Resorts, Wynn und allen voran Las Vegas Sands ihre Milliarden in Fernost investiert, wo sie kräftig mitverdienen am sagenhaften Aufstieg der Region. Das neue Kasinohotel Venetian in Macao zum Beispiel gehört zu den größten Hotels der Welt, es stellt sogar das Original in Nevada in den Schatten. Um 60 Prozent kletterten die Glücksspielumsätze in Macao zuletzt im Vergleich zum Vorjahresquartal, auch aus Singapur gibt es Rekordmeldungen: Die beiden großen Kasinos dort machen inzwischen höhere Umsätze als alle Kasinos in Las Vegas zusammen.
www.ftd.de/lifestyle/outofoffice/...hunde/50198704.html?page=4
Tatsächlich gibt es sie noch, die High Roller, die extra nach Las Vegas fliegen, um zu prassen und die ganze Nacht Bakkarat zu spielen. Die Champagner in Kisten bestellen und das Geld, das sie nicht am Spieltisch verlieren, bei Cartier, Gucci und Louis Vuitton ausgeben. Sie kommen aus Los Angeles, aus Russland, China oder Brasilien, und sie scheren sich nicht darum, ob die Suite im Hotel 600 oder 2600 Dollar kostet. Doch ihre Zahl geht zurück.
"Die Zeiten haben sich geändert", stöhnt George und zieht gierig an seiner Zigarette. Der dürre Mann in der weinroten Weste macht 20 Minuten Pause. Seine Haut ist fast genauso grau wie sein dünnes Haar, tiefe Ringe liegen unter seinen Äuglein.
Seit zwölf Jahren arbeitet George im Bellagio, dem ersten Haus am Platz. Der gebürtige Schotte kennt seine Gäste: die guten alten und die neuen. "Heute latschen sie hier einfach rein, in Shorts und Sandalen", sagt er und deutet auf eine Gruppe Studenten, die sich in der prunkvollen Lobby auf ein paar Sessel fläzen. "Die kommen schon betrunken an, setzen sich an meinen Tisch und bestellen erstmal Gin Tonic. Dann werfen sie ein paar Chips ins Spiel und jubeln wie beim Football, wenn sie gewinnen." Niedergeschlagen kehrt George zurück an seinen Arbeitsplatz. "Manche von denen", schnaubt er im Gehen, "kennen nicht mal die Regeln."
Angestellte des Kasinos "The Venetian Macao" testen kurz vor der Eröffnung die Spieltische Dass die Kasinos auch dem kleinen Mann ihre Türen öffnen, wenn der seine sauer verdienten 100 Dollar verspielen will, gehörte in Las Vegas von Anfang an zum Konzept: Schon in den 40er-Jahren, als Mafiagrößen wie Bugsy Siegel und Meyer Lansky die Stadt in der Wüste zur Glücksspielmetropole wuchern ließen, machten viele kleine Fische und ein paar richtig große die perfekte Mischung.
Doch jetzt werden die Kleinen immer kleiner, und viele Große bleiben weg. "Die Leute kommen immer noch nach Las Vegas, aber sie geben einfach deutlich weniger Geld aus", sagt Alan Feldman von MGM Resorts. "Und die richtig Reichen, die mit großen Einsätzen spielen, treffen wir heute in Macao und in Singapur."
Macao und Singapur: Das neue, das bessere Las Vegas liegt mittlerweile am anderen Ende der Welt. In Südostasien ist in den letzten Jahren ein Paradies entstanden für Spieler und für alle, die mit ihnen reich werden. Längst haben MGM Resorts, Wynn und allen voran Las Vegas Sands ihre Milliarden in Fernost investiert, wo sie kräftig mitverdienen am sagenhaften Aufstieg der Region. Das neue Kasinohotel Venetian in Macao zum Beispiel gehört zu den größten Hotels der Welt, es stellt sogar das Original in Nevada in den Schatten. Um 60 Prozent kletterten die Glücksspielumsätze in Macao zuletzt im Vergleich zum Vorjahresquartal, auch aus Singapur gibt es Rekordmeldungen: Die beiden großen Kasinos dort machen inzwischen höhere Umsätze als alle Kasinos in Las Vegas zusammen.
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