Langfristige Chartindikatoren, zu wenig beachtet?


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lumpensamml.:

Langfristige Chartindikatoren, zu wenig beachtet?

11
16.03.06 15:44
Wollte mal nen Thread aufmachen für eher mittel- und langfristig orientierte Indexanleger und Charttechniker. Wer hier was beitragen kann und möchte, her damit.

Als erstes mein Lieblingsindikator, das Verhältnis zwischen Dax, SPX und EURO/USD. Will mich jetzt nicht über die offensichtlichen Hintergründe, die auch z.T. in den Medien ausreichend diskutiert werden, auslassen. Aber der Chart zeigt eigentlich recht eindrucksvoll, wie der Euro als Katalysator für den Dax wirkt. Prinzipiell gilt folgender Zusammenhang:

1. SPX steigt und Euro steigt -> Dax mäßig aufwärts
2. SPX steigt und Euro fällt -> Dax haussiert
3. SPX fällt und Euro steigt -> Dax crasht
4. SPX fällt und Euro fällt -> Dax mäßig abwärts.

D.h. im übertragenen Sinne nichts anderes, als dass der Dax ein OS auf die amerikanische Wirtschaft ist. Ist die nämlich in ernsthaften Schwierigkeiten, dürften wohl Dollar und SPX gleichzeitig nachgeben und as Daxlein wird in die Höhle geschleudert. Ist sie schwer in Ordnung, frohlockt der Dax über den Hebel Euro mehr als die Amis selbst. Die Kunst ist eigentlich nur zu wissen, was Amis und Euro/USD machen. Wenn das nur so einfach wäre. Aber immerhin sieht man es wenigstens mittelfristig anhand des Charts, welche Stunde es gerade schlägt.

Derzeit sieht es danch aus, als ob beide weitersteigen würden. Zu beachten ist aber, dass der Dax in den letzten Monaten davon schon einiges vorweg genommen hat, weshalb sein Potential vgl. mit den Amis eher eingeschränkt sein dürfte. Sollte aber ein gegenläufiges Verhalten auftreten, nämlich, dass der Euro unter 1,1640 fällt und der SPX über 1350 steigt, muss mit einem Tollhaus in Frankfurt gerechnet werden. Umgekehrt gilt natürlich dasselbe bei SPX unter 1170 und Euro über 1,27. Da dürfte ein 30-40% Einbruch nicht übertrieben sein. Und das, obwohl bei den Amis nicht viel passiert wäre. Und dann wird wieder überall der Kopf über die Kapriolen der Börse oder des Dax geschüttelt.
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backwash:

saustarke analyse, lumpi!

 
16.03.06 15:46

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lumpensamml.:

servus bw, alter bitjäger o. T.

 
16.03.06 15:51
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backwash:

ab montag jage ich wieder euros :-)

 
16.03.06 15:58

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michelb:

Danke lumpensammler ;-)

 
16.03.06 17:42
gruß michelb
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schibi:

Super Beitrag

 
16.03.06 17:52
Dafür gibts von mir einen


Langfristige Chartindikatoren, zu wenig beachtet? 33353
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permanent:

interessanter Beitrag o. T.

 
16.03.06 18:06
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lumpensamml.:

Und noch längerfristig

 
16.03.06 20:02
wobei hieraus schon relativ gute Straddle-Strategien abgeleitet werden können, wenn atypische Übertreibungsphasen wie derzeit laufen. Irgendwie scheint mir auch der Eurobereich von 1,23-1,26 einen gewissen Einfluss zu haben, aber das kann auch Zufall sein.
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Langfristige Chartindikatoren, zu wenig beachtet? 33373
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Katjuscha:

Sehr gut analysiert, lumpi

 
16.03.06 20:53
Mein Gefühl sgat mir seit ein paar tagen, dass der dax langsam an Stärke verliert. ist jetzt nicht sonderlich analytisch, aber passt durchaus auch in die Prognose meinerseits von vor 3 Monaten. damals hab ich den dax bei 5950 und den Dow bei 11300 gesehen. das ist jetzt so gut wie erreicht worden. Die Amis könnten aber durchaus weitersteigen, wenn dort drüber die Anleger wieder Hoffnung schöpfen und der Euro weiter steigt.
Daher bin ich derzeit am überlegen, einen Call auf den S&P und gleichzeitig einen KO-Short auf den Dax (aber mindestens über 6100) zu kaufen. Und dann halte ich das mal über ein paar Wochen.

Was mich noch etwas davon abhält, ist der Ölpreis. der steht m.E. charttechnisch auf der Kippe. Wenn da der Aufwärtstrend nachhaltig gebrochen wird, oder aber die Hochs gebrochen werden, kann das noch mal in die ein oder andere Richtung verstärkend wirken.

Hab mich noch nicht entschieden. Hat jemand einen Tipp, welche Straddle-Strategie am günstigsten wäre, vielleicht auch gleich mit Basis bzw. KO!?


Grüße
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lumpensamml.:

@katjuscha

 
16.03.06 21:26
Dein straddle geht schon in die richtige Richtung. Allerdings dürfte der Dax in deinem Fall eher seitwärts laufen und deine SPX long Gewinne würden durch den Euroanstieg wieder aufgefressen, also alles richtig gemacht und trotzdem u.U. nix gewonnen. Das ist der Nachteil.

Wegen des Ölpreises mach dir mal keine Sorgen. Der hat die letzten Jahre zu fast keinem Zeitpunkt die Börse beeinflusst. Wenn dann ist es Zufall. Im Gegenteil: Entgegen der landläufigen Meinung, dass ein hoher Ölpreis eine Börsenbelastung bedeutet und umgekehrt, laufen die Börsen mit den Rohstoffen überwiegend konform (siehe Chart). Also lieber mal auf die Realität sehen, als auf die Hobbyanalysten und NTV-Schlaumeier hören. Allerdings muss man dazu sagen, dass auch diese Konformität natürlich irgendwann zu Ende geht. Wieso soll das aber gerade jetzt passieren? Dazu bräuchte es schon ein externes Sonderereignis, aber auf das spekuliert der Anleger, der nicht pleite gehen will, ja eher nicht.
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lumpensamml.:

Und einen Schritt weiter gedacht

 
22.03.06 18:06
müsste eigentlich eine neutrale Währung zum Vergleich von Indizes herangezogen werden. Die einzige Währung, die mir hier einfällt, ist Gold. Wie erwartet, kommt hier ein ziemlicher Gleichschritt von Dax und SPX mit nur kurzfristigen Abweichungen heraus. Das bestätigt wieder einmal meine These, dass die Börse ein Tollhaus ist, das sich nach gar keinen Kennzahlen richtet. Landesspezifika der jeweiligen Volkswirtschaft, politische Gegebenheiten etc. spielen also lang- und mittelfristig überhaupt keine Rolle. Das einzige, was zählt, ist der Grundwert und die Differenz zw. verschiedenen Börsenplätzen im Grundwert. Das große Geld wird dann entsprechend hin- und hergeschoben, bis es anderswo (Gold?) hinfließt.

Interessant dürfte weiterhin sein, dass der Dax in Gold gerechnet sogar seit Oktober letzten Jahres gefallen ist. Sachen gibt's :-)
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Langfristige Chartindikatoren, zu wenig beachtet? 34085
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