Geldanlage
Kurzfristige Geldanlage wird wieder attraktiver

21. März 2006 Kurzfristige Geldanlagen sind nach den beiden Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank (EZB) auf 2,5 Prozent deutlich attraktiver geworden. Lange Zeit mußten sich Sparer, die ihr Geld flüssig halten und es nur für kurze Zeit der Bank überlassen wollten, mit Magerzinsen begnügen. Das ändert sich nun. Seit der ersten Zinserhöhung der EZB im vergangenen Dezember haben nach Daten der Finanzberatung Max Herbst (FMH) bereits mehr als die Hälfte der Banken ihre Zinsen für Festgeldeinlagen mit einer Laufzeit von einem bis zwölf Monaten angehoben.
Dagegen sind die Zinsen der meisten Tagesgeldkonten unverändert geblieben. Seit November haben nur die BMW-Bank und die PSD-Bank Hessen-Thüringen ihre Tagesgeldsätze angehoben. Dadurch sind viele Festgeldkonten für kurzfristig orientierte Sparer wieder attraktiver geworden. Für eine dreimonatige Bindung liegen die günstigsten Sätze zwischen 2,2 und 2,5 Prozent bei einer Anlagesumme von 10000 Euro. Im Durchschnitt schreiben die Banken etwa 1,75 Prozent gut. Wählen die Sparer eine längere Bindung, sind auch höhere Erträge drin. Bei sechs Monaten Laufzeit liegen die günstigsten Angebote zwischen 2,3 und 2,75 Prozent, bei zwölf Monaten Laufzeit erreichen die Spitzenwerte 3 Prozent.
Angebot mit Haken
Solche Werte erreichen zwar auch die attraktivsten Angebote für Tagesgeld, die zudem im Vergleich zum Festgeld den Vorteil der täglichen Verfügbarkeit haben. Doch die vermeintlich besten Angebote sind häufig nur mit Vorsicht zu genießen, denn sie gelten nur für Neukunden. So lockt die Dresdner Bank neue Kunden mit einem mit 3 Prozent verzinsten Tagesgeldkonto. Citibank und 1822direkt zahlen an Neukunden jeweils 2,75 Prozent bei täglicher Verfügbarkeit. Wer aber schon ein Konto hat, bekommt weniger.
Auch für die Neukunden haben solche Angebote einen Haken, denn die hohen Zinsen sind nur für einen begrenzten Zeitraum garantiert. Dann wird der Neukunde zum Kunden und muß sich meist mit weniger begnügen. Nur wer bereit ist, ständig zwischen den günstigsten Anbietern hin und her zu wechseln, kann sich die Spitzenwerte dauerhaft sichern. Bei dieser Strategie muß zudem berücksichtigt werden, daß wegen des Papierkriegs jedesmal Mühen und Portokosten anfallen. Festgeldkonten haben dagegen den Vorteil, daß die Zinsen bis zum Ende der Laufzeit festgeschrieben sind. Es gibt allerdings auch einige Tagesgeldkonten, die derzeit 2,5 Prozent und mehr für alle Kunden bieten. Der von FMH ermittelte Durchschnitt von 50 Banken liegt bei 1,9 Prozent, fast gleichauf mit dem Durchschnittswert für eine sechsmonatige Festgeldbindung.
Branche gerät in Bewegung
Die Zinssätze der Banken dürften über kurz oder lang steigen. Denn auf den Kapitalmärkten werden weitere Leitzinserhöhungen der EZB erwartet, die nächste schon für Mai oder Juni. Dann könnte die Notenbank den Leitzins im Euro-Raum auf 2,75 Prozent anheben. Zur Erinnerung: Vor Dezember 2005 betrug er über mehrere Jahre 2 Prozent, ein Rekordtief. Mit der bevorstehenden Anhebung wird das Ende der Fahnenstange vermutlich noch nicht erreicht sein. Aus den Terminkontrakten für dreimonatige Leihegeschäfte unter den Banken läßt sich ablesen, daß die Investoren mit bis zu zwei weiteren Zinsschritten rechnen. Spätestens Ende des Jahres wird der Leitzins demnach bei 3 oder sogar 3,25 Prozent erwartet.
Bisher halten die meisten ihre Tagesgeldzinsen stabil. Doch schon bald dürfte die Branche in Bewegung geraten. Denn der Marktführer, die Direktbank ING Diba, hat zum 15. April die Anhebung des für alle Kunden geltenden Tagesgeldsatzes von 2,25 auf 2,5 Prozent angekündigt. Anhebungen gibt es im April auch bei Cortal-Consors, Finansbank und der Daimler-Chrysler-Bank.
Der Countdown läuft
Dem werden andere Anbieter folgen. Und nach weiteren Zinsschritten der EZB wird die Branche nachlegen. Das sollten Sparer beachten, die ihr Geld heute kurz- bis mittelfristig anlegen wollen. Bei einer zwölfmonatigen Festgeldbindung sind die Zinsen im Vergleich zum Tagesgeld im Durchschnitt etwa 0,4 Prozentpunkte höher. Dieser Vorteil könnte aber schon im Sommer verschwunden sein, sofern die EZB ihren Leitzins wie erwartet rasch anhebt.
Anleger sollten darauf achten, daß die Bank, bei der sie ein Konto eröffnen, Mitglied im Einlagensicherungsfonds ist. Denn nur dann ist die Rückzahlung auch für den Fall gesichert, daß die Bank nicht mehr zahlen kann. Bei einigen Anbietern, zum Beispiel Finansbank, Denizbank und Demir-Halk, ist dieser Schutz auf 20000 Euro begrenzt.
Quelle: faz.net
...be invested
Der Einsame Samariter
Kurzfristige Geldanlage wird wieder attraktiver

21. März 2006 Kurzfristige Geldanlagen sind nach den beiden Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank (EZB) auf 2,5 Prozent deutlich attraktiver geworden. Lange Zeit mußten sich Sparer, die ihr Geld flüssig halten und es nur für kurze Zeit der Bank überlassen wollten, mit Magerzinsen begnügen. Das ändert sich nun. Seit der ersten Zinserhöhung der EZB im vergangenen Dezember haben nach Daten der Finanzberatung Max Herbst (FMH) bereits mehr als die Hälfte der Banken ihre Zinsen für Festgeldeinlagen mit einer Laufzeit von einem bis zwölf Monaten angehoben.
Dagegen sind die Zinsen der meisten Tagesgeldkonten unverändert geblieben. Seit November haben nur die BMW-Bank und die PSD-Bank Hessen-Thüringen ihre Tagesgeldsätze angehoben. Dadurch sind viele Festgeldkonten für kurzfristig orientierte Sparer wieder attraktiver geworden. Für eine dreimonatige Bindung liegen die günstigsten Sätze zwischen 2,2 und 2,5 Prozent bei einer Anlagesumme von 10000 Euro. Im Durchschnitt schreiben die Banken etwa 1,75 Prozent gut. Wählen die Sparer eine längere Bindung, sind auch höhere Erträge drin. Bei sechs Monaten Laufzeit liegen die günstigsten Angebote zwischen 2,3 und 2,75 Prozent, bei zwölf Monaten Laufzeit erreichen die Spitzenwerte 3 Prozent.
Angebot mit Haken
Solche Werte erreichen zwar auch die attraktivsten Angebote für Tagesgeld, die zudem im Vergleich zum Festgeld den Vorteil der täglichen Verfügbarkeit haben. Doch die vermeintlich besten Angebote sind häufig nur mit Vorsicht zu genießen, denn sie gelten nur für Neukunden. So lockt die Dresdner Bank neue Kunden mit einem mit 3 Prozent verzinsten Tagesgeldkonto. Citibank und 1822direkt zahlen an Neukunden jeweils 2,75 Prozent bei täglicher Verfügbarkeit. Wer aber schon ein Konto hat, bekommt weniger.
Auch für die Neukunden haben solche Angebote einen Haken, denn die hohen Zinsen sind nur für einen begrenzten Zeitraum garantiert. Dann wird der Neukunde zum Kunden und muß sich meist mit weniger begnügen. Nur wer bereit ist, ständig zwischen den günstigsten Anbietern hin und her zu wechseln, kann sich die Spitzenwerte dauerhaft sichern. Bei dieser Strategie muß zudem berücksichtigt werden, daß wegen des Papierkriegs jedesmal Mühen und Portokosten anfallen. Festgeldkonten haben dagegen den Vorteil, daß die Zinsen bis zum Ende der Laufzeit festgeschrieben sind. Es gibt allerdings auch einige Tagesgeldkonten, die derzeit 2,5 Prozent und mehr für alle Kunden bieten. Der von FMH ermittelte Durchschnitt von 50 Banken liegt bei 1,9 Prozent, fast gleichauf mit dem Durchschnittswert für eine sechsmonatige Festgeldbindung.
Branche gerät in Bewegung
Die Zinssätze der Banken dürften über kurz oder lang steigen. Denn auf den Kapitalmärkten werden weitere Leitzinserhöhungen der EZB erwartet, die nächste schon für Mai oder Juni. Dann könnte die Notenbank den Leitzins im Euro-Raum auf 2,75 Prozent anheben. Zur Erinnerung: Vor Dezember 2005 betrug er über mehrere Jahre 2 Prozent, ein Rekordtief. Mit der bevorstehenden Anhebung wird das Ende der Fahnenstange vermutlich noch nicht erreicht sein. Aus den Terminkontrakten für dreimonatige Leihegeschäfte unter den Banken läßt sich ablesen, daß die Investoren mit bis zu zwei weiteren Zinsschritten rechnen. Spätestens Ende des Jahres wird der Leitzins demnach bei 3 oder sogar 3,25 Prozent erwartet.
Bisher halten die meisten ihre Tagesgeldzinsen stabil. Doch schon bald dürfte die Branche in Bewegung geraten. Denn der Marktführer, die Direktbank ING Diba, hat zum 15. April die Anhebung des für alle Kunden geltenden Tagesgeldsatzes von 2,25 auf 2,5 Prozent angekündigt. Anhebungen gibt es im April auch bei Cortal-Consors, Finansbank und der Daimler-Chrysler-Bank.
Der Countdown läuft
Dem werden andere Anbieter folgen. Und nach weiteren Zinsschritten der EZB wird die Branche nachlegen. Das sollten Sparer beachten, die ihr Geld heute kurz- bis mittelfristig anlegen wollen. Bei einer zwölfmonatigen Festgeldbindung sind die Zinsen im Vergleich zum Tagesgeld im Durchschnitt etwa 0,4 Prozentpunkte höher. Dieser Vorteil könnte aber schon im Sommer verschwunden sein, sofern die EZB ihren Leitzins wie erwartet rasch anhebt.
Anleger sollten darauf achten, daß die Bank, bei der sie ein Konto eröffnen, Mitglied im Einlagensicherungsfonds ist. Denn nur dann ist die Rückzahlung auch für den Fall gesichert, daß die Bank nicht mehr zahlen kann. Bei einigen Anbietern, zum Beispiel Finansbank, Denizbank und Demir-Halk, ist dieser Schutz auf 20000 Euro begrenzt.
Quelle: faz.net
...be invested
Der Einsame Samariter