Kursrutsch an den US-Börsen


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EinsamerSam.:

Kursrutsch an den US-Börsen

 
04.06.05 08:25
Nach schwachen US-Arbeitsmarktdaten


Kursrutsch an den US-Börsen


Auf dem Börsenparkett als enttäuschend empfundene Dienstleistungs- und Arbeitsmarktdaten haben den Anlegern am Freitag an der Wall Street die Kauflaune verdorben und die Kurse an den US-Börsen deutlich ins Minus abrutschen lassen.

HB NEW YORK. Die schwachen Arbeitsmarktzahlen haben Händlern zufolge zwar die Sorgen um den Zustand der US-Wirtschaft aufleben lassen, aber zugleich die Furcht der Investoren vor stärker steigenden US-Zinsen gedämpft.

Zudem habe ein Bericht über hohe Ipod-Lagerbestände beim Computerkonzern Apple die Investoren aufgeschreckt und den Nasdaq unter Druck gesetzt, sagten Händler. Darüber hinaus hätten erneut kräftig steigende Ölpreise die Stimmung getrübt. Der Preis für leichtes US-Öl kletterte über 55 Dollar je Barrel (knapp 159 Dollar).

Der Dow Jones Index der Standardwerte pendelte im Geschäftsverlauf zwischen einem Hoch von 10.553 und einem Tief von 10.448 Stellen. Er verließ den Markt 0,88 Prozent ermäßigt mit 10.461 Zählern. Der S&P 500 sank um 0,69 Prozent auf 1196 Punkte. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel sogar um 1,26 Prozent auf 2071 Punkte. Im Vergleich zur Vorwoche fielen alle drei Indizes zurück. Der Dow verlor 0,7 Prozent, der S&P 0,2 Prozent und der Nasdaq ebenfalls 0,2 Prozent.

„Die Wirtschaftsdaten waren nicht so gut und der Ölpreis ist erneut höher“, sagte Tim Heekin von der Investmentbank Thomas Weisel Partners. Michael Metz von Oppenheimer & Co erklärte: „Wirtschaftlich gesehen waren die Daten etwas enttäuschend. Wenn wir nicht genügend neue Arbeitsplätze haben, wird die Nachfrage der Verbraucher ausbleiben und dann werden wir eine ernsthafte Verlangsamung erleben“.

Der geringer als erwartet ausgefallene Stellenzuwachs in der US-Wirtschaft im Mai weckte Analysten zufolge bei den Anlegern Sorgen über den Zustand der US-Wirtschaft. Nach Zahlen des US-Arbeitsministeriums sind im Mai außerhalb der Landwirtschaft nicht einmal halb so viele Stellen geschaffen worden, wie Analysten erwartet hatten.

Hinter den Markterwartungen blieb auch der ISM-Konjunkturindex für das Dienstleistungsgewerbe zurück und trübte Händlern zufolge die Stimmung zusätzlich. Jay Finkel von Lord Abbett sagte, die schwachen Daten hätten den Investoren die Angst genommen, die US-Notenbank (Fed) könnte im späteren Jahresverlauf die Zinsen kräftig erhöhen. Zuletzt hatten die US-Währungshüter ihren Schlüsselzins Anfang Mai zum achten Mal um wiederum 25 Basispunkte auf nunmehr 3,00 Prozent angehoben.

Der für die Geldpolitik verantwortliche Offenmarktausschuss (FOMC) kommt Ende Juni erneut zusammen, um über die Zinspolitik der Fed zu beraten. Analysten rechnen überwiegend mit einer weiteren Anhebung des Leitzinses um 25 Basispunkte. Allerdings hatte der in diesem Jahr im FOMC stimmberechtigte Präsident der Federal Reserve Bank von Dallas, Richard Fisher, jüngst signalisiert, die Fed nähere sich dem Ende ihres Zinserhöhungszyklus.

Ein Bericht im Internet über angeblich hohe Lagerbestände an den meisten Ipod-Modellen weckte bei den Anlegern Befürchtungen, der Gewinn des Computerkonzerns Apple könnte geschmälert werden. Sie stießen die Papiere ab und drückten damit den Kurs um rund 4,5 Prozent auf 38,24 Dollar. Auch eine Abstufung des Ratings von Schuldentiteln des weltgrößten Versicherers American International Group durch Standard & Poor' veranlassten die Investoren zu Verkäufen. AIG-Aktien verloren daraufhin gut 1,4 Prozent auf 55,09 Dollar.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,29 Milliarden Aktien den Besitzer. 1426 Werte legten zu, 1873 gaben nach und 148 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von rund 1,67 Milliarden Aktien 1107 Werte im Plus, 1915 im Minus und 166 unverändert.

An den US-Kreditmärkten verloren die zehnjährigen Staatsanleihen im späten Handel 20/32 auf 101-4/32 Punkte. Sie rentierten mit 3,987 Prozent. Die 30-jährigen Bonds fielen im Kurs um 25/32 auf 116-24/32 Zähler an. Dabei ergab sich eine Rendite von 4,291 Prozent.

Quelle: HANDELSBLATT, Freitag, 03. Juni 2005, 22:41 Uhr

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