Kursmanipulationen an der Nasdaq?
In den USA hat sich die Börsenaufsicht mit der Frage zu
beschäftigen, ob Aktienhändler mit
"Phantom-Angeboten" Kurse möglicherweise künstlich in
die Höhe treiben. Eine entsprechende Anfrage stellte der
Politiker John Dingell aus der US-Verbraucherkommission
an die Börsenaufsicht SEC.
Bei seiner Anfrage nahm Dingell Bezug auf einen Bericht
der "New York Times", wo Marktteilnehmer erklärt hatten,
große Differenzen bei Aktienkursen seien das Ergebnis
von Manipulationen. Die Händlervereinigung NASD habe
die SEC dabei über eine steigende Zahl plötzlich wieder
gestrichener Kauforders informiert, hatte das Blatt weiter
berichtet.
Dingell forderte die Behörde auf, zu prüfen, ob Broker
große Kaufaufträge zu Kursen deutlich oberhalb der
aktuellen Notierungen in das elektronische Ordersystem
stellen, die Aufträge kurz danach wieder aus dem System
nehmen und dadurch künstlich eine Nachfrage zu hohen
Kursen suggerieren. Ein solches Vorgehen würde nach
Einschätzung des Politikers die Vertrauenswürdigkeit der
Märkte in Frage stellen und Investoren schädigen.
Die Börsenaufsicht stellte eine baldige Antwort zu der
Anfrage in Aussicht. Dabei sei die SEC grundsätzlich über
mögliche Manipulationen besorgt und beobachte dabei
insbesondere das Internet, hieß es.
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[Freitag, 07.01.2000] - © 2000 de.internet.com